VOLLTEXTSUCHE
Pressearchiv
Fitch Ratings (Deutschland)
Pressemitteilung

Neue GKV-Wahltarife haben keine Ratingauswirkungen auf PKV

(PM) , 02.05.2007 - Fitch Ratings sieht die Finanzstrke deutscher privater Krankenversicherer durch die Neugestaltung der Kostenerstattungstarife nicht beeintrchtigt. Die neuen Tarife schaffen zwar neuen Wettbewerb, haben zunchst aber nur sehr geringe unmittelbare Auswirkungen auf private Krankenversicherer. Selbst fr private Krankenversicherer, die berwiegend oder ausschlielich im Zusatzversicherungsgeschft ttig sind, werden sich hierdurch zunchst keine Ratingvernderungen ergeben. Deutsche gesetzliche Krankenversicherer drfen seit dem 1.April 2007 umfangreiche Wahltarife anbieten. Diese Tarife drfen auch Leistungsmerkmale enthalten, die gesetzlich Versicherte bisher lediglich durch Zusatzversicherungen der Privaten Krankenversicherung (PKV) erwerben konnten. Durch die Gesundheitsreform knnen Kostenerstattungstarife der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) jetzt Chefarztbehandlung, Einzel- oder Zweibettzimmer bei Krankenhausaufhalten und volle Kostenerstattung bei Zahnersatz beinhalten. Nach Ansicht von Fitch sind aber auch weitere Varianten fr Kostenerstattungstarife denkbar. Diese knnten weitere Leistungen in vollem Umfang rckerstatten, die zu hheren Stzen als bei Kassenpatienten blich abgerechnet wurden. „Fitch ist der Ansicht, dass die neue Konkurrenz durch Kostenerstattungstarife der GKV nur einen sehr geringen direkten Einfluss auf private Zusatzversicherungen hat“, sagt Tim Ockenga, Direktor im europischen Versicherungsbereich von Fitch Ratings in London. Grund hierfr ist der marginale Anteil der gesetzlich Versicherten, die bis jetzt Kostenerstattungstarife gewhlt haben. Fitch erwartet, dass der Kostenerstattungstarif auch in absehbarer Zukunft keine wesentliche Bedeutung erlangen wird. Wichtiger ist fr Fitch die Tatsache, dass gesetzliche Krankenversicherer mit dieser Regelung die Mglichkeit erhalten, direkte Konkurrenzprodukte zur privaten Krankheitsvollversicherung anzubieten. Innerhalb des Leistungskatalogs der GKV knnen somit alle Leistungen so aufgewertet werden, dass diese identisch zu denen der Krankenvollversicherung der PKV sind. Lediglich fr Leistungen, die den Rahmen des Leistungskatalogs der GKV bersteigen, bieten private Krankheitsvollversicherungen daher noch Leistungsvorteile. Fitch vertritt die Ansicht, dass hier ein weiterer Schritt hin zu einem einheitlichen Gesundheitssystem gemacht wurde. Hintergrundinfo: Als Folge des Wettbewerbsstrkungsgesetz knnen gesetzliche Krankenversicherer gem 53 Abs. 4 Sozialgesetzbuch (SGB) V ein breites Spektrum an Wahltarifen anbieten. Hierzu zhlen unter anderem Kostenerstattungstarife. Die Gesetzesnderung erlaubt es gesetzlichen Krankenversicherungen Leistungen des Katalogs der GKV auch zu hher vergteten Varianten in Kostenerstattungstarifen anzubieten. So kann die Hhe der Kostenerstattung variieren und mittels spezieller Prmienzahlungen der Versicherten werden diese hheren Erstattungen abgedeckt. Durch Kostenerstattungstarife erhalten gesetzliche Krankenversicherungen die Mglichkeit, Leistungen des Katalogs der GKV zu hher vergteten Varianten anzubieten, die in direktem Wettbewerb zu privaten Zusatzversicherungen stehen. Gesetzlich Versicherte in Kostenerstattungstarifen mssen sich ihrem Arzt nicht als Kassenpatient zu erkennen geben. Somit kann der Arzt Leistungen erbringen, die den Rahmen des Leistungskatalogs der GKV bersteigen. Der Mediziner kann darber hinaus seine Leistungen zu einem hheren Satz abrechnen, als dies fr gesetzlich Versicherte mglich wre. Im Rahmen des Kostenerstattungsprinzips ist der Patient Vertragspartner des Arztes und damit auch verantwortlich, seine Rechnungen zu begleichen. Im Anschluss kann der Versicherte seine Rechnungen bei der GKV einreichen und erhlt die geleisteten Betrge rckerstattet. Bisher wurden lediglich Kosten erstattet, die gem dem Sachleistungsprinzip angefallen wren. Gingen die erbrachten Leistungen ber den Umfang des Leistungskatalogs der GKV hinaus oder wurden erbrachte Leistungen zu hheren Stzen abgerechnet, als dies bei gesetzlich Versicherten mglich ist, musste der Versicherte fr die Differenz aufkommen. Um dieses Risiko abzusichern, bieten private Krankenversicherer Zusatzversicherungen an, die die zuvor beschriebenen Lcken abdecken.
DRUCKEN| VERSENDEN | RSS-FEED |
SOCIAL WEB
PRESSEFACH
Fitch Ratings (Deutschland)
Junghofstr. 24
60311 Frankfurt/Main
zum Pressefach
Anzeige
PRESSEARCHIV
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG