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Wann ist ein Start ein Start? Begriffe aus der EU-Fluggastrechteverordnung unter die Lupe genommen

Vom Start bis zum Endziel: flightright beleuchtet Fachbegriffe aus der Fluggastrechteverordnung ++ Welche Bedeutung haben die Begriffe für Entschädigungsansprüche von Fluggästen?
(PM) Potsdam, 16.05.2013 - Die Europische Union hat mit der Fluggastrechteverordnung (EU 261/2004) festgelegt, wann Passagiere im Fall von Nichtbefrderung, Flugannullierung und -versptung Anspruch auf Betreuungs- und Entschdigungsleistungen haben. In diesem Zusammenhang wurden einige Begriffe definiert – andere gngige Ausdrcke fanden keine eindeutige Klrung. Das fhrt bei der praktischen Anwendung der Verordnung immer wieder zu Problemen. flightright (www.flightright.de) stellt hier die fr Passagiere relevantesten Definitionen sowie nicht geklrte Begriffe zusammen und hlt fest, welche Bedeutung sie in Bezug auf Entschdigungsansprche haben.

Was ist das „Endziel“? Welche Rolle spielt es fr Entschdigungsansprche?

Laut Fluggastrechteverordnung ist das „Endziel“ eines Fluges der Ort, der auf dem Flugschein steht, welchen der Passagier am Abfertigungsschalter vorlegt. Bei direkten Anschlussflgen handelt es sich um den Zielort des letzten Fluges.

Was ist, wenn es bei Anschlussflgen zu Versptung kommt? Bislang wurden alle Flge (Zubringer- und Anschlussflug zum Endziel) getrennt betrachtet. Seit einem Urteil des Europischen Gerichtshofes vom 26. Februar 2013 ist aber nicht mehr relevant, ob und in welchem Mae sich einer der in Verbindung gebuchten Flge versptet. Vielmehr ist die gesamte Versptung am „Endziel“ entscheidend. Betrgt diese mindestens drei Stunden, hat der Fluggast Anspruch auf Entschdigungszahlung durch die Airline. Mit Hilfe des Entschdigungsrechners auf www.flightright.de knnen Passagiere unkompliziert und ohne Kostenrisiko ihre Ansprche bei verspteten Anschlussflgen prfen.

Wenn der Passagier auf der Strecke bleibt: Was ist „Nichtbefrderung“?

Immer wieder ist von kuriosen Grnden zu hren, warum Passagiere nicht befrdert werden. Die EU-Verordnung spricht hier von einer so genannten „Nichtbefrderung“. Es handelt sich um die Weigerung der Airlines, Fluggste zu befrdern, obwohl sie ein gltiges Ticket besitzen und pnktlich beim Check-in sind. Soweit nicht anders von der Fluggesellschaft angegeben, muss sich der Passagier sptestens 45 Minuten vor der Abflugzeit einfinden. „Es gibt aber Grnde fr eine Nichtbefrderung, die vertretbar sind“, so Dr. Kadelbach. Zu diesen zhlen ansteckende Krankheiten und unzureichende Reiseunterlagen. Auch darf die Fluggesellschaft die Befrderung eines Fluggastes ablehnen, wenn diese die allgemeine und betriebliche Sicherheit beeintrchtigen wrde.

Was sieht das Fluggastrecht bei „Nichtbefrderung“ vor? Zu Unrecht nicht befrderte Fluggste haben Anspruch auf eine finanzielle Ausgleichleistung. Diese staffelt sich je nach Flugstrecke von 250 bis 600 Euro. Darber hinaus sieht die EU-Verordnung Betreuungs- und Untersttzungsleistungen wie Erfrischungen, Mahlzeiten, Telekommunikationsleistungen und eine alternative Befrderung vor.

Was sind „Start“ und „Landung“? Warum wre eine klare Definition wichtig?

Ein pnktlicher „Start“ bzw. „Landung“ interessiert Passagiere in der Regel am meisten. Versptet sich der Flug erheblich, haben Fluggste Anspruch auf Entschdigungszahlung durch die verantwortliche Airline. In diesem Zusammenhang ist beachtenswert, dass die Begriffe „Start“ sowie „Landung“ in der EU-Verordnung nicht definiert wurden. Startet das Flugzeug mit der so genannten Off-Block-Zeit, das heit in dem Moment, wenn die Blcke unter den Rdern entfernt werden und das Flugzeug anfngt, sich zu bewegen? Oder ist der Augenblick entscheidend, in dem der Flieger vom Boden abhebt? „Seit mit dem Urteil des EuGH vom 26. Februar 2013 allein die Versptungsdauer am Endziel entscheidend ist, sind wir gespannt darauf, wie nun der Begriff „Landung“ ausgelegt werden wird. Wird eine Fluggesellschaft auf Entschdigungszahlung verklagt, kann es fr diese deutlich gnstiger ausfallen, wenn mit „Landung“ das Aufsetzen der Vorderrder des Flugzeugs gemeint ist und nicht der Stillstand in der endgltigen Parksituation. Schlielich liee sich auf diese Weise die Versptungszeit reduzieren“, so Dr. Kadelbach. Nach mittlerweile aber gefestigter Rechtsprechung drfte es auf die sogenannte On-Block-Zeit am Endziel ankommen.

Keine Entschdigung beim „auergewhnliche Umstand“

Der „auergewhnliche Umstand“ findet in der Fluggastrechteverordnung zwar Erwhnung, wird aber auch hier nicht klar umrissen. „Eine der hufigsten Fragen von Fluggsten an flightright ist allerdings, worum es sich hierbei handelt“, wei Dr. Kadelbach. Mit „auergewhnlichen Umstnden“ sind Situationen gemeint, die es den Fluggesellschaften unmglich machen, den ursprnglichen Flugplan einzuhalten. Das knnen Streiks sein, aber auch wetterbedingte Umstnde wie Schneesturm, Eisregen oder die Aschewolke. Die Airlines sind in diesen Fllen in der Regel nicht zu einer Entschdigungszahlung verpflichtet. Anders verhlt es sich, wenn der Flieger nicht wie geplant startet, weil das Flugpersonal erkrankt ist oder weil technische Defekte am Flugzeug auftreten.
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Frau Dipl. Andrea Feustel
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flightright (www.flightright.de), das Verbraucherportal für Fluggastrechte, startete im Frühjahr 2010. Passagiere haben die Möglichkeit, Entschädigungen für verspätete oder annullierte Flüge direkt über das ...
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