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Pressemitteilung

Burnout – und dann?

Betriebliches Eingliederungsmanagement hilft Betroffenen, wieder in den Beruf zurückzukehren
(PM) Mnchen, 18.04.2012 - Stress am Arbeitsplatz, stndige Erreichbarkeit, mangelnde Anerkennung: Wenn Menschen viel leisten, die Rahmenbedingungen jedoch nicht stimmen, steigt die Gefahr, dass die Psyche leidet und mit schwerer Erschpfung reagiert. Das Burnout-Syndrom ist mittlerweile einer der hufigsten Grnde fr eine Arbeitsunfhigkeit, die nicht selten mehrere Wochen oder Monate andauert. Was viele nicht wissen: Der Arbeitgeber hat in einem solchen Fall eine gesetzlich vorgeschriebene Frsorgepflicht zu erfllen. Betroffene haben die Mglichkeit, an einem Betrieblichen Eingliederungsmanagement teilzunehmen, welches die Ursachen analysieren und mglichst beseitigen soll.

„Die Diagnose Burnout berfordert meist Kollegen und Arbeitgeber“, wei die Mnchner Rechtsanwltin und Mediatorin Angela Huber. „Im Gegensatz zu einer Erkltung oder einem Beinbruch gibt es keine Standarddiagnose, die Symptome sind vielschichtig.“ Betroffene leiden etwa unter Angstzustnden, Panikattacken oder Herzbeschwerden, bekommen einen Hrsturz oder Schlafstrungen. Auch psychosomatische Erkrankungen sind keine Seltenheit – etwa wenn der Arbeitsdruck bis in die Bandscheibe geht.

Sind Beschftigte sechs Wochen innerhalb eines Jahres arbeitsunfhig, ist der Arbeitgeber seit Mai 2004 zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) verpflichtet. Zusammen mit dem Betroffenen werden individuelle Manahmen erarbeitet die helfen, die Arbeitsfhigkeit wieder herzustellen und weiteren Erkrankungen vorzubeugen. „Das kann eine medizinische Reha, eine frhzeitige Leistungserprobung durch eine stufenweise Wiedereingliederung, die Untersttzung einer beruflichen Ttigkeit vor Ort, eine Arbeitszeit- oder Aufgabengestaltung sein oder die Versetzung in eine andere Abteilung“, sagt Angela Huber. Ein Aufwand, der sich fr den erkrankten Mitarbeiter auszahlt: Die Teilnahme am Arbeitsleben bleibt erhalten, einer Arbeitslosigkeit aufgrund von gesundheitlichen Einschrnkungen wird vorgebeugt. Notwendige Schulungsmanahmen fr einen eventuellen Arbeitsplatzwechsel knnen durchgefhrt und gefrdert werden. Angela Huber: „Gerade im psychischen Bereich ist es wichtig, frhzeitig zu reagieren, da sich sonst die Probleme weiter verschlimmern knnen.“

„Fr Unternehmen bedeutet das BEM weit mehr als nur eine bloe Gesetzesvorschrift“, betont die Juristin, die deutschlandweit bereits ber 200 BEM-Einzelflle betreut hat und das Instrument in mittelstndischen Unternehmen einfhrt, prft oder optimiert. „Eine ganze Unternehmenskultur kann und muss sich wandeln – vom Wegschauen zum Sich-Kmmern.“ Aus ihrer Erfahrung wei Angela Huber, dass es in vielen Personalabteilungen hufig an Zeit und Kapazitten fehlt, um ein erfolgreiches BEM durchzufhren. Hier leistet sie Hilfestellung: schult Personalabteilungen und Fhrungskrfte im Umgang mit erkrankten Mitarbeitern oder fhrt als externe Expertin die komplette Manahme durch – vom Erstgesprch bis zur Erfolgskontrolle.

Die Rechtsanwltin und Mediatorin sieht sich dabei als neutrale Person, die mit der Politik des Unternehmens nichts zu tun hat. Ein Vorteil bei eingefahrenen Situationen: „In Diskussionen kann ich emotionale Spitzen rausnehmen und vermitteln“, berichtet sie. Mitarbeiter, die sich ihrem Arbeitgeber nie ffnen wrden, fassen Vertrauen, denn Datenschutz und Schweigepflicht stehen an erster Stelle. Die auf Arbeits- und Sozialrecht spezialisierte Juristin arbeitet dabei eng mit einem Netzwerk an Experten, wie etwa Psychologen, Betriebsrzten oder Suchtexperten zusammen.

Burnout vorbeugen – Was Sie selbst tun knnen

Drohen Sie in die Erschpfungsspirale zu kommen, drehen Sie an den drei Stellschrauben effektiver Stressbewltigung:

• Den Stressoren: Reduzieren oder schalten Sie einige Stressoren aus, indem Sie Stress auslsende Bedingungen verndern, wie zum Beispiel Probleme lsen, ungerechtfertigte Kritik zurckweisen oder Gesprche mit Konfliktpartnern fhren. Sorgen Sie fr Bestndigkeit in Ihrem Leben: Der Kaffee am Morgen, der Spaziergang in der Mittagspause, der Roman vor dem Schlafengehen – unsere Gewohnheiten geben Sicherheit und Stabilitt in der Hektik des Alltags.

• Der Stressreaktion: Bewerten Sie nicht gleich alles negativ. Versuchen Sie einen Perspektivenwechsel und holen das Positive aus der Situation heraus. Ersetzen Sie das Wort „ich muss“ in „ich will“.

• Dem Menschen: Erhhen Sie ihre Belastbarkeit durch aktive Entspannung und Bewusstseinstraining. Achten Sie auf ausreichend Schlaf und Bewegung. Gemigter Sport wie Nordic Walking, Schwimmen oder Fahrrad fahren schafft einen sinnvollen Ausgleich – gefhrdender Ehrgeiz ist hier jedoch fehl am Platz. Nehmen Sie sich gengend Zeit fr Entspannung – bewhrt haben sich Techniken wie die progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Yoga. Schaffen Sie in der Arbeitszeit gengend Pausen und ernhren Sie sich gesund.
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ZUM AUTOR
�BER ANGELA HUBER, RECHTSANWLTIN UND MEDIATORIN

Angela Huber ist Rechtsanwältin und Mediatorin. Sie spezialisierte sich durch Fachanwaltsausbildungen auf die Gebiete des Arbeits- und Sozialrechts und ist durch den Bundesverband Mediation zertifiziert.Mittelständischen Unternehmen bietet ...
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