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Pressemitteilung

Unternehmensinsolvenzen in Europa, Jahr 2012/13

Leichte Zuwächse bei den Insolvenzen in Westeuropa – markante Steigerung in Osteuropa
(PM) Neuss, 15.07.2013 - Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist in Westeuropa im Jahr 2012 gegenber 2011 um 2,6 Prozent gestiegen. Waren es 2011 rund 173.000 Insolvenzantrge, die von den rtlichen Gerichten in den Lndern angenommen worden waren, sind 2012 rund 178.000 Insolvenzen zu zhlen. In diese Rechnung wurden auch die Nicht-Mitgliedslnder Norwegen und die Schweiz aufgenommen. Sie deckt somit den gesamten geografischen Raum Westeuropas ab.

Die massivsten Zugnge bei der Zahl der Insolvenzen binnen Jahresfrist zeigen die Krisenstaaten mit 13,5 Prozent in Italien ber 32,0 Prozent in Spanien bis zu 41,6 Prozent in Portugal. Auf der anderen Seite steht Irland mit einem nur moderaten Zuwachs von 2,8 Prozent bei den Insolvenzzahlen 2012 gegenber 2011. Eine berraschung im Hinblick auf das Unternehmensinsolvenzgeschehen meldet Griechenland: Hier ist die Zahl der insolventen Betriebe von 445 (2011) auf 415 (2012) sogar um 6,7 Prozent rcklufig. Hier gilt allerdings – wie fr Spanien –, dass das Insolvenzgeschehen nur einen Bruchteil der Liquidationen wiedergibt.

Beruhigung beim Bausektor

Mehr als zwei Drittel der westeuropischen Unternehmensinsolvenzen gehren zum Handel und zum Dienstleistungsbereich. Whrend der Handel (inkl. Hotel- und Gaststttensektor) einen Anteil von 30,4 Prozent hlt, sind es im Dienstleistungsbereich sogar 38,2 Prozent. Ein weiteres Fnftel des Insolvenzgeschehens wird vom Bau (20,8 Prozent), ein Zehntel (10,5 Prozent) vom Verarbeitenden Gewerbe getragen. Whrend der Anteil des Baugewerbes von 21,4 auf 20,8 Prozent binnen Jahresfrist leicht abnahm und sich auch der Handel von 31,2 auf 30,4 Prozent ein wenig stabilisierte, zeigt der Dienstleistungssektor einen Zugang gegenber dem Vorjahr von 36,9 auf 38,2 Prozent.

Drftiges Eigenkapital macht insolvenzanfllig

Im Durchschnitt aller ausgewerteten westeuropischen Lnder betrgt der Anteil unterkapitalisierter Unternehmen mit einer EK-Quote von unter zehn Prozent 24,7 Prozent. Dieser Anteil ist gegenber 2010 gesunken; damals betrug er noch 25,9 Prozent. Staaten, die einen unterdurchschnittlichen Anteil an Unternehmen mit drftiger Eigenkapitalversorgung verzeichnen, sind auch diejenigen, die eine positive Insolvenzentwicklung zeigen. Nur Finnland (20,1 Prozent mit einer EK-Quote von unter zehn Prozent), Belgien (22,5 Prozent) und die Niederlande (24,2 Prozent) weisen eine – allerdings nur geringe – Steigerung bei den Insolvenzzahlen auf (Ausnahme ist die Niederlande mit einer Steigerung von 19,4 Prozent bei den Unternehmensinsolvenzen).

Dagegen sind die sieben westeuropischen Lnder, die einen berdurchschnittlich hohen Anteil an Betrieben mit drftigem Eigenkapital haben, bis auf eine Ausnahme (Grobritannien: 27,9 Prozent mit einer EK-Quote von unter 10 Prozent) unter den Lndern mit zum Teil massiven Insolvenzsteigerungen zu finden.

Deutschland auch beim Zahlungsverhalten Musterknabe

Eine wichtige Rolle fr die Liquiditt der Unternehmen spielt das Zahlungsverhalten der Kunden und Abnehmer. Deutschland schneidet mit einem mittleren Wert von 26 Tagen am besten ab. Auf den nchsten sieben Pltzen mit Laufzeiten von bis zu 38 Tagen folgen nordeuropische Lnder, die mit Ausnahme von Finnland und sterreich nicht zur Euro-Whrungsunion gehren. Whrend Irland mit 49 Tagen immer noch besser liegt als der mittlere Wert fr Europa (54 Tage), finden sich niederlndische Unternehmen mit 72 Tagen eingereiht unter die Krisenlnder. Mit fast fnf Monaten Zahlungsdauer (142 Tage) brauchen griechische Unternehmen am lngsten zur Begleichung ihrer Rechnungen.
Rasante Zuwchse in manchen Lndern Osteuropas

Der Osten Europas verzeichnet eine deutliche Steigerung bei den Unternehmensinsolvenzen von 13,6 Prozent. Die hchste Zahl von Unternehmenszusammenbrchen in Osteuropa nennt Ungarn mit 36.274 Fllen (plus 17,9 Prozent). An zweiter Stelle folgt mit einer Abnahme von drei Prozent gegenber dem Vorjahr Rumnien mit 21.974 insolventen Unternehmen. Tschechien registriert 7.723 Insolvenzen (plus 31,3 Prozent) und das neue EU-Beitrittsland Kroatien wartet mit 7.000 Unternehmensinsolvenzen in 2012 auf (plus 43,5 Prozent). Geringe Insolvenzzahlen bei hohem wirtschaftlichem Gewicht kommen aus Polen (881 Unternehmensinsolvenzen; plus 15,6 Prozent).

Amerika arbeitet sich aus der Krise

Dagegen hat sich die Situation in den USA deutlich verbessert. Im Zuge der Finanzkrise war die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2007 von 28.300 auf 43.500 im Jahr 2008 sprunghaft angestiegen. Auch 2009 kam es noch einmal zu einer weiteren Zunahme der „Business Filings“ auf 60.800 Flle. Dann bewegten sich die Zahlen von Jahr zu Jahr nach unten: Schlielich sind 2012 nur noch gut 40.000 Unternehmensinsolvenzen in den Vereinigten Staaten zu registrieren.
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