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Existenzsicherer sind keine guten Unternehmer – „Global Entrepeneurship Monitor“ in Berlin vorgestellt

(PM) , 05.04.2006 - Bonn/Berlin – In Deutschland gibt es eine gute Frderinfrastruktur, aber keine Kultur der Selbstndigkeit. Wie die Autoren des neuen „Global Entrepeneurship Monitors“ (GEM) schreiben, hapert es vor allem bei der Bereitstellung von Eigen- und Fremdkapital durch Beteiligungsgesellschaften, Banken und Sparkassen. Die Studie analysiert jhrlich das Grndungsgeschehen im internationalen Vergleich. Mehr als 100.000 Brger in 35 Lndern wurden dazu von rund 1.300 Grndungsexperten befragt. Das Institut fr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) www.iab.de, die KfW Bankengruppe www.kfw.de sowie das Institut fr Wirtschafts- und Kulturgeographie der Universitt Hannover www.wigeo.uni-hannover.de stellten den GEM jetzt in Berlin vor. Die befragten Experten stellen den deutschen Schulen ein vernichtendes Urteil aus: Die Behandlung der Themen Unternehmertum und Existenzgrndung sei vllig unzureichend. Generell sei die Kultur der Selbstndigkeit hier zu Lande nur schwach ausgeprgt. Michael Mller, Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelstndische Wirtschaft (BVMW) www.bvmwonline.de und Geschftsfhrer der in Neuss und Potsdam ansssigen a & o-Gruppe www.ao-services.de, wundert sich nicht ber diesen Befund: „Es gibt den alten Spruch: Was Hnschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Der besttigt sich hier. Wenn junge Leute in der Schule Marx statt Erhard lesen, in Fernsehserien oft ein falsches Bild vom Arbeitsleben vermittelt wird und Unternehmer nur als Ausbeuter und Raffkes prsentiert werden, berrascht es nicht, dass viele Schler, Auszubildende und Studenten keine unternehmerische Geisteshaltung mitbringen.“ Die Bildungseinrichtungen drften ihr Ziel nicht nur darin sehen, die jungen Menschen fr den ffentlichen Dienst oder Angestelltenpositionen fit zu machen. „Wir diskutieren momentan intensiv ber die Generation Praktikum. Auch wenn Frauen und Mnner mit einer guten Ausbildung heute immer noch berdurchschnittliche Chancen haben, eine Vollzeitstelle zu erhalten, darf man die Augen nicht vor der Tatsache verschlieen, dass Selbstndigkeit und Flexibilitt immer wichtiger werden. Es kann eben auch eine gute Option fr einen Hochschulabsolventen sein, ein eigenes kleines Unternehmen zu grnden. Wer in der Schule keinen Sinn dafr vermittelt bekommen hat und aus der Not heraus eine Ich-AG anmeldet, der hat allerdings schlechte Karten“, so der Wirtschaftssenator. Es ist daher nur folgerichtig, dass die Deutschen im internationalen Vergleich sehr pessimistisch sind, was Grndungschancen anbelangt. Beim Anteil potenziell wachstumsstarker Grndungen liege Deutschland im Mittelfeld und damit besser als bei den Grndungen insgesamt, so die Studie. Ostdeutsche seien bei den potenziell wachstumsstarken Grndern berproportional vertreten, Frauen dagegen unterreprsentiert. Bei der politischen Untersttzung potenziell wachstumsstarker Grndungen belege Deutschland immerhin einen Platz im vorderen Drittel. Die Grndungsquote in Deutschland ist insgesamt auch deshalb gestiegen, weil Grndungen aus komischer Not weiter zugenommen haben. Allerdings schaffe der klassische Unternehmertyp, der nach Unabhngigkeit strebe, eine Idee verwirklichen und dabei ein hohes Einkommen erzielen wolle, in der Regel mehr Arbeitspltze als der aus Mangel an Alternativen zum Unternehmer gewordene Existenzsicherer.
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