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Konjunkturkredite statt schuldenfinanzierte Ausgabenprogramme

(PM) , 31.07.2009 - Mittelstand braucht kurzfristig Betriebsmittelfinanzierung

Berlin, 31. Juli 2009, www.ne-na.de - Der Finanzexperte Prof. Ulrich van Suntum hlt nichts vom Plan des Bundesfinanzminister Peer Steinbrck, die Banken zur Kreditvergabe an Unternehmen notfalls zu zwingen: "Das funktioniert nicht", schreibt van Suntum im konomenBlog www.oekonomenblog.de der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Statt Zwang setzt der Direktor des Centrums fr angewandte Wirtschaftsforschung der Universitt Mnster auf spezielle „Konjunkturkredite", deren Zinssatz an das Wirtschaftswachstum gekoppelt ist. Das Kernproblem der Kreditklemme ist die fehlende Liquiditt der Unternehmen. Die Banken parken das Geld bei den Zentralbanken, weil sie Angst haben, Kredite an die Wirtschaft zu geben. Obwohl die Zentralbankzinsen historisch niedrig sind, bleiben Unternehmenskredite teuer und sind schwer zu erhalten. Wichtig wre, die Unternehmen von dem Illiquidittsrisiko zu entlasten, ohne ihnen damit das normale unternehmerische Risiko abzunehmen. Van Suntums Vorschlag: spezielle Konjunkturkredite, deren Zinssatz an das Wirtschaftswachstum und den langfristigen Realzins gekoppelt ist. In wirtschaftlichen Schwchezeiten lge dieser Zins unter den normalen Kreditkonditionen, in Boomphasen darber.

Van Suntum: "In der aktuellen Krise wrde den Unternehmen sogar ein Negativzins von derzeit etwa 2 Prozent ausgezahlt werden, statt sie wie derzeit mit zirka 6 Prozent belasten." Die Zentralbank msste hierzu eine entsprechend gnstige Refinanzierung anbieten. Das verringere zwar knftige Zentralbankgewinne und belaste indirekt auch die ffentlichen Haushalte: "Dieses Keynes 2.0 Modell ist ungleich billiger als schuldenfinanzierte Ausgabenprogramme". Die aktuellen Konjunkturprogramme bekmpfen nur die Symptome und nicht die Ursachen der Krise.

Sofortmanahmen zur Sicherung der Mittelstandsfinanzierung fordert der Prsident des Bundesverbands mittelstndische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven: „Angesichts des dramatischen Rckgangs des Kreditvolumens um 35 Milliarden Euro an Unternehmen im Euro-Raum allein im Juni gegenber Mai dieses Jahres muss die Politik unverzglich handeln. Sonst droht durch die restriktive Kreditpolitik der Banken zehn Tausenden Klein- und Mittelbetrieben die Insolvenz.“

Der Mittelstandsprsident schlgt deshalb als ersten Schritt vor, die Haftungsbernahme durch die KfW bei Betriebsmittelfinanzierungen von derzeit bis zu 50 Prozent auf 80 Prozent zu erhhen. „Wenn sich die Kreditklemme weiter verschrft, sollte das Hausbankenprinzip befristet auer Kraft gesetzt werden. Damit erhielte die KfW die Mglichkeit, Kredite auch direkt an Unternehmen zu vergeben“, erlutert Ohoven.

Er fordert ferner, den Ermessensspielraum der Finanzmter gegenber notleidenden Betrieben zu erweitern. Steuerstundungen sollten bis zu einer Jahreszahlung auf Antrag sofort genehmigt werden knnen. Bei der Mittelstandsfinanzierung sei Gefahr im Verzug, betont Ohoven. „Die Bundesregierung darf nicht erst bis zu dem geplanten Treffen mit Bankenvertretern am 1. September warten, sondern muss jetzt aktiv werden.“

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