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Biene Maja, Masters of the Universe oder Heuschrecken – Private-Equity-Firmen und ihr Image in Deutschland

(PM) , 07.03.2006 - Bonn/Lindau – Aus der Diskussion ber die Finanzinvestoren, abschtzig auch schlicht „Heuschrecken“ genannt, ist noch immer nicht die Luft heraus. Das Manager-Magazin www.manager-magazin.de macht in seiner aktuellen Ausgabe wieder mit dem Thema auf und verspricht unter der berschrift „Attacke der Heuschrecken“ einen „Inside-Report ber die neuen Herrscher der Finanzwelt“. Vor den Herren des schnellen Geldes zitterte Topmanager in aller Welt. Doch lngst sind nicht nur groe Firmen im Visier der Private-Equity-Firmen, sondern zusehends auch Familienunternehmen oder allgemein mittelstndische Unternehmen. Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Kapitalsbeteiligungsgesellschaften (BVK) www.bvk-ev.de sind die Finanzinvestoren hier zu Lande an fast 6.000 Unternehmen mit ber 600.000 Mitarbeitern beteiligt. Beliebte Ttigkeitsfelder sind die groen Bundeslnder Bayern, NRW und Baden-Wrttemberg. Und sowohl Kritiker als auch Befrworter dieser Erscheinungsform des angelschsischen Kapitalismus lassen keinen Zweifel daran: 2006 wird fr die Private Equities ein noch besseres Jahr als das vergangene. "Der Run von Private-Equity-Investoren auf Deutschland ist eine Konsequenz aus der Wirtschaftsstruktur und Wettbewerbsfhigkeit in Deutschland. Die Struktur der deutschen Wirtschaft ist bekanntermaen stark mittelstndisch geprgt. Jahrelang war dies von Vorteil, vor allem solange, wie der Weltmarkt, den es zu erobern galt, in Europa lag. Gerade diese mittelstndischen Unternehmen haben es aber nicht geschafft, fr eine ausreichende Eigenkapitalbildung zu sorgen. Dies lag nicht zuletzt an einer Steuerpolitik, die insbesondere die Grounternehmen gefrdert hat. Logischerweise fehlt damit den Mittelstndlern die finanzielle Kraft, sich auf globalisierten Mrkten durchzusetzen. Diese Entwicklung ist die hausgemachte unternehmerische und politische Entwicklungen noch verstrkt worden, die letztlich zu einem dramatischen Schwund an Wettbewerbsfhigkeit gefhrt haben – erinnert sei hier an den Mangel an Nachwuchs in den technischen und naturwissenschaftlichen Ausbildungsgngen", erlutert Michael Sander, Geschftsfhrer der TCP Terra Consulting Partners GmbH www.terraconsult.de in Lindau. Wolfgang Mnchau, von 2001 bis 2003 Chefredakteur der Financial Times Deutschland (FTD) www.ftd.de, stellt in seinem neuen Buch „Das Ende der Sozialen Marktwirtschaft“ sogar die These auf, dass diese mittelstndische Struktur der deutschen Wirtschaft nicht mehr zeitgem sei und den Strmen der Globalisierung nicht standhalten knne. Mnchau bezeichnet den deutschen Kapitalmarkt als „vorsintflutlich“, die KMU’s seien chronisch unterfinanziert und glaubten an unflexible Bankkredite und nicht an den Kapitalmarkt. In Mnchaus Logik kommen die „Heuschrecken“ gerade recht, um den Deutschen, die noch in der Welt der Sozialen Marktwirtschaft der 50er und 60er Jahre zuhause sind, eine Prise angelschsischen Kapitalismus beizubringen. „Finanzmrkte haben eine Auswirkung auf den Rest der Industrie. Anstatt eines ewig jammernden Mittelstandes htten wir in Deutschland profitable Firmen“, schreibt der Autor. „Der deutsche Finanzmarkt ist im Denken der Sozialen Marktwirtschaft dermaen verwurzelt, ebenso wie das Mittelstandsdenken, dass ich hier nicht die geringste Chance eines Neuanfangs sehe.“ Doch die angelschsischen Finanziers spielten in einer gnzlich anderen Liga, so das Manager-Magazin. In den Vereinigten Staaten zhlten Hedgefonds-Manager und ihre Kollegen aus der Private-Equity-Branche lngst zur High Society und zum Who’s who der Wirtschaftselite: „Was in den 80er Jahren die Investmentbanker waren und in den 90ern die Venture Capitalists, sind heute die Stars der Hedgefonds- und Private-Equity-Szene: ‚Masters of the Universe’, Herren der Finanzwelt, die mit Milliardensummen rund um den Globus immer neue, immer grere, immer gewagtere Geschfte machen.“ Die Private-Equity-Zunft gebiete weltweit ber rund 1,3 Billionen Dollar. Gerade Deutschland mit seinen vielfach unterbewerteten Unternehmen sei derzeit einer der wichtigsten Mrkte fr die Finanzinvestoren. Positiv berichtet das Handelsblatt www.handelsblatt.de ber den Einsatz des Finanzinvestors Permira www.permira.de beim traditionsreichen Brillenhersteller Rodenstock. Wie „Honigbienen“ habe Permira den Brillenhersteller wieder aufgepppelt, so Randolf Rodenstock gegenber dem Handelsblatt. Im internationalen Vergleich habe der Brillenhersteller Aufholbedarf. 2005 habe sich der Umsatz auf 344 Millionen Euro belaufen. Der Weltmarktfhrer Luxottica erwirtschaftete allein in einem Quartal fast dreimal so viel. Der neue Rodenstock-Firmenchef Giancarlo Galli hat daher ehrgeizige Ziele: 2010 soll sich der Umsatz auf rund 700 Millionen Euro Umsatz kommen. Die Forschungsausgaben seien seit dem Einstig von Permira um die Hlfte gestiegen. Allerdings fielen insgesamt 500 Stellen weg. Ein einfaches Schwarz-Wei-Urteil ber die Finanzinvestoren ist daher nicht gerechtfertigt. Die Bilanz ihres Wirkens ist gemischt. Wolfgang Krger, Professor an der Fachhochschule fr Mittelstand in Bielefeld, hlt das Heuschrecken-Bild jedenfalls fr absurd, „da Private-Equity-Firmen schon im eigenen Interesse keinen Kahlschlag machen, sondern etwas mitbringen: dringend bentigtes Eigenkapital und Management-Know-how.“ Doch das Bild der Honigbiene ist vielleicht doch etwas zu s. Und aus der hsslichen Heuschrecke muss ja nicht sogleich Biene Maja werden.
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