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Slow Food-Messe 2011 in Stuttgart – ein Rundgang

ie Slow Food-Messe eröffnet am 14. April um 14.00. Fast schlagartig füllt sich die Messehalle 4 mit interessierten Besuchern. Die Atmosphäre ist wie auf einem der zahlreichen Regional-Märkten. Aber es gibt einen Unterschied:
(PM) Stuttgart, 15.04.2011 - Die Slow Food-Messe erffnet am 14. April um 14.00. Fast schlagartig fllt sich die Messehalle 4 mit interessierten Besuchern. Die Atmosphre ist wie auf einem der zahlreichen Regional-Mrkten. Aber es gibt einen Unterschied: Die Aussteller mssen den Slow Food-Vorgaben „gut, sauber und fair“ gengen. Diese verbrgen eine auergewhnlich hohe Qualitt der gezeigten Produkte. Dazu Carlo Petrini, der 1986 Slow Food in Italien grndete:
„Ich mchte die Geschichte einer Speise kennen. Ich mchte wissen, woher die Nahrung kommt. Ich stelle mir gerne die Hnde derer vor, die das, was ich esse, angebaut, verarbeitet und gekocht haben.“
Die Besucher der Slow Food Messe knnen nicht nur an den Stnden regionale Spezialitten verkosten, sondern direkt mit den Erzeugern ins Gesprch kommen. Am Stand vom Lagerhaus an der Lauter berichtet Inhaber Eberhard Lpple ber die Ausweitung des Angebots feiner Pralin-Schokoladen und Fruchtgelees: „Wir sind auf dem Weg zu 100% Bioqualitt, bei 98% sind wir schon. In unserer hauseigenen Konditorei werden stndig neue Schokoladenspezialitten aus Schokoladen namhafter Chocolateurs entwickelt. Neu sind z.B. unsere Fruchtgelees. Dazu werden prierte Frchte mit Apfelpektin und Rohrzucker vorsichtig erhitzt und mit Krutern und Gewrzen geschmacklich abgerundet.“ Man merkt, dass Lpple selbst viel Freude am Genuss und am stndigen Experimentieren mit neuen Aromen findet. Um nicht nur die Besucher seines Cafhauses in den Genuss seiner Feinkost kommen zu lassen, knnen diese auch online bestellt werden.
Nur wenige Meter entfernt prsentiert sich die Biomanufaktur Rose. Von der Seniorchefin Inge Tress ist zu erfahren, dass schon der Grovater nach dem 2. Weltkrieg mit Anbau nach Demeter-Richtlinien auf der Schwbischen Alb begann – ein echter Pionier. Inzwischen betreibt das Familienunternehmen zwei Restaurants, Auerdem werden Demeter-Suppen und Salate von Starkoch Simon Tress fr den Versandhandel frisch gekocht und versendet. Besonders gefragt ist das Brosuppenpaket fr die gesunde Mittagspause im Betrieb.
Im nchsten Gang steigen verfhrerische Dfte von roten Wrsten in die Nase. Seit 1987 bietet Metzger Karl Gbel aus Gppingen Fleisch und Wurstwaren aus heimischer Jagd an. Der passionierte Jger machte sein Hobby zum Beruf. Der wie eine Jagdhtte gestaltete Marktstand quillt ber von gerauchten Wrsten, Schinken, Pasteten vom Fasan, Feldhasen, Reh und Wildschwein. Auf die Frage, ob er alles Wild selbst schiet, lacht Gbel: „Nein, das wre gar nicht mglich, denn die Jagd ist sehr zeitaufwendig. “ Er habe gute Verbindungen zu Jagdkollegen im ganzen Ostalbkreis. Wenn dort etwas geschossen wird, komme es direkt in die rtliche Khlkammer und er holt die Tiere dann mit seinem Khlwagen ab. Dann wird es in der eigenen Metzgerei weiter verarbeitet. „Jetzt beginnt die Grillsaison. Viele Leute wissen gar nicht, wie lecker gegrilltes Wildfleisch sein kann.“ Gbel bietet spezielle Grillpakete an, die frisch vakuumiert an Genieer in ganz Deutschland verschickt werden.
Am anderen Ende der Halle trifft der Besucher auf Monika Samland, die sich der Zucht von Weinbergschnecken verschrieben hat. Seit 2003 wird in Nersingen die Helix Pomatia, so der lateinische Name, in Freilandhaltung gezchtet. „Von der Schwbischen Alb wurden die Schnecken frher in Fssern nach Ulm transportiert und dort auf Holzschiffen bis nach Wien transportiert. Die Wiener verliehen der Weinbergschnecke den Namen „Schwbische Auster“, berichtet Samland. „Unter den Adligen war die frhere mnchische Fastenspeise sehr beliebt und galt als Herrenessen. Nun erfhrt die Wertschtzung der Weinbergschnecke als Delikatesse wieder eine Renaissance.“ Viele Privatleute zhlt Samland zu ihren Kunden, an die sie die Schnecken in Dosen verschickt.
Am spten Nachmittag drngen sich die kulinarisch interessierten Messebesucher auf den Gngen und vor den Stnden. Das Interesse an regionalen, fairen und sauberen Produkten nimmt in weiten Teilen der Bevlkerung zu. Daran sind nicht nur die Lebensmittelskandale schuld. Fast berall knnen kleine Proben der guten heimischen Produkte versucht werden. Natrlich mchten die Aussteller ihre Waren auch verkaufen, denn eine Teilnahme an der Slow Food Messe ist nicht billig. Wichtig ist es den Anbietern, einem breiteren Publikum bekannt zu werden. ber das Internet knnen dann die Leckereien von den Besuchern nach Hause bestellt werden. Inzwischen haben viele Anbieter einen Internetshop oder sind auf regionalen Plattformen vertreten. Unter www.albshop.eu, einem Online-Marktplatz fr regionale Produkte von der Schwbischen Alb knnen die Erzeugnisse der oben beschriebenen Produzenten ganzjhrig nach Hause bestellt werden, ohne dass die Verbraucher bei ihrem Genuss von Slow Food von einem Messe- oder Markttermin abhngig sind.
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