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Flughafenpolitik: „Berlin hat noch immer einen Mauerschaden“

BERsaster: Berlins Führungskräfte waren vorbereitet und reagieren entsprechend gelassen. Das Dictyonomie-Institut analysiert mit der DeutschlandGroup die aktuelle Stimmung in Berlins Wirtschaft.
(PM) Berlin, 10.05.2012 - Berlins Fhrungskrfte meinen:

1. Das Flughafen-Desaster war schon lange vorauszusehen, das Brandschutz-Argument ist lediglich vorgeschoben.
2. Als Berliner Unternehmen ist man an solche Pannen gewhnt und muss gelernt haben, damit zu leben - man muss gelassen bleiben.
3. Die Schuld liegt nicht im Flughafen-Management, sondern in Berlins politischer Grundstruktur.

Dies sind die Ergebnisse einer gestern durchgefhrten Umfrage im Kreis der DeutschlandGroup-Mitglieder. In zwei Fokus-Gruppen gaben 30 Fhrungskrfte Berliner Unternehmen ihre Einschtzungen zur Stimmungslage in Berlins Wirtschaft bzgl. der verschobenen Flughafenerffnung ab.

Einige Zitate

"Das war doch schon lngst abzusehen. Wer in den letzten Wochen mit den Mitarbeitern vor Ort gesprochen hat, wusste, dass der Termin nicht einzuhalten war. Das muss auch dem Aufsichtsrat klar gewesen sein."

"Berlin hat eine lange Tradition darin, erst Pannen zu bauen und dann bei der Kommunikation von Groprojekten nicht ganz ehrlich zu den Berlinern zu sein.“

"Es gibt genau drei Grnde fr dieses Desaster: 1.Es wird immer das gnstigste Angebot genommen. 2. Erffnungstermine werden von der Politik und nicht den eigentlichen Fachleuten festgelegt. 3. In unserer Region wird die Verantwortung immer so schn aufgeteilt, dass letztlich niemand die Verantwortung trgt und dann niemand zur Rechenschaft gezogen werden kann."

"Berlin hat noch immer einen Mauerschaden. Etablierte Netzwerke stellen bei der Planung und dem Bau eines ffentlichen Projekts ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen vor die eigentlichen Erfordernisse. So wie frher."

Darber hinaus berichtete ein Mitglied der DeutschlandGroup: Ein befreundeter BER-Mitarbeiter habe schon vor Wochen im privaten Kreis erzhlt, dass der Termin nicht zu halten sein werde.

Alexander S. Wolf, der Leiter des Dictyonomie-Instituts: "Berlin ist zu gut regional und zu schlecht international vernetzt. Die Hauptstadt leidet noch an seinen alten Seilschaften-Strukturen: Politischer Opportunismus und persnliche Bekanntschaft kommen vor Leistung und Kompetenz. Statt international nach fachkundigen Menschen fr den Bau eines Weltflughafens zu suchen, wurden die Stellen regional bestckt."
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Frau M.A. Andrea Rieckmann
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