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MP3-Erfinder prognostiziert Fernsehen zum Riechen, Tasten und Schmecken

(PM) , 05.08.2008 - Professor Brandenburg: In Deutschland fehlt Wagniskapital fr Innovationen

Halle (Saale)/Wiesbaden - Medien werden in Zukunft alle Sinne ansprechen. Das prognostiziert MP3-Erfinder Professor Karlheinz Brandenburg im Interview mit dem Web-TV-Sender von forward2business in Halle. „Es wird in Zukunft eine Umgebung geben, die einen fesselt und einfngt indem sie alle Sinne anspricht.“ Mit ihr knne der Nutzer aber auch interagieren, so es gewnscht sei. Brandenburg ist Leiter des Fraunhofer-Instituts fr Digitale Medientechnologie www.idmt.fraunhofer.de in Ilmenau (Thringen) und beschftigt sich mit Audio- und Videotechnologien der Zukunft. „Im Audiobereich gibt es erste Produkte, die diese Vision verwirklichen“, sagt Brandenburg.. Die natrlichen und isothetischen Welten werden seiner Meinung nach immer mehr verschwimmen. Darum werden Informationen schon bald an jedem beliebigen Ort in passender Qualitt zu bekommen sein.

Zukunftschancen hat nach seinen Prognosen auch die Sprachtechnologie. „An vielen Stellen ist sie schon da und die Leute haben es blo noch nicht so bewusst wahrgenommen. Also ich gehre zu den Leuten, die das ganz simpel arbeitende Wordspotting zur Sprachwahl im Handy ganz regelmig nutzt. Ich finde es sehr ntzlich, wenn ich dem Handy sage, wen ich sprechen will“, so Brandenburg, der seine Thesen als Hauptredner des Branchenkongresses Voice Days www.voicedays.de zum Thema „Wie Innovationen Mrkte machen“ im Oktober darlegen wird.

Alle diese Technologien wrden nach seiner Erfahrung einen mhsamen und langsamen Verbesserungsprozess zurcklegen. „Ich habe schon vor langer Zeit, als ich bei Bell Labs damals gearbeitet habe und sozusagen direkt neben den Leuten sa, die Spracherkennung gebaut haben, von Hidden Markow-Modells gehrt und diesen Dingen. Damals wurde schon gelstert, die Spracherkennung ist der Bereich, der jedes Jahr die Erkennungsgenauigkeit von 94 auf 97 Prozent steigert. Das ist nicht wirklich anders geworden. Wenn das Wordspotting langsam unabhngiger wird von den Sprechern und damit das Training wegfllt, oder das Training so passiert, dass die Leute berhaupt nicht merken, dass sie die Gerte trainieren, und hnliche Fortschritte, dann wird es einen Triggerpunkt geben, ab dem die groe Verbreitung einsetzt, obwohl es vorher den Eindruck gab, als wrde das nur ganz mhsam vorankommen“, so Brandenburg gegenber dem Fachdienst Voice Community www.voice-community.de.

Parallelen erkennt er beim hochauflsenden Fernsehen. „Da habe ich die erste Demo im Jahre 1990 gesehen und war begeistert. Wenn das zu gnstigen Kosten geht, dann wollen das alle, da war ich sicher. Heute sind wir den Durchbruch noch nicht geschafft. Es fehlen die Programme, nachdem es viele Gerte schon gibt, die das haben. Aber es wird kommen. Das ist auch so eine Stelle mit einem Triggerpunkt“, erklrt Brandenburg.

Ein anderes Beispiel sei die Frage der Bildkommunikation. Frher habe man nur Gerte eingesetzt, die teuer waren und nicht viel an Qualitt geliefert haben. „Heute habe ich einfach immer mehr Bildschirme und Laptops, die automatisch die Kamera mit drin haben, und Handys, die die Kamera mit drin haben. Und bei Skype ist es mittlerweile eine ganz simple Funktion, zu sagen, ich will den anderen auch sehen. Ich denke, wir werden in den nchsten zwei, drei Jahren feststellen, dass das Stckchen um Stckchen mehr verwendet wird. Ob das, wie mal die Science Fiction-Vorhersagen waren, der Normalfall wird beim Telefonieren, kann man noch nicht beantworten“, resmiert Brandenburg. Kritisch beurteilt er das Innovationsklima in Deutschland. Es sei zwar leichter geworden, Innovationen zur Marktreife zu bringen. „Aber nach wie vor ist es bei uns schwierig, dass ntige Wagniskapital aufzubringen. In den USA gibt es zehnmal so viel“, resmiert Brandenburg.
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