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Trotz reduziertem Kostenvorteil: China bleibt attraktiv

Steigende Löhne in China stärken Binnennachfrage, aber erhöhen Druck auf Industrie
(PM) Kngen/Shanghai, 26.06.2012 - Sinkende Wachstumsraten, anziehende Energiepreise und steigende Lhne sorgen fr immer mehr Negativschlagzeilen hinsichtlich des Wirtschaftsstandortes China. Laut Europischer Handelskammer berdenkt bereits ein Fnftel der Unternehmen ihre Investitionen im Land der Mitte. In der gleichen Umfrage geben allerdings auch drei von vier Unternehmen an, dass China zunehmend an Bedeutung fr die eigene Unternehmensstrategie gewinne. „Wer nur der Kostenvorteile wegen nach China gegangen ist, sieht sich tatschlich vor Probleme gestellt“, verdeutlicht Markus Franz, Geschftsfhrer der Staufen AG in China, die Entwicklung. „Diese haben sich deutlich reduziert, vor allem in den Metropol- und Kstenregionen. Allerdings ist es nie sinnvoll, ausschlielich wegen gnstiger Produktionsbedingungen in einem Land zu investieren. Ziel sollte stets auch die Erschlieung des Binnenmarktes sein. In China schlummert in diesem ein beachtliches Potenzial, fr das sich der Weg in den fernen Osten in den meisten Branchen weiterhin lohnt.“ Steigende Lhne frderten den Binnenkonsum ebenso wie die stabilisierende Fiskalpolitik der Regierung, so Franz. „Die Chinesen fangen gerade erst an zu konsumieren – die Mglichkeiten sind enorm.“ Um weiterhin effizient zu bleiben, empfiehlt Franz, an anderen Stellschrauben zu drehen: Systematische Lieferantenentwicklung, strategisches Sourcing und schlanke Prozesse bieten auch in China signifikante Spar- und Verbesserungsmglichkeiten.

Dass die Produktionskosten in China ebenso wie in allen anderen Emerging Markets irgendwann steigen wrden, war laut Franz abzusehen. „Die Produktion nur der Kosten wegen zu verlagern, ist immer zu kurzfristig gedacht. Zudem wird die Supply Chain enorm gestreckt und entsprechend anfllig, Unmengen von Material und Pro-dukten werden durch die Welt transportiert – das kann sich rchen.“ Erschlieen Unternehmen dagegen den Markt im Zielland strategisch, und machen ihre Hausaufgaben in puncto Qualitt, Kosten, Prozesse und Lieferperformance, dann bietet China interessante Mglichkeiten. „Steigende Einkommen sowie die expansive Fiskal- und Geldpolitik Chinas wirken sich positiv auf die Entwicklung der Binnennachfrage aus – was auch erklrtes Ziel des aktuellen Fnfjahresplans der Regierung aus 2011 ist“, so Franz. „Besonders in China treffen eine steigende Kaufkraft und wachsende Begehrlichkeiten nach westlichen Gtern aufeinander. Der neue Mittelstand zeigt gern, was er sich leisten kann. Gleichzeitig hat aber das Gros der Bevlkerung noch nicht Teil am neuen Wohlstand und verfgt folglich auch noch nicht ber die ntige Kaufkraft um diesen Begehrlichkeiten nachkommen zu knnen. ndert sich das, wird der Markt in China noch spannender und lukrativer“, schtzt Franz die Lage ein. „Vor einem einbrechenden Wirtschaftswachstum auf ‚nur noch’ 7,5 Prozent sollte man sich also nicht frchten – es zeigt eher, dass sich der brodelnde Kessel China zu einem stabilen Absatzumfeld wandelt.“ Der Weg nach Fernost lohne sich also auch unter den vernderten Rahmenbedingungen und sei fr Firmen mit dem Selbstanspruch eines Global Players unerlsslich. Dennoch mahnt Franz: „Der Kostendruck wird auch knftig weiter zunehmen – dessen muss man sich bewusst sein.“

Schlsselfaktoren fr effiziente Produktion

Um auch bei steigenden Kosten effizient zu bleiben, raten Franz und die Staufen AG dazu, die Prozesse im Unternehmen genau unter die Lupe zu nehmen und im Sinne des Lean Management-Gedankens zu optimieren. „In den Ablufen und Produktionsschritten, selbst in der Administration steckt in der Regel viel Verbesserungspotenzial“, wei Franz aus praktischer Erfahrung. Strategisches Sourcing und Lieferantenentwicklung sind ein weiterer wichtiger Stellhebel, um Kostensenkungspotenziale zu realisieren, Effizienz zu steigern und Lieferperformance zu sichern. „Vor allem in China ist hier noch viel zu tun, die Mglichkeiten werden weitestgehend noch nicht ausgeschpft. Insbesondere das Finden und aktive Managen der Lieferanten ist eine groe Herausforderung, die es aktiv anzunehmen und zu bewltigen gilt. Wenn Unternehmen ihre Hausaufgaben aber machen, knnen steigende Lhne und Energiepreise ausgeglichen und sogar berkompensiert werden.“
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