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KUHN SPEZIALISTEN FR FILIALISTEN
Pressemitteilung

Rendite-Wirkungen der Mehrwertsteuer-Erhöhung im Mittelstand

(PM) , 10.01.2007 - Inhalt: • Erosion der Rentabilitt durch MwSt – Erhhung im mittelstndischen Filialhandel • Verfall der Renditen durch MwSt – Erhhung – eine detailliertere Untersuchung • Empfehlungen zur Erls- und Ertragsverbesserung Die Erhhung der Mehrwertsteuer ist fr das Kaufverhalten eine Hrde, bei der eine Eintrbung der mittelstndischen Filialhandelsumstze nicht auszuschlieen ist. Die schon traditionell niedrigen Umsatzrenditen drften weiter unter Druck geraten mit Folgen fr die gesamte Rendite. Wie aktuelle KUHNstudien zeigen, hat der Filialhandel Preiserhhungen bisher nur zgerlich vorgenommen. Doch wird sich das ndern, weil die Renditen unzureichend sind und noch knapper werden, wenn neue „Preisrunden“ den Markt bestimmen. Weiterer Druck kommt aus der Tatsache, dass rationalisierte Verkaufsformate mit Service-leistungen werben und selbst Standorte in Eins A Lagen belegen. Auch vergrern sich bei Fachmrkten immer mehr die diskontierenden Elemente eines Verkaufsformats, was in dem Mae am Gewinn zehrt wie der „Discounter um die Ecke“ als rtlicher Nahversorger weiter an Boden gewinnt. Ferner mssen neben der Mehrwertsteuererhhung steigende Sach- und Personalkosten verarbeitet, neue ffnungszeiten bedient werden. Soll der Konsument einerseits - nicht wie bei der Euroeinfhrung - die falschen Preissignale erhalten und enttuscht werden, nimmt andererseits die Unsicherheit ber die betriebs-wirtschaftliche Notwendigkeit im Filialhandelsmanagement zu. Der folgende Beitrag beschreibt deshalb exemplarisch die Wirkung der Mehrwertsteuererhhung unter Beachtung der gegenwrtigen Rahmenbedingungen. Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang auch darauf, dass die derzeitige mehrwert-steuerliche Behandlung von Verzehrsumstzen bei Filialisten im Handel und im Ernhrungs-handwerk sowie in der Fast-Food-Branche Risiken in sich birgt, weil oft nicht korrekt zwischen „Auer-Haus-Umstzen“ beziehungsweise „In – Haus – Umstzen“ unterschieden wird. Deshalb drohen Nachforderungen der Finanzverwaltung und verschrfen die Mehrwertsteuerproblematik fr Vergangenheit und Zukunft. Das Handlungsspektrum fr den Filialhandel wird aber auch dadurch beeinflusst, dass es bereits Leistungsversprechen von Mitbewerbern im Markt gibt, die diese mit dem Slogan „die Mehrwertsteuererhhung bernehmen wir“ national massiv bekannt machten. Es ist davon auszugehen, dass es mit geringen Ausnahmen nicht gelingen wird, die Mehrwertsteuer- erhhung durch eine „schleichende“ Anpassung der Preise fr die restlichen Monate des Jahres abzufedern. Der Wettbewerbsdruck ist dafr zu hoch. An der Entwicklung der kurzfristigen Erfolgsrechnung einer Groflche wird deutlich, dass bessere Ergebnisse mit traditionellen Mitteln kurzfristig kaum zu erreichen sind. Die Lsung der Probleme „Groflche“ liegen tiefer als bisher vermutet. Bei den dargestellten Daten handelt es sich um “echte“ Zahlen in dem Sinne, dass Auswertungen verschiedener Einheiten dieses Vertriebstyps konsolidiert und gemittelt wurden: Abb. 1 Situation vor der MwSt – Erhhung 2006 EUR Bruttoerlse 