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Von der Werftenkrise zum Werftensterben: Deutsche Traditionswerften im Gezeitenwandel

Die norddeutschen Traditionswerften dürfen sich nicht im operativen Tagesgeschäft verlieren, sondern müssen die strategische Entwicklung aktiv vortreiben...
(PM) Hamburg, 05.05.2014 - Viele traditionsreiche Namen, und damit ein betrchtliches Stck deutscher Werftengeschichte, sind bereits untergegangen: Im Zeitraffer beginnt das Werftensterben 1945 mit der kriegsbedingten Demontage der Kieler Germaniawerft, die neben groen Teilen der deutschen U-Boot-Flotte die letzte kaiserliche Segelyacht ‚Meteor‘ baute, und ihre legendre Rivalin, die ‚Germania‘ von Gustav Krupp von Bohlen und Halbach. 1986 schloss, nach mehreren bernahmen durch die Kieler Howaldtswerke und Blohm+Voss, die Hamburger Vulkanwerft, wo 1913 mit dem ber 270 Meter langen ‚Imperator‘ das damals grte Schiff der Welt vom Stapel lief. 1996 musste die Bremer Vulkanwerft Konkurs anmelden, wo 1981 der weltweit grte Kreuzfahrt-Neubau entstand, die legendre ‚Europa‘.

Andere namhafte Werften wie Blohm+Voss und die Kieler Howaldswerke bestehen nur noch unter dem Mantel der heutigen ThyssenKrupp Marine Systems GmbH, die sich auf den Bau von militrischen Spezialschiffen konzentriert. Zuletzt wurde 2012 die Zivilsparte von Blohm+Voss an den britischen Private Equity Fonds Star Capital Partners verkauft. Auch viele kleinere Werften schlossen in den vergangenen Jahren die Tore, 2012 musste die Hamburger Sietas Werft Insolvenz anmelden, die immerhin auf eine bis 1635 zurckreichende Tradition zurckblicken kann, und deren Schwergutfrachter zu den leistungsfhigsten der Welt gehren. An der sprichwrtlichen Qualitt ‚made in Germany‘ kann es also nicht liegen.

Die Grnde sind vielschichtig: Zunehmende Globalisierung, Konkurrenzdruck aus Fernost, Finanz-, und Schifffahrtskrise, Strukturdefizite und fehlende Spezialisierung. Sptestens seit dem Ende des Containerbooms sind deutsche Werften nur noch fr ihre Luxusyachten, Marine- oder Spezialschiffe bekannt, oder als reine Reparaturwerften. Und genau auf diesem Sektor existieren immer noch erfolgreiche und zugleich weltbekannte Werften, wie die auf Kreuzfahrtschiffe spezialisierte Meyer Werft, die Fassmer Werft, einer der Weltmarktfhrer fr Rettungsboote, und natrlich Lrssen und Abeking & Rasmussen, zwei der weltweit gefragtesten Werften fr Luxus- und Megayachten.

Um sich am Markt behaupten zu knnen und eine langfristige Perspektive zu schaffen, muss dieser Trend der Spezialisierung konsequent weitergelebt werden. Deutsche Werften drfen sich nicht im operativen Tagesgeschft verlieren, sondern mssen die strategische Entwicklung vorantreiben, und die ntigen strukturellen, finanziellen, und personellen Rahmenbedingungen schaffen. Denn nur mit kompetenten und topmotivierten Fhrungskrften und Mitarbeitern voller Weitblick und Tatendrang, lassen sich auch die Probleme von morgen bewltigen.
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Herr Raoul Richau
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�BER RAOUL RICHAU

Der gebürtige Hamburger Raoul Richau, Jahrgang 1977, studierte Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaft und sammelte von 1999 bis 2007 Erfahrungen als freier Mitarbeiter in namhaften, internationalen Wirtschaftskanzleien, ...
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