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Fraunhofer-Institut fr Bauphysik IBP
Pressemitteilung

Internationales Wissenschaftskonsortium ruft Forschungs- und Restaurierungsprojekt in Pompeji ins Leben

Pompeji zählt zu den meistbesuchten antiken Stätten weltweit, dennoch ist dessen Fortbestand ungewiss. Wind und Wetter setzen den Gebäuden immer stärker zu, der antiken Stadt und ihrem Erbe droht ein unwiederbringlicher Schaden.
(PM) Holzkirchen, 31.07.2013 - Dem Verfall die Stirn bieten wollen fhrende europische Forschungsinstitutionen unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts fr Bauphysik IBP und des Lehrstuhls fr Restaurierung der Technischen Universitt Mnchen (TUM) mit dem „Pompeii Sustainable Preservation Project“. Gemeinsam planen sie Strategien fr eine nachhaltige Konservierung und den dauerhaften Erhalt der Stadt. So stehen neben dringend notwendigen Restaurierungen an antiken Bauten zwei weitere wesentliche Elemente im Mittelpunkt: die Ausbildung von Konservatoren und Nachwuchswissenschaftlern sowie die Erforschung und Entwicklung neuer Methoden und Materialien. Diese neuen Verfahren sollen weit ber Pompeji hinaus zum Erhalt antiken Kulturgutes beitragen. Zur Verwirklichung dieser Ziele suchen die Verantwortlichen nach engagierten Frderern.

Im Jahr 79 n. Chr. haben Lava und Asche des Vesuvs Pompeji unter sich begraben. Hier berlebte die Antike fast zwei Jahrtausende lang wie in einer Zeitkapsel, bevor Ende des 18. Jahrhunderts erste Ausgrabungen den Menschen wieder Zugang zu lngst vergangenen Zeiten ermglichten. Mit jhrlich 2,5 Millionen Besuchern gehrt Pompeji auch heute zu den weltweit meist besuchten archologischen Sttten.

Dieses Erbe mssen wir erhalten und pflegen. Denn es geht dabei nicht nur um die grundstzliche Bewahrung von Altem, sondern auch um die Entwicklung von Neuem. Kulturdenkmler knnen kleine Universitten sein, wenn Restaurierung durch Ausbildung und durch geistes- wie naturwissenschaftliche Spitzenforschung bereichert wird, beschreibt Prof. Dr. Klaus Sedlbauer, Leiter des Fraunhofer IBP und Vertreter des Pompeii Sustainable Preservation Project, die drei Sulen des Projekts – Ausbildung, Spitzenforschung und Restaurierung.

Ziele des „Pompeii Sustainable Preservation Project“

Erst krzlich haben die zentralen Projektpartner, die Fraunhofer-Gesellschaft, zu der das Fraunhofer IBP gehrt, und die Technische Universitt Mnchen mit dem Lehrstuhl fr Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft mit dem an die UNESCO angeschlossenen International Center for the Study of the Preservation and Restoration of Cultural Property (ICCROM), eine gemeinsame Absichtserklrung unterschrieben. Die Institutionen arbeiten in dem Projekt federfhrend mit der Soprintendenza Speciale per i Beni Archeologici di Napoli e Pompei und dem zum italienischen Kulturministerium gehrigen Istituto Superiore per la Conservazione ed il Restauro zusammen. Die School of Geography and the Environment der Universitt Oxford, die Abteilung fr Alte Geschichte des Historicums der Ludwig-Maximilians-Universitt Mnchen (LMU Mnchen) sowie das Deutsche Archologische Institut (DAI) in Rom, die Universitt Pisa und das Istituto per i Beni Archeologici e Monumentali des Consiglio Nazionale delle Ricerche (CNR) untersttzen das Vorhaben als Forschungspartner. Gemeinsam wollen alle Beteiligten Pompeji als Forschungszentrum fr die dauerhafte und nachhaltige Konservierung antiker Architektur etablieren.

Die Wissenschaftler haben dazu einen ehrgeizigen Aufgabenkatalog zusammengestellt, dessen Umsetzung sie baldmglichst in einer Insula – einem Husergeviert von Pompeji – exemplarisch beginnen wollen. Neben der vorbildlichen Restaurierung und der dauerhaften Sicherung der antiken Bauten will das Team innovative Methoden und Strategien entwickeln, um weiterem Verfall vorzubeugen. Dazu gehrt auch die Gestaltung neuer Konzepte fr Schutzbauten, deren ruinen- und besuchergerechte Errichtung sowie eine denkmalvertrgliche Begrnung der antiken Grten, erklrt Prof. Erwin Emmerling vom Lehrstuhl fr Restaurierung der TU Mnchen. All das soll geschehen unter Einbeziehung auch junger Wissenschaftler und Restauratoren, die einen Teil ihrer Ausbildung in Pompeji erfahren. Auerdem sollen Restauratoren aus anderen Kulturkreisen die Mglichkeit erhalten, hier Erfahrungen im Umgang mit antiken Monumenten zu sammeln.

Wissenschaftliche Initiative und private Frderung

Im Sommer 2014 wird der Startschuss fr das „Pompeii Sustainable Preservation Project“ vor Ort fallen. Das Vorhaben ist zunchst auf zehn Jahre ausgelegt und wird in dieser Zeit eine Frdersumme von etwa 10 Millionen Euro bentigen, um die geplanten Arbeitsschritte in der notwendigen Qualitt umsetzen zu knnen.

Die vom italienischen Staat und der Europischen Union im Rahmen des „Grande Progetto Pompei“ zurzeit initiierten Sofortmanahmen in Pompeji werden durch dieses langfristige Projekt ergnzt und erweitert. Denn die antike Stadt am Fue des Vesuvs ist gro, insgesamt umfassen die Ausgrabungen 44 von 66 Hektar Gesamtflche. Die Partner des „Pompeii Sustainable Preservation Project“ sind deshalb auf der Suche nach Sponsoren, denen der Erhalt dieser fr die europische Kultur so bedeutsamen Sttte sowie die Frderung von Forschung und Ausbildung ebenso am Herzen liegen wie ihnen.
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