7.450.000 -Mehrwertsteuern 960.305 = Nettoerlse 6.489.695 - Wareneinsatz 3.848.389 + Warenbezugskosten 97.364 = Handelsspanne (Netto-Rohertrag) 2.543.941 - Personalkosten 594.000 = DB 1 1.949.941 - Sachkosten 1.287.000 - Geldkosten 79.200 - Afa 400.000 = DB 2 183.741 + Ertrge = Operatives Ergebnis (EBIT) 183.741 Die MwSt ergibt sich als Mischsatz aus vollem und reduziertem Satz (wegen Gartenmarkt) und betrgt 14,8% bezogen auf die Nettoerlse. Mieten sind in den Sachkosten enthalten; die Einrichtung hat einen Anschaffungswert von EUR 4 Mio. und wird ber einen 10 – Jahreszeitraum abgeschrieben. Der Warenbestand betrgt TEUR 960. Die Umsatzrendite (operatives Ergebnis auf EBIT – Basis zu Nettoerlsen) errechnet sich als 2,83 %. Die Kapitalrendite bei vollstndiger Eigenkapitalfinanzierung liegt bei 4,31% und bei ca. 4%, wenn EUR 2 Mio. Fremdkapital fr die Finanzierung eingesetzt werden. Wir betrachten diese Verhltnisse in diesem Segment als typisch – in den Zahlen reflektieren sich das Flchenberangebot und der Preisdruck von berregional agierenden Filialisten. Die Wirkung der MwSt – Erhhung soll an folgender Konstellation dargestellt werden: 1. Die Bruttoumstze erhhen sich 2007 nicht 2. Der MwSt – Aufwand betrgt 17,2% bezogen auf die Nettoerlse und erhht sich damit um ca. 14% 3. Die Bruttopreiserhhung kann nicht durch niedrigere Einstandspreise kompensiert werden. 4. Sowohl Sachkosten als auch Personalkosten werden nicht angepasst. Diese vergleichsweise milden Annahmen fhren beim einem Verkaufsformat mit hohem Sortimentsanteil von voll besteuerten Artikeln zu folgendem Bild: Abb 2 Situation nach MwSt – Erhhung 2007 EUR Bruttoerlse 7.450.000 -Mehrwertsteuern 1.093.347 = Nettoerlse 6.356.653 - Wareneinsatz 3.769.495 + Warenbezugskosten 95.368 = Handelsspanne (Netto-Rohertrag)2.491.789 - Personalkosten 594.000 = DB 1 1.897.789 - Sachkosten 1.287.000 - Geldkosten 79.200 - Afa 400.000 = DB 2 131.589 + Ertrge = Operatives Ergebnis (EBIT 131.589 Der Verlust an Rohertrag in Hhe von rd. TEUR 52 setzt sich wegen der gewhlten Annahmen in einer gleich hohen Ergebnisreduzierung fort uns senkt die Umsatzrendite auf 2,07%. Die Kapitalrendite (bei vollstndiger Eigenfinanzierung) sinkt von 4,31% auf 3,09 %. Werden zur Finanzierung des Geschfts EUR 2 Mio. Fremdmittel eingesetzt, betrgt die Kapitalrendite bei Fremdfinanzierung nur noch 2,02%. Nehmen wir an, der Mittelstndische Filialist reagiert mit Manahmen des inventory Managements und fhrt die Warenbestnde von TEUR 960 auf TEUR 800 herunter, so ergibt sich auf EBIT – Ebene keine Vernderung – allerdings nimmt die Kapitalrendite auf Ebitbasis geringfgig zu: nmlich von 3,09% auf 3,21%. Der Verlust an Kapitalrendite von 4,31% auf 3,09% bringt die Rentabilitt des Filialgeschfts in die Grenordnung von Zinsen auf Festgeld – damit werden nicht annhernd die Renditeanforderungen an unternehmerisch eingesetztes Risikokapital erfllt. Die Aufnahme von Krediten wird bei einer Kapitalrendite von rd. 3% nur in Ausnahmefllen mglich sein, denn eine Kapitalrendite, die unter dem Zinssatz von Fremdkapital liegt, verschlechtert die ohnehin schwachen Aussichten auf eine Kredit. Das Filialgeschft wird nach unserer Erwartung strksten Belastungen ausgesetzt