VOLLTEXTSUCHE
Pressearchiv
QualityHosting AG
Pressemitteilung

EEG-Umlage: Keine Ausnahme bei Rechenzentren

(PM) Gelnhausen, 08.03.2013 - Die Netzentgeltbefreiung ist in dieser Woche vom Oberlandesgericht Dsseldorf als verfassungswidrig eingestuft worden. Auch die EU-Kommission zweifelt an, dass es rechtmig ist, Unternehmen mit hohem Strombedarf von den Netzkosten auszunehmen und die brigen Verbraucher damit zu belasten.

Der Strom wird dennoch teurer, das wird wohl jeder sptestens bei der Abrechnung zum Jahr 2013 merken – egal ob geschftlich oder privat. Der Grund, der hierfr am offensichtlichsten ist: die Energiewende. Im Zusammenhang damit hat wohl auch jeder seine Annahmen ber die Grnde dafr. Selbst Politiker haben im vergangenen Jahr noch verkndet, dass etwa Rechenzentren im Gegensatz zu anderen Betrieben von der Preiserhhung ausgenommen seien.

Zutreffend ist allerdings, dass Rechenzentren genau wie Privathaushalte die volle EEG-Umlage bezahlen, benannt nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG). Dieses Gesetz steht fr die bevorzugte Einspeisung von erneuerbaren Energien ins Stromnetz. Deren Erzeugern werden durch das EEG feste Einspeisevergtungen garantiert. Um diese auf Jahre hinaus festen Vergtungen unabhngig vom aktuellen Preis an der Strombrse gewhren zu knnen, gibt es die EEG-Umlage. Diese Umlage wird zunchst allen Stromabnehmern auf den Strompreis geschlagen.

Zutreffend ist weiterhin, dass es die Besondere Ausgleichsregelung gibt, um die internationale Wettbewerbsfhigkeit bestimmter deutscher Unternehmen zu erhalten. Auf Grundlage dieser Ausgleichsregelung haben sich 2012 knapp 600 Unternehmen von der EEG-Umlage befreien lassen.

Bestehen im internationalen Wettbewerb

„Die Besondere Ausgleichsregelung (BesAR) des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) dient dazu, die durch die EEG-Umlage entstehende Belastung der Stromkosten stromintensiver Unternehmen des produzierenden Gewerbes sowie von Unternehmen, die Schienenbahnen betreiben, zu begrenzen“, so das Bundesumweltministerium (www.erneuerbare-energien.de/fileadmin/ee-import/files/pdfs/allgemein/application/pdf/hintergrundpapier_besar_bf.pdf). Ziel sei es, die internationale Wettbewerbsfhigkeit der begnstigten Unternehmen zu erhalten – bei Schienenbahnen die Wettbewerbsfhigkeit gegenber anderen Verkehrsmitteln.

Dass neben der ffentlichen Personenbefrderung ausschlielich produzierende Unternehmen von der EEG-Umlage befreit sind, knnte im Grunde genommen darauf schlieen lassen, dass wir es in Deutschland noch mit einer Industriegesellschaft zu tun haben. Allerdings wurden 2012 nur noch 26 Prozent der nominalen Bruttowertschpfung durch das produzierende Gewerbe erzielt.

Die Wertschpfung wird zunehmend von Wissensarbeitern erzielt, die mit Hilfe von Cloud- sowie Informations- und Kommunikationstechnologien qualifizierte Arbeit leisten. Deutschland sollte also mit groen Schritten auf dem Weg zur Informationsgesellschaft sein.

Dass es sich bei der Ausgleichsregelung zur EEG-Umlage um eine Vereinfachung handelt, rumt das Bundesumweltministerium selbst ein: „Das EEG geht daher vereinfachend davon aus, dass Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Bergbau grundstzlich im internationalen Wettbewerb stehen.“ Ob diese Vereinfachung zulssig sein kann, wenn daraus resultiert, dass in einer globalen Wissensgesellschaft Rechenzentren benachteiligt werden? Cloud Computing und Big Data sind die Begriffe, die aktuell die Entwicklungstrends der IT beschreiben. Die Wettbewerber deutscher Wissensverarbeitungsunternehmen heien Google, Amazon, Microsoft, HP, VMware. Groe Namen, allesamt aus dem internationalen Cloud-Wettbewerb, die keiner EEG-Umlage unterliegen, da sie kein einziges Rechenzentrum in Deutschland betreiben.

Wissen wirklich auslagern?

Die Ausgangssituation fr deutsche Cloud-Unternehmen ist also eine vllig andere als die von Unternehmen im Ausland, so dass kein gleichberechtigter Wettbewerb mglich ist. In der Konsequenz bedeutet dies, dass sich weiterhin mehr Rechenzentren im Ausland ansiedeln. Wissen aus Deutschland wird also vermehrt auf US-amerikanischen Servern gespeichert, die nicht durch das strikte deutsche Datenschutzgesetz geschtzt sind, sondern im Gegenteil dem PATRIOT Act unterliegen. Dieser besagt, dass US-Ermittlungsbehrden Zugriff auf Kundendaten von Cloud-Unternehmen haben, die ihren Sitz oder eine Niederlassung in den USA haben, auch wenn der Server in Europa steht.

Dass die Informations- und Kommunikationstechnologiebranche zu den grten und umsatzstrksten Branchen in Deutschland zhlt, ist dem Bundeswirtschaftsministerium durchaus wichtig. Nur werden die Rechenzentren, auf denen diese Branche in aller Regel fut, bislang im Rahmen der EEG-Umlage nicht so behandelt. Cloud Computing kann so in Deutschland nicht der Zukunftsfaktor sein, der die Entwicklung einer vorausdenkenden Informationsgesellschaft weiter vorantreiben wrde.
ANLAGEN
PRESSEKONTAKT
QualityHosting AG
Frau Eike-Gretha Breuer
Uferweg 40-42
63571 Gelnhausen
+49-6051-9164426
E-Mail senden
Homepage
ZUM AUTOR
�BER QUALITYHOSTING

QualityHosting ist Deutschlands Marktführer für die Cloud-Solution Hosted Exchange und bietet ein erweitertes Cloud-Portfolio inklusive SharePoint, Lync, dem Bundle-Angebot QualityOffice sowie leistungsfähige CloudServer für ...
DRUCKEN| VERSENDEN | RSS-FEED |
SOCIAL WEB
PRESSEFACH
QualityHosting AG
Uferweg 40-42
63571 Gelnhausen
zum Pressefach
Anzeige
PRESSEARCHIV
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG