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PHTS und Debeka starten bundesweites Telemedizin-Projekt zur besseren Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen - Experten fordern neue Betreuungssystematik im deutschen Gesundheitswesen

(PM) , 18.05.2006 - Berlin – Die Volkskrankheit Nummer eins in Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn die Leistungsfhigkeit des Herzens dauerhaft eingeschrnkt ist, spricht man von chronischer Herzschwche oder Herzinsuffizienz. Auf der Liste der zehn hufigsten Todesflle 2003 verzeichnet das Statistische Bundesamt Herzinsuffizienz auf Platz drei. 1,6 Millionen Menschen in Deutschland leiden an dieser Schwche, im Jahr erkranken rund 130.000 Menschen neu. Als Auslser dieser Krankheit gelten in 90 Prozent aller Flle Bluthochdruck und eine koronare Herzkrankheit. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen hngt der Krankheitsverlauf stark von der medizinischen Versorgung ab. Um den Krankheitsverlauf zu hemmen und die medizinische Versorgung der Patienten zu verbessern, starten die PHTS Telemedizin www.phts.de und die private Krankenversicherung Debeka www.debeka.de ein bundesweites Projekt. „Die Telemedizin verbessert die Lebensqualitt der Patienten und rechnet sich fr uns als Krankenversicherer, was letztlich allen Versicherten zugute kommt“, sagte Karl-Josef Maiwald, Debeka-Direktor bei der Bekanntgabe der Kooperation in Berlin . Die Vereinbarung sieht vor, dass die Patienten in festgelegten Intervallen Vitalparameter wie Blutdruck und Gewicht oder auch ein EKG an das Telemedizinische Zentrum von PHTS in Dsseldorf bermitteln. Diese Daten werden in einer elektronischen Patientenakte gespeichert. Weichen die Ergebnisse von festgelegten Grenzwerten ab, nehmen die Fachrzte und das medizinische Fachpersonal von PHTS Kontakt zum Patienten auf und leiten entsprechende Manahmen ein – gegebenenfalls bis hin zum Notfallmanagement. Der behandelnde Arzt ist dabei in das telemedizinische Konzept eingebunden. „So knnen Behandlung und Medikation schneller angepasst werden“, erklrte Professor Harald Korb, rztlicher Direktor von PHTS Telemedizin. Unabhngig davon werden die Patienten nach einem festgelegten Protokoll zu Lebensqualitt, Medikation, klinischer Symptomatik und zur Hufigkeit von Arztbesuchen und Klinikaufenthalten befragt. „Die bis heute vorliegenden Daten zeigen, dass durch den Einsatz der Telemedizin bei chronischer Herzinsuffizienz Lebensqualitt und Krankheitszustand der Patienten deutlich verbessert werden. Auerdem knnte die Zahl der Notarzteinstze, Klinikeinweisungen und Arztbesuche drastisch verringert werden und damit auch die jhrlichen Gesamtkosten fr die Betreuung eines einzelnen Patienten erheblich reduziert werden“, so Korb. Der Service des Telemedizinischen Zentrums stehe den Patienten tglich rund um die Uhr zur Verfgung. „Durch die schnellen Handlungsmglichkeiten ist die Telemedizin lebensrettend und verbessert in betrchtlichem Mae die Qualitt der Versorgung chronisch Herzkranker“, so Korb. Aus einer Patientenbefragung wei er, dass dies fr die Patienten auch Entspannung bedeute: Die Angst, dass Hilfe zu spt oder gar nicht kommt, werde genommen. „Die Sicherheit, dass man jederzeit sofort Hilfe per Telefon erhalten kann, macht das Leben leichter.“ Professor Christoph Nienaber, rztlicher Direktor der Klinik und Poliklinik fr Innere Medizin der Universitt Rostock www-kim.med.uni-rostock.de, hlt eine neue Betreuungssystematik im deutschen Gesundheitswesen fr dringend geboten. Man msse schneller auf Vernderungen des klinischen Zustandes reagieren. „Hufige Hospitalisierungen, lange Phasen von Arbeitsunfhigkeit sowie eine hohe Rate an krankheitsbedingter Erwerbsunfhigkeit haben erhebliche gesundheitskonomische und gesamtwirtschaftliche Konsequenzen. Alleine die direkten Kosten der stationren Behandlung herzinsuffizienter Patienten belaufen sich in Deutschland auf rund 2,7 Milliarden Euro pro Jahr. Der Hauptanteil dieser Kosten fllt nicht auf medikamentse Versorgung oder teure Interventionen, sondern vielmehr auf die zahlreichen Krankenhausaufenthalte herzinsuffizienter Patienten“, fhrte Nienaber aus. Dem Krankenhausreport 2005 sei zu entnehmen, dass bei insgesamt rund 240.000 stationren Aufnahmen pro Jahr, die durchschnittliche Verweildauer herzinsuffizienter Patienten aktuell noch immer mehr als 14 Tage betrgt. „Werden Patienten konsequent telemedizinisch berwacht und gesundheitsrelevante Daten engmaschig und lckenlos erfasst, wird eine optimale Therapiefhrung und –steuerung des Patienten ermglicht. Das fhrt zu einer hochsignifikanten Abnahme der Krankenhauseinweisungen um etwa 55 Prozent, die Liegedauer verringert sich um 60 Prozent und die Anzahl der Arztkontakte um etwa 70 Prozent“, so das Fazit von Nienaber.
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