sein: Tatschlich wrde die MwSt – Erhhung verbunden mit einem Umsatzverlust (intern mit 5% der Bruttoerlse angenommen) zu einem Zusammenbruch der Kapitalrendite auf nahezu Nullniveau fhren. Die Hoffnungen knnen sich also nur auf ein Wachstum der Bruttoerlse im Verlauf des Jahres 2007 richten. Als Folge lngerfristig stagnierender Bruttoerlse wird die weitere Erosion der Groflchen-Landschaft unvermeidlich sein – egal, ob innerstdtisch oder auf der grnen Wiese. Was kann der mittelstndische Filialist tun? Statt Geld auszugeben, wird es wohl auch auf absehbare Zeit so sein, dass die Menschen ihr Geld horten und mglichst gewinnbringend anlegen beziehungsweise ausgeben. Sie investieren es dort, wo es viel dafr gibt. Dem lsst sich mit noch mehr Detailarbeit zur Verbesserung der Verkaufsformate, aber auch durch einen anderen Mix beim Faktoreinsatz begegnen. Erfahrungsgem bieten die Sachkosten allein keine weitreichenden Kostensenkungs-potentiale fr den wirtschaftlichen Erfolg. Eine nicht nur reaktive Vorgehensweise liegt im Verbessern der Kernleistung, der Kundenbindung, im Optimieren der Prozesse, der Preispolitik und dem Anwenden eines aktiven Preismanagements in dessen Mittelpunkt die Gewinntreiber Preis, Menge und Kosten stehen. Vielfach ist bei stationren Mittelstands-Filialen das Preisvertrauen labil. Zweifel kommen auf, ob der gewohnte Vertriebstyp gengend Umstze anziehen wird, denn das Kundenverhalten ndert sich weiter. Online-Vertriebsformen erlauben ein 24 stndiges Einkaufserlebnis, Discounter drngen in Artikelgruppen traditioneller Sortimente. Preisvergleiche im Internet nehmen zu. Jeder verkauft alles, Shopping wird als Freizeit-aktivitt beliebter und die Kombination von Katalog, Internet und stationrem Handel attraktiver denn je. Damit wird das Filialgeschft multioptional: Vor diesem Hintergrund drften zustzliche Manahmen auf den Feldern EDV, Kommunikation, „berholung des Layouts“ und andere Manahmen traditioneller Prgung nur bedingt zur Attraktivittsverbesserung dienen, welche die Kundenfrequenz strkt. Zur nachhaltigen Renditeverbesserung ist ein tiefergehendes Handeln statt Aktionismus notwendig – auch wegen steigender Zinsen fr Fremdkapital. Trends sind Themen- und Mehrwertkonzepte rund um das gesamte Zeit- und Geldbudget der Konsumenten, vornehmlich in den Service-, Energie-, Freizeit-, Gefhls- und Gesundheitsmrkten. Notwendig ist eine noch genauere Zielgruppenorientierung bei starker Differenzierung in Angebot, Verfgbarkeit, Preisen, Vor- und Nachkauf-Service. Preissensibilitt und Qualittsanspruch der Konsumenten bleiben zwar dominant, doch immer besser informierte Nachfrager bieten vielfache Mglichkeiten, um daraus etwas Profitables zu machen. Beispielsweise stellen sich Erlse und Ertrge ganz anderer Art ein, wenn man die Entwicklung bei den Waren- und Serviceanteilen der Kassenbons zum Ausgangspunkt „branchenfremder“ berlegungen macht oder ber ganz neue Verkaufs-formate nachdenkt. An den wachsenden Konsumausgaben fr Dienstleistungen, egal ob on- oder offline, kann der Mittelstands-Filialist mit Wachstum, Bonitts- und Liquidittsverbesserungen partizipieren, ohne sich in mehr Verkaufsflche zu flchten.
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