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KI-Forscher Wahlster: „Web 3.0 ist eine Antwortmaschine" - Zugriff auf das vernetzte Weltwissen soll verbessert werden

(PM) , 10.06.2008 - Dresden - „Das Web 3.0 ist das Web 2.0 plus semantische Technologien“. Das sagte Professor Wolfgang Wahlster nach einem Bericht des Fachdienstes silicon.de www.silicon.de beim dritten Zukunftsforum in Dresden www.dresdner-zukunftsforum.de. Es gehe nicht mehr um die Suche nach Informationen, sondern um die Beantwortung konkreter Fragen. Die aktuellen Suchlsungen seien limitiert. So knne nur nach Stichworten gesucht werden, der Kontext einer Anfrage werde nicht bercksichtigt. Eine Suche nach komplexen Dokumenten sei nicht mglich.

Mit dem Web 3.0 verwandeln sich die Suchmaschinen dagegen in Antwortmaschinen, so Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums fr Knstliche Intelligenz (DFKI) und Schirmherr der Voice Days www.voicedays.de in Wiesbaden. Das Web-2.0-Dilemma will Wahlster ausrumen, indem so genannte Ontologien (Begriffssysteme) in die Web-3.0-Seiten eingebunden werden. „Ldt ein Anwender dann Fotos seines Golf-Kurses in Flickr, wird ihm eine Dialogbox angezeigt - mit der Frage: ‚Welchen Golf meinen Sie?', und Antworten zum Anklicken, etwa ‚Sportart', ‚Auto', ‚Urlaub'. So werden die Objekte einer Webseite mit Informationen zu den Inhalten angereichert“, berichtet silicon.de.

Beim Web 3.0 knnten nach Erkenntnissen von Wahlster viele semantische Anwendungen kombiniert werden, um eine komplexe Frage zu beantworten oder einen Service anzubieten. So knne ein Autofahrer unterwegs den Bord-Computer mit Internetzugang fragen: „Wo gibt es das gnstigste Benzin?" Im Hintergrund arbeiten dann GPS und eine Software fr die semantische Informationsverarbeitung zusammen, um die Websites der Tankstellen in der Umgebung abzufragen, den besten Preis zu ermitteln und den Weg zur Tankstelle anzuzeigen. Eine andere Web-3.0-Lsung: Ein Handy-Nutzer sieht auf der Strae ein Kino-Plakat. Er fotografiert das Plakat und fragt die Web-3.0-Anwendung: „Wo und wann kommt der Film?" Die Antwort werde in Sekundenschnelle geliefert und der Weg zum nchstgelegenen Kino angezeigt.

Viele Informationen wrden bereits strukturiert vorliegen, wie Fahrplaninformationen, Telefonnummern, Sportergebnisse, bewertete Restaurants und sonstige Adressen. „Was fehlt, ist eine Art Yahoo des ‚Voicewebs', ber das sich jeder personalisiert seine gewnschten Angebote zusammenstellen und ber Sprache oder Multimodale Interfaces abfragen kann“, so Lupo Pape, Geschftsfhrer von SemanticEdge www.semanticedge.de im Gesprch mit NeueNachricht.

Dialogsysteme seien nach seiner Auffassung am besten geeignet, den Zugriff auf das vernetzte Weltwissen zu verbessern: „Wie hufig htten wir gerne im Alltag genaue Informationen zu Sportergebnissen, Telefonnummern oder Adressen. Unendlich viele Dinge, die wir, wenn wir gerade im Internet wren sofort ‚er-googlen' wrden. Da das aber in der Freizeit und von unterwegs selten der Fall ist und der Zugriff ber das Handy mit Tastatur oder Touchscreen zu mhselig ist, verzichten wir meistens darauf, unseren Wissenshunger sofort zu stillen. Anders wre es, wenn wir mit einfachen gesprochenen Suchbefehlen unsere Anfrage starten und die Suche dann bei Bedarf eingrenzen knnten, genauso, wie wir es derzeitig mit der PC-Tastatur und der Maus tun und das ganze jederzeit und von jedem Ort aus", so Pape.

Das Web 3.0 erffne auch nach Ansicht von Voice Days-Sprecher Bernhard Steimel, Sprecher Voice Days, eine Vielzahl neuer Anwendungen: „Fr Call Center, fr die Gemeinde der ‚Wissensarbeiter’ und natrlich fr Endverbraucher, die sich auch ohne Computer ungehinderten Zugang zu den Informationen des Internets wnschen“, resmiert Steimel.
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