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Pressemitteilung

„Leonie konnte ja nicht sprechen und sagen, was mit ihr los ist.“ - Interview mit Leonies Mutter

(PM) Mnchen, 21.09.2021 - Mnchen, September 2021 – 85 Tage kmpften die rztinnen und rzte um das berleben der kleinen Leonie (Name gendert), die an Meningokokken erkrankte. Ihre Mutter berichtet im Interview, wie sie diese Zeit erlebt hat und wie es ihrer Tochter heute geht.

Kathrin (Name gendert), wann haben Sie bemerkt, dass mit Ihrer Tochter etwas nicht stimmt?

Es war Silvester, Leonie war zu dem Zeitpunkt elf Monate alt. Sie hat die ganze Nacht nicht geschlafen, morgens hatte sie leichtes Fieber. Ich dachte, sie wrde zahnen und bin zur Arbeit gegangen. Meine Schwiegermutter hat sich um Leonie gekmmert und hat ihr ein fiebersenkendes Mittel gegeben. Aber es wurde nicht besser und schlielich hat sie mich angerufen. Wir sind dann ins Krankenhaus gefahren, weil sie mittlerweile knapp 39 Grad Fieber hatte und wir uns Sorgen gemacht haben.

Kam der Verdacht auf Meningokokken im Krankenhaus sofort auf?

Nein. Die rztinnen und rzte haben einen Virus vermutet. Sie haben uns wieder nach Hause geschickt, weil man nichts machen knne. Aber Leonie ging es nicht besser und sie konnte ja nicht sprechen und uns sagen, was mit ihr los ist. Mein Mann und ich waren verzweifelt und fhlten uns so hilflos. Wir fuhren ein weiteres Mal mit ihr in die Notaufnahme. Aber man schickte uns wieder nach Hause. Dort habe ich mich kurz ausgeruht, ich war vllig erschpft. Als ich aufwachte, war Leonies gesamter Krper mit lila Ausschlag bedeckt. Sie atmete sehr flach und wir sind sofort wieder ins Krankenhaus. Als sie Leonie so sahen, fingen alle sofort an zu rennen und alles musste so schnell wie mglich gehen, um sie zu retten.

Was passierte mit Leonie?

Sie hatte einen septischen Schock, mehrere Organe versagten und aufgrund der Hauteinblutungen vermuteten die rztinnen und rzte dann sofort eine Meningokokken-Erkrankung. Der Verdacht besttigte sich. Zu der bakteriellen Meningitis (Hirnhautentzndung) kam eine Sepsis (Blutvergiftung). Leonie bekam Bluttransfusionen, musste wegen Organversagens an die Dialyse und wurde mehr als 20-mal an ihrem rechten Bein operiert. Sie musste um ihr Leben kmpfen. Fr uns war es das Schlimmste, das wir je durchmachen mussten und wir konnten nicht viel fr sie tun, auer bei ihr zu sein und zu beten. Nach 85 Tagen konnten wir sie endlich nach Hause bringen. Es ist das grte Glck, das wir je hatten.

Welche Folgeschden hat Leonie davongetragen?

Sie war monatelang an einen Beatmungsschlauch angeschlossen, was eine Stimmbandlhmung verursachte. Ihre Nebenniere ist wahrscheinlich dauerhaft geschdigt und ihr Immunsystem ist geschwcht. Ihr rechtes Bein ist zudem stark vernarbt und ein Muskel musste entfernt werden. Es steht noch nicht fest, ob sie ihr Bein retten knnen oder ob es amputiert werden muss.

Wie geht es Ihrer Familie heute?

Wir sind sehr dankbar, Leonie aufwachsen und spielen zu sehen und zu den glcklichen Familien zhlen zu drfen, die ihr Baby nach einer solchen Zeit nach Hause bringen durften. Auch wenn sie schon im Alter von wenigen Monaten mehr durchgemacht hat, als die meisten Menschen jemals erleben werden.

Was wrden Sie anderen Eltern gerne mit auf den Weg geben?

Wir wollen mit unserer Geschichte Bewusstsein dafr schaffen, wie tckisch Meningokokken-Erkrankungen sind. Wir wollen Eltern darauf aufmerksam machen, weil wir nicht wussten, dass es drei verschiedene Impfungen fr einen umfassenden Schutz gegen Meningokokken gibt und die Standardimpfung gegen Gruppe C nicht gegen die anderen Meningokokken-Gruppen schtzen kann. Um andere Kinder und ihre Familien davor zu bewahren, das durchzumachen, was wir erlebt haben, kann ich allen Eltern nur raten, sich zu informieren und die Kinderrzt*innen auf den bestmglichen Schutz anzusprechen.

Weitere Infos unter www.meningits-bewegt.de.
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