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Gezerre um Sportwetten stimmt Experten sarkastisch – „Hetzjagd auf Wettanbieter“ durch „staatliche Steuerabzocker“

(PM) , 31.07.2006 - Bonn/Dsseldorf – Der deutsche Sportwettenmarkt steckt noch in den Kinderschuhen. Die Papiere der Sportwettenanbieter weisen zum Teil krftige Kursgewinne auf, doch die unklare Rechtslage bremst die Entwicklung. Auerdem seien viele Werte noch zu klein, so die Analyse der Financial Times Deutschland (FTD) www.ftd.de. Bis auf weiteres sei nur eine Hand voll deutscher Anbieter an der Brse. Die FTD nennt die Lottoannahmestellen Tipp 24 www.tipp24.de, Fluxx www.fluxx.de, Sportwetten.de www.sportwetten.de und Stratega-Ost www.stratega-ost.de. „Solange die Rechtslage nicht geklrt ist, wird das auch so bleiben“, analysiert der auf Wettfirmen spezialisierte Unternehmensberater Jens Leinert www.leinert.com. Anders sei die Lage im Ausland. Die Buchmacher und Wettanbieter aus Grobritannien gelten schon jetzt als sichere Investments: „Unternehmen wie Sportingbet, William Hill und Ladbrokes sind so gut wie Blue Chips.“ Am 28. Mrz 2006 verkndete bekanntlich der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts sein Urteil ber die Vermittlung von Sportwetten. Zunchst solle dies ein Privileg des staatlichen Monopolisten Oddset www.oddset.de bleiben. 2007 soll der Gesetzgeber den Sportwettenmarkt dann endgltig regeln. In der Zeitschrift Focus-Money www.focus-money.de schreibt Oliver Janich von einer „Hetzjagd auf Wettanbieter“: „Hinter Ihnen steht schon ein Polizist, der Ihnen eins ber die Rbe zieht. Wetten sind illegal! Auer der Staat selbst bietet sie an. Das finden Sie krank? Willkommen bei den geistig Gesunden!“ Wie derzeit mit den Anbietern von Sportwetten umgegangen werde, spotte jeder Beschreibung. „In deutschen Grostdten rcken Hundertschaften bewaffneter Polizisten aus, um – seit neuestem – illegale Wettbros zu schlieen. In den USA werden die Vorstnde von Internet-Wettbros unter Berufung auf ein Mafia-Gesetz verhaftet. Das unmenschliche Verbrechen: Sie bieten unbescholtenen Brgern, die wetten wollen, Quoten an“, so Janich sarkastisch. Der wahre Grund diesseits und jenseits des Atlantiks sei aber, dass der Staat das Geschft selber machen wolle: „Das ist so unmoralisch, dass selbst mir die Worte fehlen. Dennoch bleiben die entsprechenden Aktien unter Druck, solange die staatlichen Steuerabzocker ihr Unwesen treiben.“ Dass das Staatsmonopol – Moral hin oder her – auf Dauer nicht zu halten sein wird, erkennt jetzt auch die Mainzer Landesregierung und passt die eigene Meinung zu den Sportwetten an die Realitt an. Nach einem Bericht der Rhein-Zeitung www.rhein-zeitung.de rechnet die SPD-Regierung in Rheinland-Pfalz nicht mehr damit, dass das staatliche Sportwetten-Monopol von Oddset auf Dauer zu halten sei. Daher drnge sie darauf, die Lotto-Gesellschaften fr den Wettbewerb mit privaten Anbietern fit zu machen. Aus Sicht von Martin Stadelmeier, Chef der Mainzer Staatskanzlei, werde das Monopol an europarechtliche Grenzen stoen und sei auch gegen auslndische Internet-Angebote nicht mehr durchsetzbar. Bisher seien in Rheinland-Pfalz 31 von 113 Bros geschlossen worden. Bislang habe der Staat auch gut am Monopol verdient: Im vergangenen Jahr habe das Bundesland satte 200 Millionen Euro an Steuern und Abgaben verbuchen knnen. Denn von jedem Lotto- oder Oddset-Euro erhielten die Lnder mehr als 30 Cent an Steuern und Konzessionsabgaben. „Auch wenn der Staat hin und wieder noch seine Muskeln spielen lsst, gehe ich wie viele andere Experten davon aus, dass es im nchsten Jahren zu einer kontrollierten Liberalisierung des deutschen Wettmarktes kommen wird. Dann wird das bisweilen bizarre Vorgehen gegen all diejenigen, die das Staatsmonopol bedrohen, in der Rckschau nur noch unangemessen und lcherlich wirken. Allerdings hilft das den deutschen Anbietern jetzt noch nichts. Die rechtliche Ungewissheit drckt die Kurse und wirkt sich letztlich geschftsschdigend aus. Ich rate allen Parteien, jetzt die Ruhe zu bewahren. Deutschland braucht halt bei Reformen immer etwas lnger, und so ist es auch beim Sportwettenmarkt“, kommentiert Helmut Srtenich, Vorstandschef der Stratega-Ost Beteiligungen AG www.stratega-ost.de in Dsseldorf.
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