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Motivation statt Kontrollwahn: Moderne Unternehmenslenker sind keine Alleinunterhalter mehr

Oliver Kahn im WELT-Interview: Autoritärer Führungsstil kaum noch zeitgemäß
(PM) Leverkusen/Dsseldorf, 14.02.2011 - Nach dem Fuball-Lnderspiel gegen Italien bleibt eine Personalfrage weiter ungeklrt. Geht der Capitano bald von Bord? Oder sind die Worte von der mglichen Rckkehr Michael Ballacks ins Lw-Team doch mehr als Worthlsen? Schon nach der Fuball-Weltmeisterschaft im letzten Jahr, als Ballack scheinbar nicht vermisst wurde, orakelten die Experten vom baldigen Abgang des Leverkuseners: „Wre die Nationalmannschaft ein Unternehmen, dann wren Michael Ballacks Tage als Chef gezhlt. Diese berzeugung uern Personalberater, die sonst Manager in der Top-Liga des Dax platzieren, in einer Umfrage des Handelsblattes.“ Das berichtete Focus Online. Und weiter: „Mit seinem eher autoritren Fhrungsstil passe der ‚Capitano’ einfach nicht mehr ins vernderte Team.“ Allerdings gab es auch damals schon die gleichzeitige Warnung von Fuball- und Managementexperten, „den bisherigen einen Leitwolf durch viele Kapitne zu ersetzen. Sie raten zu einer klaren Lsung: Viele Chefs fhrten nur zu weiteren Grabenkmpfen.“

Zudem stellt sich ein weiteres Problem fr das langjhrige Alpha-Tier: Ballack ist nur Chef unter Vorbehalt, wenn er fit ist und spielt. Das kann kaum als vertrauensbildende Manahme gelten, nicht nach innen, nicht nach auen. Und mittlerweile hat sich offenbar eine neue Hackordnung etabliert, in der die Schweinsteigers, Lahms und zils dominieren. „Das neue Machtverhltnis in der deutschen Fuball-Nationalmannschaft scheint unumkehrbar, auch wenn Bundestrainer Joachim Lw dem 34-jhrigen Michael Ballack die Tr noch nicht zugeschlagen hat“, berichtet die Sddeutsche Zeitung.

Der autoritre Fhrungsstil hat offensichtlich ausgedient. Einer, der auch aus dem Fuball kommt, bertrgt seine Erfahrungen mittlerweile in die Unternehmens-Realitt: Oliver Kahn betrachtet solche Art der Fhrung im Interview mit der Tageszeitung Die Welt www.welt.de nur noch in Ausnahmen als sinnvoll. „Die Zeiten, in denen Unternehmenslenker das Wissen fr sich gepachtet hatten, sind doch grtenteils vorbei. Aufgrund der Komplexitt der Prozesse verfgen die Mitarbeiter heutzutage oft ber mehr Fachwissen als ihre Chefs. Diese sind dann gut beraten, die Richtung vorzugeben - und dafr zu sorgen, dass ihre Mitarbeiter motiviert genug sind, diese auch umzusetzen. Die Motivationsleistung von Fhrungskrften und auch von Fuballtrainern, besteht in erster Linie darin, ein Team zu bilden und die Teammitglieder fr die Ziele gewinnen zu knnen“, so die Analyse der Torwart-Legende.

Das Bunkern von Herrschaftswissen und permanenter Kontrollwahn sind auch fr Udo Nadolski, Geschftsfhrer der auf Technical Recruitment und Outsourcing Services spezialisierten Dsseldorfer Personalberatung Harvey Nash ( www.harveynash.de ) Relikte berkommener Fhrungsmethodik. „Wer versucht, alles besser wissen zu wollen statt den Dialog zu suchen, wird sich schnell auf dem Abstellgleis finden. Man muss den Mitarbeitern die Mglichkeit geben, sich zu entwickeln, und zwar im Team.“ Eine Stimmung des Argwohns, voller Druck, permanenter Aufsicht und Kontrolle fhre dagegen zu Demotivation. Die Mrkische Allgemeine berichtet unter Bezug auf den Kasseler Arbeitspsychologen Oliver Strter sogar, dass autoritrer Fhrungsstil fr „ein Fnftel des Krankenstandes in Unternehmen verantwortlich“ ist. „Krankmeldungen seien nach langen, negativen Erlebnissen die letzten Konsequenzen von Mitarbeitern“, heit es dort.
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