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Pressemitteilung

Fit for Customer? Wie Unternehmen wirklich erfolgreich werden

(PM) , 22.02.2008 - Immer mehr Unternehmen stellen sich folgende Fragen: Knnen wir dauerhaft im Markt bestehen? Sind Vernderungen ntig und wenn ja, welche? Sind wir wirklich fit fr die Ansprche des Kunden? Oft werden diese Fragen zwar in einem Fhrungsgremium noch angeschnitten, aber - da sich Antworten nicht so schnell finden lassen – meistens nicht weiter diskutiert, geschweige denn entsprechende Manahmen ergriffen, um Antworten zu erhalten. Und eigentlich will man es ja auch gar nicht so genau wissen.

Anders Unternehmen, die sich regelmig an aktuellen Wettbewerben beteiligen. Wer sich mit Qualittsmanagement beschftigt, wei, dass ein kritisches Hinterfragen nicht nur sinnvoll, sondern sogar zwingend erforderlich ist, um sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Selbstbewertungen spielen hier eine entscheidende Rolle, denn auch wenn Unternehmensberatungen oft zu Beginn die Regie bernehmen und Strukturen schaffen, kann und muss das Unternehmen im Laufe der Zeit selbstndig agieren.

Erfolgsfaktoren im Vergleich

Welches sind die Faktoren, die ein Unternehmen dauerhaft erfolgreich werden lassen? Seit Jahren beschftigen Manager und Forscher sich mit dieser Frage. Eine aktuell am Lehrstuhl ISE/eurom der Ruhr-Universitt Bochum durchgefhrte Pilotstudie versucht diese Frage zu beantworten. 20 standardisierte Interviews wurden dazu in den Jahren 2006 und 2007 mit Preistrgern, Ausgezeichneten und Finalisten des Ludwig-Erhard-Preises durchgefhrt. Als Grundlage diente eine der bekanntesten Studien „Immer erfolgreich“ von Collins & Porras (2005), in der Faktoren beschrieben werden, die von guten Leistungen zu unternehmerischen Spitzenleistungen fhren sollen. Kerngedanke dieser Studie ist „Bewahre den Kern und frdere die Weiterentwicklung“ mit den drei entscheidenden Mechanismen Grundeinstellung, Weiterentwicklung frdern sowie Unternehmensphilosophie bewahren.

Visionre Unternehmen

Mit Hilfe der besagten Interviews wurde untersucht, ob die von Collins & Porras beschriebenen Faktoren fr Spitzenleistungen in Unternehmen vorhanden sind. Beim Ludwig-Erhard-Preis handelt es sich um einen jhrlich vergebenen deutschen Qualittspreis fr Unternehmen, der fr Spitzenleistungen im Wettbewerb vergeben wird. Bewertungsgrundlage ist dabei das EFQM-Modell fr Excellence der European Foundation for Quality Management. Die Auswahl fiel auf diese Unternehmen, da sie nachweislich Spitzenleistungen erbringen und die Nachhaltigkeit des Erfolges nach Umsetzung des EFQM-Modells vielfach besttigt wurde. Dabei wird Excellence folgendermaen definiert: berragende Vorgehensweise in der Fhrung, der Organisation und beim Erzielen von Ergebnissen. Laut Collins & Porras kennzeichnen visionre Unternehmen weiterhin folgende Faktoren:

• Spitzenreiter, fhrende Institution einer Branche
• Von Experten = sachkundigen Unternehmensfhrern als erstklassig beurteilt
• Prgender Einfluss auf unsere Welt
• Mehrere Generationen Fhrung durchlaufen
• Mehrere Produktlebenszyklen durchlaufen
• Min. 50 Jahre alt

Die Untersuchung sollte sowohl Aufschluss ber die Anwendbarkeit der Faktoren als auch ber die Mglichkeit einer Empfehlung dieser Faktoren an Unternehmen auf ihrem Weg zu Spitzenleistungen geben.

