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Der deutsche Mittelstand im Fokus chinesischer Investitionsstrategen

Chinaexperten Ma, Haussmann und Scheuch im Fachdialog bei der Staufen AG
(PM) Kngen, 20.09.2012 - Der deutsche Mittelstand ist fr chinesische Unternehmen und Investoren uerst attraktiv. Darin sind sich Cangron Ma, ehemaliger chinesischer Botschafter, Prof. Dr. Helmut Haussmann, Wirtschaftsminister a.D., und Norbert Scheuch, CEO von Putzmeister und Vorstand der Sany Group, einig. Die drei Chinaexperten trafen sich Mitte September zum Fachdialog bei der Staufen AG in Kngen/Stuttgart. Das Credo des Abends: Die KMU in der Bundesrepublik werden nicht darum herumkommen, sich mit dem Reich der Mitte auseinanderzusetzen. Denn, so Scheuch, „dass sich Unternehmen nicht mit China beschftigen, verhindert nicht, dass die chinesische Konkurrenz ein Auge auf einen wirft.“ Besonders das deutsche Image und Know-how sollen chinesischen Unternehmen zum Durchbruch in der Globalisierung verhelfen. Im Fokus stehen also besonders hufig Hidden Champions und Technologiefhrer. Doch entgegen der weit verbreiteten Skepsis knnen sowohl eine Kooperation als auch ein chinesischer Investor deutschen Unternehmen viele Vorteile erffnen. Laut Haussmann sind sie sogar hufig ideale Wirtschaftspartner.

Was den deutschen Mittelstand so attraktiv macht

Abgesehen davon, dass Deutschland immer noch der stabilste Standort innerhalb der krisenbehafteten Eurozone ist, bietet der heimische Mittelstand potenziellen Investoren vielversprechende Besonderheiten. Zum einen verfgt er ber erstklassiges technologisches Know-how. „Das ist fr chinesische Unternehmen natrlich sehr interessant“, so Scheuch. „Aber das allein ist noch nicht ausschlaggebend.“ Das Image und die Bekanntheit des Unternehmens innerhalb der Branche seien mindestens genauso wichtig. „Viele chinesische Unternehmen hoffen auf eine Rckkopplung auf den heimischen Markt sowie einen Imagetransfer im globalen Geschft“, meint Scheuch. Ziel sei immer auch eine Qualitts- und Funktionsverbesserung der eigenen Produkte. „Oft scheitern Firmen aus China an der Globalisierung ihrer Geschfte, da die Marke auerhalb des eigenen Landes nicht bekannt ist. Vor allem hier im Westen stehen wir einem Kufermarkt gegenber, auf dem die Kunden stark selektieren. In China ist das noch nicht so, da fllt verkaufen noch leichter.“ Gemeinsam mit einem qualitts- und servicestarken deutschen Partner seien chinesische Unternehmen fr das weltweite Geschft besser gewappnet – ohne sich gegenseitig zu kannibalisieren.

Voraussetzungen fr eine erfolgreiche Kooperation

berlegen deutsche Mittelstndler, so wie es Putzmeister getan hat, sich mit chinesischen Investoren oder Partnern zusammenzutun, sollten sie laut Prof. Haussmann folgende Kriterien im Vorfeld prfen:

- Ist das Unternehmen offen genug, die chinesischen Eigenarten zu akzeptieren?
- Gibt es schon nachhaltige Erfahrungen mit China?
- Geht das eigene Interesse an China ber das wirtschaftliche hinaus, sprich will man sich tatschlich mit dem Land und seiner Kultur auseinandersetzen?
- Bietet man dem Partner langfristige Reize wie gute Netzwerke, hervorragende Mitarbeiter etc.?

Knnen alle Fragen mit Ja beantwortet werden, sei das Unternehmen durchaus geeignet, um erfolgreich mit chinesischen Partnern agieren zu knnen – und sich so auch den chinesischen Markt und sein enormes Potenzial zu erschlieen. „Die Vorteile sind in der Regel grer als eine ‚Abhngigkeit’ vom chinesischen Partner“, ergnzt Haussmann. Auch Scheuch kann das besttigen: „Zwar gibt es groe kulturelle Unterschiede, die sich aber berbrcken lassen. Chinesische Investoren neigen meiner Erfahrung nach eher dazu, das deutsche Unternehmen wie bisher arbeiten zu lassen, da sie hchsten Respekt vor deren Knnen und den Geschftsprozessen haben – ganz im Gegensatz zu vielen anderen Nationalitten.“ Cangron Ma versichert, dass sich auch die Regierung Chinas bemhen wird, deutschen Unternehmen das Leben zu erleichtern: „Wir werden uns weiter ffnen und suboptimale Punkte wie den Schutz geistigen Eigentums weiter vorantreiben.“ Der deutsche Mittelstand sollte sich also auf jeden Fall mit China auseinandersetzen. Auch die Entscheidung, sich nicht im Land zu engagieren, solle laut Haussmann bewusst getroffen werden. Dennoch drften andere fernstliche Staaten nicht auer Acht gelassen werden: „Eine Asien-Strategie sollte sich nicht nur auf China beschrnken – andere Lnder sind ebenso im Kommen. Beispielsweise wird Indonesien stark unterschtzt.“ Auf keinen Fall drfe man aber Angst vor der asiatischen Konkurrenz haben. „Deutschland ist ein idealer Partner fr Schwellenlnder – eine Kooperation ntzt beiden Seiten.“
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