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„Warten auf Placanica“ – „Schaun mer mal“ als oberstes Prinzip des deutschen Sportwettenmarktes

(PM) , 14.11.2006 - von Ansgar Lange Bonn/Wels – Die Ministerprsidenten der Bundeslnder machen dem deutschen Fuball zurzeit das Leben sauer. Als Reaktion auf den Beschluss der Landesfrsten, in einem neuen Staatsvertrag am staatlichen Wettmonopol festzuhalten, fhrt der private Sportwetten-Anbieter Bwin www.bwin.de sein Sponsoring zurck. Ende Oktober gab Bwin Medienberichten zufolge seinen Ausstieg als Co-Sponsor bei den Fuball-Bundesligisten VfL Bochum und Borussia Dortmund bekannt. Beim Top-Verein Werder Bremen wolle man aber weiterhin Trikotsponsor bleiben. Ein besonderes Problem ist das derzeitige juristische Chaos. Die Betreiber von Sportwettenfilialen beklagen rechtliche „Willkr“ und das „rabiate Vorgehen der Behrden“. „Momentan erscheint in Sachen Sportwetten nur eins eindeutig: das rechtliche Chaos, das bundesweit herrscht“, schreibt die Illustrierte Stern www.stern.de. Whrend der Stern von „Jagdszenen in Oberbayern“ spricht und die dortigen Methoden als besonders hart wertet, sieht es in anderen Bundeslndern vllig anders aus. In einigen Lndern htten die Verwaltungsgerichte teilweise zugunsten privater Wettanbieter entschieden. Dadurch werde das Chaos jedoch komplett. Und selbst die Gerichte scheinen sich jetzt selbst zu kannibalisieren. „So hat beispielsweise ein Verwaltungsgericht in Kln gegen das Urteil des zustndigen Oberverwaltungsgerichts, das die Schlieung privater Wettbros als rechtmig ansah, beim Europischen Gerichtshof Klage eingereicht“, berichtet das Hamburger Magazin. Als Allheilmittel soll nun ein „Glcksspielstaatsvertrag“ aus dem Hut gezaubert werden, nach dessen Entwurf die Werbung fr Lotterien und Sportwetten drastisch eingeschrnkt werden. Doch die Lnderbosse knnten sich dabei ins eigene Knie schieen: „Denn wenn die Werbung fr die staatlichen Oddset-Wetten, wie vorgesehen, komplett eingestellt wird, drohen zwangslufig gewaltige Einnahmeneinbuen. Gerade solche Einbuen wollte man ja eigentlich mit dem Verbot privater Wettanbieter verhindern.“ Eine eingeschrnkte Liberalisierung des Glcksspielmarktes erscheine in Anbetracht dessen als sinnvolle Lsung. Doch auch wenn sich die Landtage auf ein staatliches Glcksspielmonopol einigen sollten, ist dieses noch lngst nicht „in trockenen Tchern“. Bis Ende des Jahres werde nmlich eine Entscheidung des Europischen Gerichtshofes im Falle „Placanica“ erwartet. Falls die Richter in Luxemburg, wie in der groen Mehrheit der Flle, dem Antrag der Generalstaatsanwaltschaft folgten und damit das Verbot privater Anbieter in Italien aufhben, sei es absehbar, dass der EU-Gerichtshof auch den deutschen Staatsvertrag kassieren werde. „Ich hoffe, dass das Stck ‚Warten auf Placanica’ nicht hnlich erfolgreich sein wird wie ein anderes Stck aus dem absurden Theater mit dem Titel ‚Warten auf Godot’. Doch Scherz beiseite. Mittlerweile wird es fr alle Seiten zu einer enormen wirtschaftlichen und nervlichen Belastung, dass im deutschen Sportwettenmarkt nach der Beckenbauer-Devise ‚Schaun mer mal’ verfahren wird. Die angesprochene kontrollierte Liberalisierung wre doch ein Modell, auf dass sich alle ohne Gesichtsverlust einigen knnten. Die Zeit der Maximalforderungen ist endgltig vorbei. Eine Lsung, die der rechtlichen und wirtschaftlichen Vernunft Rechnung trgt, muss so schnell wie mglich her. In Grobritannien klappt es ja auch. Dort ist der Staat an den Wetterlsen der Privaten durch Konzessionsabgaben beteiligt, so die Einschtzung von Reinfried Wiesmayr, Geschftsfhrer des privaten Sportwetten-Anbieters Wettcorner www.wettcorner.com aus sterreich, der auf dem deutschen Markt ttig ist.
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