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Gesucht und nicht gefunden – Ingenieurmangel in Deutschland

(PM) , 07.06.2006 - Bonn/Hamburg – Auf den ersten Blick passen diese Nachrichten nicht zusammen: Deutschland hat rund 4,5 Millionen Arbeitslose und trotzdem ist es in einigen Sparten schwer, offene Stellen zu besetzen. Nach Angaben des Vereins deutscher Ingenieure (VDI) www.vdi.de sind zurzeit 18.000 Ingenieurstellen frei. Jngst machte der Fall des Flugzeugbauers Airbus www.airbus.com Schlagzeilen. Da das Geschft brummt, will Airbus noch in diesem Jahr 1.250 neue Mitarbeiter einstellen, 850 davon in Hamburg. Die Hlfte davon habe er schon gefunden, rund 600 Mitarbeiter suche er noch, lie der Deutschland-Chef von Airbus, Gerhard Puttfarcken, verlauten. Puttfarcken beklagte die mangelnde Flexibilitt deutscher Ingenieure, die oft noch nicht einmal bereit seien, von Sd- nach Norddeutschland umzuziehen. Um einen drohenden Engpass zu berwinden, werde man auch im Ausland nach geeigneten Kandidaten auf die Suche gehen. Die uerungen des Airbus-Chefs fielen auf ein zwiespltiges Echo beim VDI. Sie zeigten, dass Ingenieure am Arbeitsmarkt stark gefragt seien, sagte VDI-Direktor Willi Fuchs. Allerdings drfe die „Schuld“ an daran, dass so viele offene Stellen nicht besetzt werden knnten, nicht allein bei dieser Berufsgruppe abgeladen werden. „Zu wenig junge Menschen beginnen heute ein Ingenieurstudium“, so Fuchs. „Um international konkurrenzfhig zu bleiben, mssen wir mehr junge Menschen als bisher fr den Ingenieurberuf begeistern“. Geschehe das nicht, setze Deutschland seine Wettbewerbsfhigkeit aufs Spiel. Die Zahl der offenen Stellen sei allein in den vergangenen zwlf Monaten um 30 Prozent gestiegen. „Gegenseitige Schuldzuweisungen fhren zu nichts“, meint Udo Nadolski, Geschftsfhrer des Dsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash www.harveynash.de. Er gewinnt Puttfarckens „Hilferuf“ aber etwas Positives ab: „ber die Situation bei Airbus ist in den Medien stark berichtet worden. Vielleicht lenkt dies wieder den Blick darauf, dass das Interesse der Schlerinnen und Schler an naturwissenschaftlichen Fchern immer strker zurckgeht. Hier ist der eigentliche Grund fr den Nachwuchsmangel bei technischen Fchern zu sehen. Oft begegnen gerade auch die Pdagogen, die junge Menschen fr neue Technologien begeistern sollten, den Bio-, Gen- und Informationstechnologien sowie den technischen angelegten Studiengngen und Berufen mit Ablehnung, kulturkritischer Skepsis oder Spott. Wenn Deutschland zu wenig Schler hat, die Mathematik, Physik oder Chemie als Leistungskurs oder Abiturfach haben, dann muss man sich ber zu wenig Ingenieure gar nicht erst beklagen.“ Doch auch die Wirtschaft ist nicht ganz unschuldig an der gegenwrtigen Misere. Jahrelang haben Konzerne wie Daimler-Chrysler, Siemens oder Bayer ihre Forschungsausgaben zurckgefahren. Zurzeit haben sie gerade einmal das Niveau der spten achtziger Jahre erreicht, schreibt Spiegel Online www.spiegel.de.
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