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Deutsche Umwelthilfe: „PET-Einwegflaschen sind eine Pest“

(PM) , 29.07.2008 - Handel soll Verkauf von chemisch belastetem Billig-Mineralwasser einstellen – Getrnkewirtschaft fordert nderung der Dosenpfandregelung

Ungewhnlich hohe Verunreinigungen der Chemikalie Acetaldehyd beeintrchtigen Mineralwsser in Kunststoff-Einwegflaschen, wie eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest belegt. Besonders bei den billigen Mineralwssern der Discounter seien die Lebensmittelchemiker fndig geworden. „PET-Einwegflaschen sind eine Pest. Mit ihrer Herstellung werden wertvolle Rohstoffe zum einmaligen Gebrauch verschwendet, die Produktion und Entsorgung belasten erheblich die Umwelt, die Kohlendioxid-Bilanz ist gegenber Mehrweg verheerend und nun stellt sich auch noch heraus, dass der Verbraucher ein mit unerwnschten Chemikalien angereichertes Produkt in den PET-Flaschen angedreht bekommt“, kritisiert Jrgen Resch, Bundesgeschftsfhrer der Deutschen Umwelthilfe (DUH) www.duh.de.

Die Stiftung Warentest hat 30 Mineralwsser in PET-Einweg und Mehrweg-Flaschen getestet und wurde schnell fndig. In zehn PET-Einwegflaschen fanden die Analytiker groe Mengen an Acetaldehyd. Es verdirbt bei geschmackssensiblen Produkten wie Mineralwasser schon in sehr kleinen Mengen den Geschmack, weshalb eine Geschmacks- oder Geruchsvernderung von Getrnken in PET-Flaschen verboten ist. Die Hersteller sind nach geltenden Richtlinien daher dazu verpflichtet, den bergang der Chemikalie Acetaldehyd aus der Verpackung in ein Getrnk zu verhindern.

Das jedoch ist teuer – und fr die Discounter und Lebensmittel-Billig-Hndler offensichtlich zu teuer. Sie verkaufen 1,5-Liter Wasser in der PET-Einwegflasche fr 19 Cent. So genannte Acetaldehyd-Blocker, die bei der PET-Herstellung beigemischt werden, knnten verhindern, dass die flchtige Verbindung Acetaldehyd aus dem Kunststoff entweicht. Wasser in PET-Mehrwegflaschen, die bis zu 20 Mal wiederbefllt werden, werden grundstzlich mit Kunststoff-Blockern vor dem chemischen Geschmack geschtzt. „Die Geiz-Mentalitt bei den Discountern kennt keine Grenzen. Um Kampfpreise durchzusetzen, verwenden sie minderwertigen Kunststoff und der Verbraucher erhlt ein unangenehm chemisch schmeckendes Plastikwasser. Wir fordern den Handel auf, den Verkauf dieser belasteten Wsser sofort einzustellen“, so Resch.

Der Mineralwasserkampfpreis der Discounter wirke nach Expertenmeinung nicht nur negativ auf die Qualitt, er vernichte zudem die mittelstndisch geprgten Mineralbrunnen-Unternehmen. Die Todesspirale fr den Mittelstand ist in vollem Gange. Einen vergleichbaren Preisunterschied zwischen Discountern und dem Getrnkehandel mit einem Faktor von 4,5 findet man in keinem anderen Zweig der Lebensmittelbranche. Die Politik liefert den Discountern ein kostenloses Kundenbindungsprogramm. Normalerweise kalkulieren diese Konzerne einen Erls von 10 Prozent. Mit den Pfandeinnahmen ber die nicht zurckgebrachten Einwegflaschen erwirtschaften die Discounter mit dem Segen der Bundesregierung eine Spanne von ber 40 Prozent. Die lachen sich ins Fustchen“, moniert Ullrich Schweizer, Marketing-Geschftsfhrer der Firma Hassia Mineralquellen www.hassia.com, nach einem Bericht des Onlinemagazins NeueNachricht.

Durch die eingesparten Gebhren fr den Grnen Punkt, durch Pfandschlupf und Recyclingeinnahmen fr das sortenreine Verpackungsmaterial erzielen die Discounter nach Berechnungen von Branchenexperten jhrliche Mehrerlse von ber 400 Millionen Euro. Mit diesem Geld knnten sie ber Quersubventionen den Preis fr Mineralwasser in Einwegflaschen knstlich niedrig halten. Die Mehrwegquote bei Mineralwasser sei deshalb dramatisch eingebrochen. Vor elf Jahr habe sie bei ber 87 Prozent gelegen. Aktuell drfte sie auf 30 Prozent gefallen sein.
Vertreter der Getrnkewirtschaft fordern deshalb von der Bundesregierung kurzfristig eine nderung der Verpackungsverordnung. So sollte knftig das Einwegpfand treuhnderisch unter staatlicher Kontrolle verwaltet werden. Die Discounter htten dann keinen Zugriff mehr auf Pfandgewinne.
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