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Conference on Optical Communication ECOC

Mit über 1.000 internationalen Experten und 713 eingereichten Papers stellte sich die 35th European Conference on Optical Communication (ECOC), die in Wien stattfand, erneut als hochkarätige Fachveranstaltung dar.
(PM) Wien, 02.10.2009 - Im Rahmen der ECOC 2009, die von der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (ITG) gemeinsam mit der sterreichischen Gesellschaft fr Informations- und Kommunikationstechnik im OVE (GIT) organisiert wurde, diskutieren Experten aus Wissenschaft und Industrie den aktuellen Stand der Optischen Technologie als Teil zuknftiger Telekommunikationsnetzwerke. Zu den zentralen Themen des Kongresses gehrten beispielsweise aktuelle Herausforderungen zur Verbesserung der Kapazitt photonischer Netze und dem hierzu erforderlichen Ausbau einer adquaten Infrastruktur.

In einem Punkt waren sich die Teilnehmer der ECOC 2009 einig – Glasfaserkabel bis zum Endkunden, so genannte FTTHs (Fiber-To-The-Home) sind unumgnglich, um den weltweit rasant steigenden Bandbreitenbedarf decken zu knnen. Entscheidend fr den mglichst raschen Ausbau der erforderlichen Netze ist eine mglichst kostengnstige optische Infrastruktur. Im Team von Philippe Guignard von der Orange Labs R&D in Lannion (Frankreich) ist es gelungen, ein auf verschiedene Signale basierendes Netzwerk zu entwickeln, das sowohl Ethernet sowie digitales terrestrisches bzw. Satelliten-TV als auch die so genannte Radio over Fibre (RoF) Technologie mit einbezieht.

„Die Integration verschiedener Signale in einer einzigen Infrastruktur konnte in einer Polymerfaser als Modell bereits mit einer bertragungsrate von 100 Mbit/s realisiert werden“, erluterte Guignard. Als nchstes solle versucht werden, mit Hilfe fortgeschrittener Modulationstechniken bertragungsraten von mehreren Gbit/s zu erreichen, ergnzte der Experte anlsslich der Tagung.

Meilensteine auf dem Weg zu 100 Gb/s und mehr

Auf der anderen Seite „der Front“ haben Experten wie Peter J. Winzer von Alcatel Lucent in Holmdel (New Jersey, USA) eine Reihe von Fortschritten erzielt, um die Weiterentwicklung des Ethernet-Standards fr bertragungsraten von 100 Gb/s und mehr zu erreichen. Wie er anlsslich der ECOC 2009 berichtete ist es krzlich erstmals gelungen, mit einer so genannten Standard-Einmodenfaser (Standard Single Mode Fibre, kurz SSMF) unter Einsatz des Optischen Wellenlngenmultiplexverfahren (WDM) auf zehn Kanlen bertragungsraten von 112 Gb/s ber eine Entfernung von 1022 km zu realisieren. Mit Hilfe einer elektrischen Filterung konnte der Kanalabstand ohne zustzliche optische Filterung auf 25 GHz erweitert werden. Unter dem Kanalabstand versteht man die Frequenzdifferenz, also den Frequenzabstand zwischen zwei benachbarten Funkkanlen.

Gute Zukunftschancen wurden von den Experten der ECOC auch dem so genannten MIMO-Verfahren attestiert. Das Krzel steht fr „Multiple Input Multiple Output“ und ist der Oberbegriff fr eine Methode, bei der die Funkverbindung mit mehreren Antennen optimiert wird. Dadurch lassen sich zum einen die Empfangssignale verbessern, aber auch die mgliche Distanz der bertragung und der Datendurchsatz werden erhht.

Im Arbeitskreis von Neda Cvijetic vom den NEC Laboratories America in Princeton (New Jersey) ist es jetzt gelungen, mit Hilfe der MIMO-Technik eine optische Datenbertragung von 100 Gb/s pro Kanal zu realisieren, was als bisheriges Rekordergebnis gilt. „Wir betrachten diese Methode als eine besonders effektive Lsung, der nchsten Generation der optischen Nachrichtenbertragung den Weg zu ebenen“, zeigte sich Cvijetic optimistisch.

Trotz Wirtschaftskrise: Die Datenrate wchst jedes Jahr um 50 Prozent

„Die Herausforderung besteht darin, mehr Bandbreite in jeden Haushalt zu bringen“, verdeutlichte Prof. Dr.-Ing Hans-Joachim Grallert, Geschftsfhrender Institutsleiter des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts in Berlin am Rande der Tagung. Trotz Wirtschaftskrise wachse der Datenverkehr jhrlich um 50 Prozent, und ein Ende dieses Trends sei noch nicht abzusehen, versicherte der Experte.

An diesem Wachstum sind die unterschiedlichsten Anwendungen beteiligt. „Das Spektrum erstreckt sich von Videos auf Webseiten bis hin zu den stndig wachsenden Mglichkeiten der modernen Telemedizin“, erluterte Grallert. Als weiterer Trend zeichneten sich der Ausbau von Bilddatenbanken im Web und die erweiterte Bildsuche ber Metadaten ab.
Rolf Frobse
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