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Was kostet eigentlich Logistik?

Kassensturz ist angesagt bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin. Was kann, was darf ausgegeben werden, wie tief ist das Schuldenloch, wo gibt es Spielraum?
(PM) Balingen, 27.10.2009 - Balinger Technologiespezialist Bizerba erfasste alle Kosten entlang der Lieferkette

Kassensturz ist angesagt bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin. Was kann, was darf ausgegeben werden, wie tief ist das Schuldenloch, wo gibt es Spielraum? Ganz hnlich mssen sich manche Unternehmen im globalen Wettrennen vorkommen, wenn sie einmal konsequent die Kostenkette fr Transport und Logistik ihrer Waren und Produkte zusammenrechnen.

Weil die Logistik quasi als Querschnittsdisziplin fr mehrere oder alle Bereiche eines Unternehmens gilt, kennen jeweils nur Spezialisten die Teilkosten - Materialbestnde, Buchkosten, Kraftstoff, Versandkosten, Umladen im Containerterminal, Steuern und Zlle. Wie schlagen Qualittsprobleme sich in den Kosten nieder, wie Versptungen in der Transportkette? „Logistikexperten, die all diese Faktoren einbeziehen, sprechen von der Analyse der ‚Total Landed Costs’ (TLC)“, berichtet das Unternehmermagazin Impulse im Spezial Transport & Logistik www.impulse.de. „Erst diese geben Aufschluss darber, welche Kosten neben dem Herstellungspreis anfallen, bis ein einzelnes Teil an seinem Bestimmungsort angekommen ist. Und dabei hat sich schon manch vermeintlich billiges Teil aus China als Zuschussgeschft entpuppt“, so das Magazin. Demnach gehen Forscher des Fraunhofer Institutes fr Produktionstechnik und Automatisierung www.ipa.fraunhofer.de davon aus, „dass mehr als die Hlfte der Firmen keine genauen Zahlen ermitteln.“

Kein Wunder, dass man auch beim schwbischen Technologiehersteller Bizerba www.bizerba.de die Logistikkosten genauestens unter die Lupe genommen hat. Das war zwar monatelange filigrane Fleiarbeit fr fnf Mitarbeiter des Waagenspezialisten, hat sich aber ausgezahlt, als die Entscheidung fr eine Produktionssttte in Fernost anstand. Bizerba, so Impulse, „will von seinem Standort in Schanghai aus den asiatischen Markt erobern.“ Dazu wurde eine kostengnstige Waage ohne technische berladungen entwickelt, „anders als die hochwertigen Modelle fr Europa und die USA, die sich wie Industrie-PCs mit dem Unternehmensnetzwerk verbinden lassen.“ Dafr gebe es auf dem asiatischen Markt kaum Verwendung. Gesttzt auf eine spezielle Software des Mnchener Herstellers Axxom www.axxom.com seien etliche Varianten der Produktionsaufteilung durchgespielt worden. „Firmen fttern sie mit Gre und Gewicht aller transportierten Gter, mit Tarifen, Frachtraten, Straenkarten und Seerouten. Neben dem tatschlichen Aufwand errechnen die Programme das Optimum aus allen erdenklichen Kombinationen fr Produktionssttte, Transportmittel und Lager.“

Nun entstehen die neuen Waagen-Modelle zum Groteil im Reich der Mitte, die Top-Produkte werden in Deutschland gefertigt. Impulse zitiert den Logistikchef der Balinger, Harald Magin: „Im Prinzip war allen klar, dass die Produktion der neuen Waage in China gnstiger ist. Aber wir wollten die Entscheidung mit Fakten schwarz auf wei untermauern.“ So lgen die Logistikkosten nun 30 Prozent niedriger als in der bisherigen Struktur, als fast alles in Deutschland produziert wurde.

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