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Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft Familienunternehmer - Erster Tag des deutschen Familienunternehmens in Berlin

(PM) , 21.06.2008 - „Am Vorabend des Jahrestages der Sozialen Marktwirtschaft freue ich mich, bei Ihnen zu sein!“ Mit diesen Worten unterstrich Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem ersten Tag des deutschen Familienunternehmens in Berlin ihre Verbundenheit mit jenem Teil der deutschen Unternehmen, der die meisten neuen Arbeitspltze im Inland bereit stellt und neu schafft, der die meisten jungen Menschen ausbildet und die grte Dynamik aufweist. Vor rund 250 Vertretern fhrender Familienunternehmen aus allen Teilen der Bundesrepublik zog Merkel eine Parallele zwischen dem Pioniergeist des Vaters der Sozialen Marktwirtschaft, Ludwig Erhard, und dem Unternehmergeist von Familienunternehmen. „Dass wir heute die Exportnation par excellence sind, das verdanken wir den Familienunternehmen, die ihre Wurzeln kennen und die gerne hier in Deutschland sind.“

Zum Tag des deutschen Familienunternehmens hatte die gemeinntzige Stiftung Familienunternehmen eingeladen, die sich seit ihrer Grndung im Jahr 2002 zum allseits akzeptierten Sprachrohr der Familienunternehmer entwickelt hat. Im Vorfeld der Festrede von Bundeskanzlerin Merkel hatte Prof. Dr. Brun-Hagen Hennerkes, Grnder und Vorstand der Stiftung, die Bundesregierung aufgefordert, sich strker fr die Belange der Familienunternehmer einzusetzen.

Paradigmenwechsel: Leitbild Familienunternehmen

Insbesondere forderte Hennerkes die Politiker auf, in der eigenen Wahrnehmung und in ihren ffentlichen uerungen strker als bisher abzugrenzen zwischen „Konzernlenkern“ und Familienunternehmern. Hennerkes Postulat: „An die Stelle der DAX-Unternehmen muss ein neues Leitbild treten: das Familienunternehmen.“ Familienunternehmen stnden, so fhrt Hennerkes aus, fr 95 Prozent aller Unternehmen in Deutschland. Entscheidender noch aber sei ihre auf Langfristigkeit und Stabilitt ausgerichtete Unternehmenskultur, um die uns die Welt beneide. Seine Anregung an die Politik: Die Einfhrung des Faches „konomie“ in den Schulen und die Schaffung eines stndigen Unternehmensbeirates fr die Bundesregierung, der - in Ergnzung zu den bestehenden Beirten - politische Manahmen und Gesetze auf ihre Auswirkungen auf Familienunternehmen prft.

Damoklesschwert Erbschaftsteuerreform

Mit Blick auf die Erbschaftsteuerreform mahnte Hennerkes an, nicht das Ziel aus den Augen zu verlieren, dass die Unternehmen die Mglichkeit bekommen, ohne Substanzverlust im Familienbesitz fortzubestehen. „Die Politik darf nicht kerngesunde, in ihrer Region verwurzelte deutsche Unternehmen auslndischen Investoren in die Arme treiben und hinterher lautstark ber die unmoralischen Heuschrecken jammern“, warnte Hennerkes.

Diskussion mit Parteispitzen

Den direkten Dialog zwischen Familienunternehmen und Politik herzustellen und zu vertiefen – das gelang in der Podiumsdiskussion mit den drei Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder (CDU/CSU), Dr. Peter Struck (SPD) und Dr. Guido Westerwelle (FDP). Alle drei uerten sich anerkennend ber die wirtschaftspolitische Bedeutung und die volkswirtschaftlichen Leistungen der deutschen Familienunternehmen, die Diskussion entflammte beim Thema Erbschaftsteuerreform. Kauder und Struck lieen jedoch keinen Zweifel, dass die Reform noch vor Jahresende verabschiedet werde und damit in Kraft
trete, sagten aber auch zu, dass manche vorgesehene Hrte wie beispielsweise die lange Haltefrist, an die eine Entlastung gebunden wird, abgemindert und nachgebessert werde. Alle drei Fraktionsvorsitzenden waren sich einig im Appell an die Adresse der Familienunternehmer, ihre sprichwrtlich ffentliche Zurckhaltung in der Selbstdarstellung aufzugeben und stattdessen die positive Strahlkraft des Familienunternehmers zu nutzen.

Hochrangige Experten – aktuelle Themen

Neben dem politischen Disput stand eine beachtliche Reihe von Sachthemen auf der Agenda des dreitgigen Unternehmertreffens. So analysierte Prof. Dr. Hans-Jrg Bullinger, Prsident der Fraunhofer-Gesellschaft, den „Innovations- und Technologiestandort Deutschland“. Franz M. Haniel, Aufsichtsratsvorsitzender der Franz Haniel & Cie GmbH, setzte sich mit der „Corporate und Family Governance in Familienunternehmen“ auseinander.
Bernd Mtzelburg, auerordentlicher und bevollmchtigter Botschafter der Bundesrepublik in Neu Delhi, stellte den Unternehmern „Indien als Wachstumsmarkt fr deutsche Familienunternehmen“ vor. Gesamtmetall-Prsident Martin Kannegiesser warf einen kritischen Blick auf „Die Zukunft der deutschen Tarifpolitik in einer zusammenwachsenden Weltwirtschaft“. Und Bankier Friedrich von Metzler beleuchtete in seinem Beitrag „Das deutsche Streben nach Sicherheit - knnen wir uns dieses Risiko leisten?“ anregende Aspekte im Umgang mit Risiken an den Finanzmrkten sowie in der deutschen Gesellschaft.

Fortsetzung folgt

Die erfolgreiche Veranstaltung in Berlin soll kein einmaliges Ereignis bleiben. Die Stiftung Familienunternehmen will diese Plattform zum persnlichen Treffen zwischen Politikern und Unternehmern als einen der jhrlichen Hhepunkte fest im Berliner Kalender installieren. Ihr Ziel ist es, Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen und den Informationsfluss in beide Richtungen zu erleichtern.

Informationen ber:
Stiftung Familienunternehmen
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