Die Theorie von Collins & Porras

Die Theorie von Collins & Porras sieht als zentrale Aussage die Bewahrung einer Unternehmensphilosophie und die Frderung der Weiterentwicklung vor und eine Anzahl von Mechanismen, die dazu dienen, diese zentrale Aussage im Unternehmen umzusetzen. Weiterhin werden in Collins & Porras vier Grundeinstellungen formuliert, die dazu dienen, dem Unternehmen selbst die Fhigkeit zu geben, dieser Theorie zu folgen und es damit von einzelnen Unternehmensleitern unabhngiger zu machen.

Die Annahmen, die in dieser Studie beleuchtet werden sollten und als Grundlage der Analyse dienten, sind die Folgenden:

1. In deutschen Spitzenunternehmen, den Ludwig-Erhard-Preis-Unternehmen, sind die in Collins & Porras formulierten Faktoren bezglich der Bewahrung der Unternehmensphilosophie, der Frderung der Weiterentwicklung und der entsprechenden Mechanismen zu deren Umsetzung, vorhanden.
2. Die Unternehmensphilosophie im Sinne Collins & Porras und die zur Bewahrung der Unternehmensphilosophie und Frderung der Weiterentwicklung beschriebenen Mechanismen sind in deutschen Spitzenunternehmen, den befragten Ludwig-Erhard-Preis-Unternehmen, in vergleichbar hoher Ausprgung wie bei den visionren Unternehmen von Collins & Porras vorhanden.
3. Es gibt keine Unterschiede in der Ausprgung der Faktoren zwischen den Untersuchungsgruppen Preis, Auszeichnung und Finalist, was sich durch die Weiterentwicklung der Unternehmen seit der Teilnahme am Ludwig-Erhard-Preis und die zu erwartende Nachhaltigkeit der Erfolge nach Umsetzung des EFQM-Modells begrndet.
4. Das Modell der Erfolgsfaktoren erfhrt durch das Auftreten der Faktoren in deutschen Spitzenunternehmen, den Ludwig-Erhard-Preis-Unternehmen, eine erste Besttigung.

Hohe Werte erzielt

Die Unternehmen, die fr diese Studie interviewt wurden, geben ein hohes Interesse an der Frderung der Weiterentwicklung ihrer Unternehmen und der Bewahrung ihrer Unternehmensphilosophien an. Sie zeigen insgesamt hohe Werte auf den zehn von Collins & Porras eingehend beschriebenen Faktoren. Demnach stimmen die Ergebnisse tendenziell mit denen der Studie „Immer erfolgreich“ von Collins & Porras berein. Die im Rahmen des Ludwig-Erhard-Preis geforderten und in der Theorie Collins & Porras vorhandenen Faktoren „Unternehmensphilosophie“ und „Kontinuierliche Verbesserung“ sind in den befragten Unternehmen hoch ausgeprgt, was sich durch eine Betonung dieser Faktoren im EFQM-Modell, welches dem Ludwig-Erhard-Preis zugrunde liegt, erklrt. Im Gegensatz dazu ergibt sich bei den Faktoren „RHZs“ und „Evolutionre Weiterentwicklung“ ein kontrastreiches Bild; die befragten Unternehmen zeigen diese beiden Faktoren entweder ausgeprgt oder schwach bis gar nicht. Auf den beiden Faktoren „Sektenhnliche Kultur“ und „Langfristige Nachfolgeplanung“ zeigen die befragten Unternehmen sehr unterschiedliche, aber vergleichsweise hohe Indexwerte. Dies erlaubt die Annahme, dass auch diese Faktoren – in unterschiedlich starkem Ausma – in den befragten Unternehmen genutzt werden. Auf allen vier in Collins & Porras beschriebenen Grundeinstellungen zeigen die befragten Unternehmen hohe Ausprgungen.

