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Interview, 18.11.2010
Wachstumsmarkt Franchising
„Franchise-Boom kommt nicht von ungefähr“
Ein Interview mit Markus Vatter, SWISS BREAK
Franchising steht sowohl bei Grndern als auch Investoren hoch im Kurs, wie aktuelle Studien zeigen. Da sich Franchise-Nehmer erfolgreicher als andere Grnder im Markt behaupten, untersttzen auch die Banken derartige Vorhaben schneller und leichter. Was Franchise-Nehmer bei der Auswahl eines Anbieters beachten sollten, erklrt Markus Vatter, Agenturleiter bei SWISS BREAK, einem System-Gastronomie-Anbieter.
Herr Vatter, eine aktuelle Studie der Universitt Mainz ergab, dass sich Franchising immer strker zu einer Jobmaschine entwickeln wird. Wie erklren Sie sich dieses Untersuchungsergebnis?

Markus Vatter: Der Hauptgrund fr diese Prognose resultiert daher, dass Franchisepartner von hoch modernen, innovativen Dienstleistungs- und Vertriebssystemen profitieren, fr deren Umsetzung sie qualifizierte Mitarbeiter bentigen. Daher gilt Franchising zu Recht als Job- und Wachstumsmotor der Zukunft.

Dennoch sollte ein potenzieller Franchise-Nehmer sich sehr genau berlegen, fr welches Franchise-Konzept er sich entscheidet, oder?

Vatter: Vorab: Statistiken belegen, dass Franchise-Nehmer seltener scheitern als normale Jungunternehmer. Es ist schlielich von entscheidender Bedeutung, ob man mit einem markterprobten Unternehmenskonzept, Markenbekanntheit inklusive Schutzrechten, Marketing- und PR-Dienstleistungen sowie betriebswirtschaftlichem Support beginnt oder als Newcomer alles alleine aufbauen muss. Franchise-Nehmer profitieren somit ganz erheblich von einem starken Partner und dessen Know-how, so dass die Umsetzung leichter fllt. Franchise-Nehmer zu werden, empfiehlt sich somit nicht nur Investoren, sondern auch Existenzgrndern, die den sichereren Weg whlen mchten.

Trotzdem lauern auch auf Franchise-Nehmer Fallstricke. Welche zum Beispiel?

Vatter: Wichtig ist, dass der Franchise-Nehmer vor Vertragsabschluss alle Zahlen, das Know-how des Anbieters und den Vertrag sorgfltig prfen kann, am besten mit Experten, die sich im Franchisebereich auskennen. Doch nicht nur der Grnder sollte das System grndlich prfen, auch der Franchisegeber sollte Wert darauf legen, die richtigen Partner auszuwhlen. Tut er dies nicht, sollte man auf eine Zusammenarbeit verzichten. Je sorgfltiger die vorvertragliche wechselseitige Prfung erfolgt, desto besser. Schlielich geht es um eine langfristige Kooperation und meist erhebliche Investitionen.

Was sollte der Franchise-Nehmer beim Anbieter prfen?


Vatter: Zu den Dingen, die ein Franchise-Nehmer ermitteln sollte, gehrt zum Beispiel, wie der Anbieter die neuen Standorte festlegt und berprft, wie hoch dort die langfristige Nachfrage ist. Auch die Service-Leistungen des Anbieters in den Bereichen Einkauf, Marketing, Support etc. sollte en Detail definiert sein. Noch grundstzlicher ist die Beantwortung der Frage, ob zu erwarten ist, dass die Geschftsidee den Mitbewerbern am Markt berlegen ist? Natrlich sind auch die anfallenden Gebhren, Umsatzbeteiligungen, Investitionssummen und Einkaufspreise dahingehend zu prfen, ob sie den marktblichen Bedingungen entsprechen.

Wie bewerten Banken blicherweise Franchising?


Vatter: Der Deutsche Bank Research lobte in einer Studie ausdrcklich die Franchising-Branche, da diese in den nchsten Jahren in Deutschland merklich schneller wachsen drfte als die Gesamtwirtschaft. Und tatschlich legte der Gesamtumsatz der Franchising-Branche nach Verbandsangaben zuletzt um fast zwei Drittel zu. Grndungsvorhaben werden daher meist im Schnellverfahren bearbeitet, wenn der Franchise-Geber von den Banken positiv beurteilt wird. Auch die Kreditanstalt fr Wiederaufbau (KfW) steht System-Grndungen positiv gegenber und gewhrt Frderkredite.

Von dieser Finanzierungsbereitschaft der Banken trumen viele Existenzgrnder sonst nur.

Vatter: Banken zeigen sich auch nur deshalb finanzierfreudiger, da sie wissen, wie positiv sich die Vorteile beim Einkauf, der Rckenwind einer etablierten Marke, Marketinguntersttzung und Support auswirken. Das Gros der Franchise-Nehmer ist daher erfolgreich, obwohl sie in umkmpften Mrkten wie Einzelhandel, Dienstleistung oder Gastronomie ttig sind. Whrend 90 Prozent der Franchise-Nehmer die ersten fnf Jahre berstehen, schaffen das nur 35 Prozent der Grnder im Handel, ermittelte die KfW Mittelstandsbank. Studien des Internationalen Centrums fr Franchising und Cooperation an der Uni Mnster besttigen, dass das Risiko von Grnder in professionellen Franchise-Systemen signifikant geringer ist als bei anderen Existenzgrndern. Von daher kommt der Franchise-Boom auch nicht von ungefhr.

Was mssen Franchise-Nehmer an den Anbieter zahlen?

Vatter: In der Regel zahlen die neuen Partner eine Einstiegsgebhr und Anteile vom Umsatz. Wie hoch die Gebhr und die Umsatzgebhren fr Marketing, Support und Weiterbildung etc. sind, definiert jeder Anbieter selbst. Generell aber gilt: Anbieter sollten die flligen Investitionen, Gebhren, Status des Systems und Umsatzerwartung transparent darlegen, das erfordert schon allein das Gebot der Fairness zwischen den knftigen Geschftspartnern. Auerdem sollte die Gebhrenhhe im angemessenen Verhltnis zu den erbrachten Leistungen stehen.

Welche abschlieenden Tipps geben Sie Franchise-Grndern?

Vatter: Vor allem, dass sie bei ganz neuen Franchisesystemen, die noch nicht erprobt sind, vorsichtig sein sollten. Bei Bedarf sollte berprft werden, ob der Anbieter Mitglied im Deutschen Franchise Verband (DFV) ist. Selbstverstndlich sollte der Franchise-Geber mehrere Referenzen fr sein System nennen knnen, die der Franchise-Nehmer befragen kann. Mitunter ist zu empfehlen, ein Praktikum bei einem bestehenden Partner zu absolvieren und das System auf diese Weise genauer kennen zu lernen. Wer einen Franchise-Geber in die engere Wahl einbezieht, sollte sich alle relevanten Zahlen, etwa Durchschnittsumstze, Kostenverteilung etc., vorlegen lassen. Zudem sollte ein ausfhrliches Handbuch des Anbieters vorhanden sein. Der Franchise-Vertrag sollte erst nach sorgfltiger Prfung durch einen fachkundigen Anwalt unterschrieben werden.
ZUM AUTOR
ber Markus Vatter
Swiss Break Agentur Mitte West
Markus Vatter leitet eine Agentur des Franchise-Anbieters SWISS BREAK und betreut Franchise-Partner des schweizer Premium-Gastronomie-Systems, das im günstigen SB-Preissegment positioniert ist. SWISS BREAK wurde jüngst von den Juroren des ...
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