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Vom grauen Karton zur bunten Faltschachtel – Der Erfolg des Familienunternehmens Freund ist aus Pappe

(PM) , 18.06.2008 - Bonn/Georgsmarienhtte/Krefeld - Vom grauen Karton zur bunten Faltschachtel – dieser Satz illustriert, wie sich die Firma Freund www.freund-verpackung.de in ihrer einhundertjhrigen Geschichte entwickelt hat. Es war in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Da berquerte Friedrich Freund mit seinem Handwagen eine Strae in Osnabrck nicht ber den Zebrastreifen. Ein Polizist sah dies und stellte ihm einen Strafzettel aus. Da der Polizist den Beruf des Kartonageherstellers nicht kannte, notierte er auf dem Strafzettel: Kastenmacher. Heute sind Kartons und Faltschachteln lngst Teil aufwendig inszenierter Markenwelten und mehr als bloe Verpackung. „Verpackungen sind Teil der Kommunikation mit dem Kunden“, erlutert Karl-Heinz Freund, der das Unternehmen heute in der dritten Generation fhrt. „Die Geschichte unseres Familienunternehmens bewegt sich zwischen den Polen Handwagen und Markenwelten“.

Heute, 100 Jahre nach Firmengrndung, beschftigt die Freund-Gruppe an den vier Standorten Georgsmarienhtte, Krefeld, Dresden und Nordhausen rund 300 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von 44 Millionen Euro. Begonnen hat alles mit einem Geschft fr Papier- und Schreibwaren. Wenig spter startete Firmengrnder Friedrich Freund auch mit der Produktion von Kartonagen. Schachteln fr Hte und Zylinder waren damals der Verkaufsschlager.

Schinkenverpackungen, Wrstchen- und Weihnachtsteller

Nach harten Zeiten im und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg geht es steil bergauf. 1955 zieht der Familienbetrieb in eine 1.000 Quadratmeter groe Produktionshalle und stellt dort Schinkenverpackungen, Teller fr Wrstchen und Weihnachtsteller her. Karl-Heinz Freund, der Sohn des Grnders, lsst sich in den 1960er Jahren whrend einer Studienreise durch die Vereinigten Staaten inspirieren. Er erkennt Selbstbedienungslden mit bunt bedruckten Faltschachteln als knftigen Trend. 1963 wird die erste Druckmaschine angeschafft, 1964/65 kommen die ersten Offsetdruckmaschinen hinzu. Als die ersten Selbstbedienungslden auch in Deutschland ffnen, produziert Freund Kartonagen fr logistische Zwecke. Kaschiert wird von Hand – noch bis 1979.

„Heute stellen wir ausschlielich die hochwertig im Offsetdruck veredelte Variante der Verkaufsverpackung her“, so der Freund-Chef. „Am Stammhaus Georgsmarienhtte nahe Osnabrck produzieren meine Mitarbeiter Spezialverpackungen aus Vollpappe. Das Werk in Krefeld druckt im Format 3B. Unser Standort am Niederrhein produziert Faltschachteln aus Vollkarton und Automatenzuschnitte, also Faltschachteln, die nicht geklebt werden und nach dem Stanzen direkt an den Kunden ausgeliefert werden. Dies machen wir hier in Krefeld aber nur in Vollpappe – drucken, stanzen, kleben – darauf ist dieser Standort ausgerichtet, fr groe Mengen und eine schlanke Produktion.“ Der Dresdener Betrieb wiederum ist der Spezialist fr die Display-Fertigung. Und im neuen Werk im thringischen Nordhausen werden rund um die Uhr Verpackungen aus kaschierter Wellpappe gefertigt.

Platzsparende und moderne Produktion

Um den Standort Krefeld so weit zu bekommen, waren umfangreiche Investitionen in die Technik und ein Umbau ntig. Mit einer Sechsfarben Speedmaster CD 102 der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) www.heidelberg.com plus Dispersionslackwerk hat Freund seit 1998 schlielich so gute Erfahrungen gesammelt, vor allem auch mit der Niederlassung in Dsseldorf, dass fr den Umbau die Idee entstand, eine reine Heidelberg-Linie zu etablieren. „Die erste Speedmaster hat ber 320 Millionen Bogen auf dem Zhler, mit sehr geringen Ausfallzeiten. Als wir wieder investieren mussten, haben wir eine MAN Roland Fnffarben durch eine zweite Sechsfarben Speedmaster ersetzt“, erklrt der Geschftsfhrende Gesellschaft Karl-Heinz Freund. Das zog Folgeinvestitionen in der Weiterverarbeitung nach sich, damit es auch hier nicht zu Engpssen kommt. Die bislang in der Weiterverarbeitung eingesetzten Bobst-Maschinen wurden um eine Dymatrix 106 und eine Diana Pro 74 mit Japack Pro ersetzt beziehungsweise ergnzt.

Auch wenn die Produkte von Heidelberg wie beispielsweise die Dymatrix kein „Schnppchen“ sind, rentiert sich die Anschaffung aus Sicht von Freund. „Sicherlich steht auch unsere Branche unter einem erheblichen Kostendruck. Doch eine ‚Geiz-ist-geil’-Mentalitt zahlt sich fr ein mittelstndisches Familienunternehmen wie Freund nicht aus. Uns hat insbesondere der Service von Heidelberg berzeugt: Bei Reparaturen kommt schnell ein Techniker und ber Nacht bekommt man jedes gewnschte Ersatzteil, entweder aus dem Heidelberg-Standort in Mnchengladbach oder direkt aus der Zentrale in Wiesloch.“ Die Stanzen von Freund mssen immer funktionieren, da man in Krefeld rund um die Uhr produziere. In Krefeld wurde in der Druckerei mit der neuen Speedmaster CD 102 die Kapazitt um ber 40 Prozent erhht.

Bei Freund legt man zudem viel Wert auf eine perfekte Klebung. Die Diana Pro 74 Klebemaschine ist stattliche 27 Meter lang und die Hauptproduktionsmaschine im Werk in Krefeld, die „alles wegklebt“. „40 Prozent unserer Auftrge werden nur gestanzt. Das Gros der Auftrge, nmlich 60 Prozent, wird ber die Faltschachtelklebemaschinen weiterverarbeitet“, erlutert Freund. Ebenfalls im Einsatz ist die Packmaschine Japack Pro, die zum Abpacken von bis zu 200.000 Schachteln pro Stunde dient.

Von der Handstanzung und -klebung zur Dymatrix 106, Diana Pro 74 und Japack Pro – die Technik, die bei der Firma Freund eingesetzt wird, ist in den vergangenen 100 Jahren wesentlich komplexer geworden. Doch noch immer ist das Unternehmen in Familienhand und der Erfolg immer noch aus Pappe.
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