Die Forschungsannahmen sind wie folgt durch diese Arbeit besttigt worden: Die erste Annahme, die unterstellt, dass die Faktoren der in Collins & Porras beschriebenen Theorie, die Bewahrung der Unternehmensphilosophie, die Frderung der Weiterentwicklung und die verschiedenen Mechanismen zur Umsetzung, auch in den deutschen Spitzenunternehmen vorhanden sind, kann als besttigt angesehen werden. Auch die zweite Annahme, dass die in Collins & Porras beschriebenen Faktoren in deutschen Spitzenunternehmen in hnlich hohem Ausma wie in den visionren Unternehmen vorhanden sind, erfhrt eine tendenzielle Besttigung. Die dritte Annahme, dass es keine eindeutigen Unterschiede in der Ausprgung der Faktoren zwischen den Untersuchungsgruppen gibt, kann in ihrer negativen Formulierung zunchst als besttigt angesehen werden. Es bestehen keine durchgngigen Unterschiede zwischen den Untersuchungsgruppen in der vom Ludwig-Erhard-Preis vorgegebenen Richtung, Preis, Auszeichnung und Finalist. Die vierte Annahme, dass das Modell und seine Generalisierbarkeit auf den deutschen Raum durch die Untersuchungsergebnisse bzw. durch die Existenz der Faktoren in deutschen Spitzenunternehmen gesttzt wird, ergibt sich aus der Besttigung der vorausgegangenen Annahmen bzw. daraus, dass die befragten Unternehmen sowohl die Unternehmensphilosophie, wie auch die entsprechenden Mechanismen und Grundeinstellungen aufweisen.

Taste and Copy?

Sind Erfolgsfaktoren kopierbar? Lohnt es sich, die eigenen Leistungen mit denen besonders erfolgreicher Unternehmen zu vergleichen? Wieder einmal Fragen, denen sich Unternehmen stellen sollten und die eindeutig mit ja beantwortet werden knnen. Folgende Punkte – analog zu Collins & Porras – bieten eine gute Basis, sich im eigenen Unternehmen einmal intensiv mit nachgewiesenen Erfolgsfaktoren zu beschftigen:

1. Unternehmensphilosophie
Alle untersuchten Unternehmen haben eine Philosophie in der Absicht formuliert, Leitlinien des Handelns festzulegen. Die Fhrungskrfte der Unternehmen thematisieren diese immer wieder und unternehmen groe Anstrengungen, um diese Unternehmensphilosophie an die Mitarbeiter zu vermitteln.

2. Kontinuierliche Verbesserung
Die Unternehmen reinvestieren seit langem einen erheblichen Teil der Gewinne zur Sicherung der eigenen langfristigen Wachstumschancen.

3. Uhrmachermentalitt
Die Unternehmen weisen eine ausgeprgte Kontinuitt beim Wechsel der Fhrungsspitze und das Vorhandensein der Strukturen auf, die das „Weiterleben“ der Unternehmensphilosophie durch die Mitarbeiter sichern.

4. Umsetzung
Die Unternehmen sind stndig bemht, Manahmen, die im Zusammenhang mit der Vermittlung der Philosophie stehen, zu entwickeln und zu verbessern. Die Konvergenz der eingefhrten Manahmen wird sichergestellt.

5. Sektenhnliche Kultur
Die Unternehmen weisen zwar formelle und konkrete Indoktrinationsverfahren, ben allerdings kaum Konformittsdruck aus und verstehen die Erzeugung des Elitebewusstseins eher als Bildung einer besonderen, nicht bergeordneten, Gemeinschaft.

6. Riskante, hochgesteckte Ziele
Nur wenige Unternehmen verwenden riskante und hochgesteckte Ziele zur Frderung der Weiterentwicklung des Unternehmens. Es werden eher anspruchsvolle Ziele gesetzt, die ausfhrlich durchgeplant sind.

7. Evolutionre Weiterentwicklung
Die Unternehmen weisen ausgeprgte Ideenmanagementsysteme auf, streben aber nicht unbedingt eine mglichst groe Variation der Produktpalette an, sondern setzten eher auf Stabilitt und langfristige Produktplatzierung.

Es lohnt sich fr Unternehmen durchaus, zu schauen, was andere, erfolgreiche Unternehmen tun. Zum eigenen Erfolg gehrt es dann allerdings auch noch, diese Erfolgsfaktoren durchaus kritisch zu hinterfragen und auf die eigenen Bedrfnisse zuzuschneiden. Satt kopieren ist kapieren gefragt und statt nachmachen, besser weiterentwickeln, um so den individuellen Erfolgsweg zu gehen.
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