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Pressemitteilung

Thomas Heilmann Ehrengast der DeutschlandGroup

Thomas Heilmann im Gespräch mit DeutschlandGroup-Sprecher Alexander S. Wolf:
(PM) Politik, 19.05.2010 - Zu den Gefahren fr Berlin:
"Also die Gegenwart ist ja im wesentlichen ganz angenehm in Berlin. ... Ich fhle mich hier wohl und die meisten anderen hier auch.
Nur es gibt halt eine ganze Reihe von Gegenden in Berlin, ... die aber grer werden,..., die schon finanziell, ich rede gar nicht mehr von dem menschlichen Desaster, diese Stadt von innen auffressen werden.
Ich wrde sagen, die Stadt ist gefhrdet durch diese sozialen Brennpunkte, die immer grer werden und sie ist vor allem auch gefhrdet durch einen Verschlei von Infrastruktur und eine enorme Verschuldung. Das Geld ist mittelfristig alle.
Ich glaube nicht daran, dass die anderen Bundeslnder auf Dauer Berlin in diesem Umfang subventionieren werden wie es momentan der Fall ist.
...Allein 10 % des Berliner Haushaltes …sind Bundeszuschsse fr Kultur.
Die Frage ist, sind die Steuerzahler in den anderen Lndern eigentlich bereit, bei denen werden die Kassen ja auch knapper, in diesem Umfang Berlin weiter zu subventionieren? Wenn ich so ber 10 Jahre nachdenke habe ich da meine groen Zweifel."

Zu den Kindern und Ausbildung in Berlin:
"Wir mssen an den Schulen was tun, und zwar nicht im Sinne von zentralistisch sich jetzt noch einmal eine neue Schulstruktur ausdenken, sondern eher mal die Probleme in den Schulen angehen, die in den Schulen brigens unterschiedlich sind. Es gibt ja ein paar Schulen, die das hinkriegen, auch in Berlin und auch in den Brennpunktgebieten.
Und dann muss man sich mal ankucken, warum machen die das eigentlich besser. Das liegt nicht an den Gesetzen sondern daran, wie die Schulverwaltung mit den Lehrern umgeht, wie die Lehrer motiviert sind."

Zu Berlins Wirtschaftspolitik:
"Wir mssen die Energie haben, die wirtschaftlichen Themen die die Stadt hat auch mal anzugehen. Wir versaubeuteln eine Chance nach der nchsten, weil wir das Gefhl haben, Wirtschaft brauchen wir nicht.
Die ganze Einstellung ist mir am deutlichsten geworden bei der Begrndung Flughafenschlieung Tempelhof.... Die Begrndung war, "wir haben hier sowieso keine Industrie, also brauchen wir fr die auch keinen Flughafen". Unabhngig ob wir jetzt den Flughafen brauchen, die alte Debatte will ich gar nicht aufmachen. Aber .. "wir haben sowieso keine Industrie, also kriegen wir sie auch nicht", zeigt ja die ganze Einstellung.
Die Firma Storck hier in Reinickendorf hat 2000 Leute, produziert Swaren und wollte Ihre Produktion erweitern. Haben sie auch getan, es sind 2.000 neue Arbeitspltze entstanden, aber leider in Thringen… Warum in Thringen? Weil das Nachbar-Grndstck, das sie haben wollten, das wurde versteigert. Und wissen Sie wer das gekriegt hat? Ein Lidl Markt, der hat nmlich mehr bezahlt frs Grundstck. Die zahlen mehr fr s Grundstck, also kriegt‘ s der Lidl. Da gibt’s jetzt auch fnf Verkuferinnen die einen Job haben.
...
Und das ist so eine Frage der Einstellung. Die Frage ist, wie wollen wir das ndern. Und das ist im Unternehmer-deutsch ein echter "change managment" Prozess. Das wird nicht ein Senat lsen knnen und das wird auch nicht eine Partei lsen knnen.
Das wird nur gehen wenn wir alle zusammen uns entschlieen: "das machen wir jetzt besser"!"

Zur Zukunft Berlins:
"Diese Stadt steht genau an einer Weiche, in eine entweder glorreiche Zukunft -und das ist durchaus mglich- oder in einen Niedergang, den es in anderen Stdten auch gegeben hat.
Buenos Aires war Anfang des letzten Jahrhunderts eine der 5 reichsten Stdte der Welt und ist 100 Jahre lang abgestiegen. Und es gibt Stdte wie New York, die sind abgestiegen und haben dann irgendwann in den 90ern die Trendwende geschafft.
Schafft Berlin die Trendwende oder nicht, ist offen. Der Satz "arm aber sexy" ist genau das Falsche - nmlich wir lassen es so wie es ist, fhlen uns aber dabei wohl.
Das so lassen ist der sichere Abstieg. Ich glaube, dass wir einen Disput in der Stadt brauchen. Wie wollen wir eigentlich welche Ziele erreichen? Es gibt natrlich 20 andere Wege, die man gehen kann.
Ich kann Sie nur alle auffordern ...dafr etwas zu tun, weil die Stadt es dringend braucht!"
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