VOLLTEXTSUCHE
Pressearchiv
Fachgesellschaft fr Ernhrungstherapie und Prvention (FET) e.V.
Pressemitteilung

Volkskrankheit Diabetes mellitus

(PM) , 29.03.2006 - Editorial von Dr. med. Alexander Mauckner in der aktuellen Ausgabe von diaita - Zeitschrift fr Ditetik: Der Nutzen gezielter Ernhrungsmanahmen zur Vorbeugung und Behandlung des Diabetes mellitus und seiner chronischen Komplikationen ist bewiesen. Die Ernhrungsberatung des Diabetikers steht aber immer im Spannungsfeld verschiedener Interessen, betont der medizinische Leiter der Gesellschaft fr Ernhrungsmedizin und Ditetik e.V. Doktor Alexander Mauckner, Ernhrungsmediziner aus Aachen, im Editorial der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift diaita – Zeitschrift fr Ditetik, die sich dem Schwerpunktthema Diabetes mellitus widmet. Speziell in Deutschland bedienen viele Firmen das Bedrfnis nach fragwrdiger „Diabetiker-Kost“. Zwangsweise etablierte standardisierte Beratungsprogramme, sogenannte „Chroniker Programme“ liefern nur minimale Inhalte, erschpfen aber den Beratungselan der Betroffenen. Der Diabetiker wird zudem als normaler Verbraucher und meist sogar kochender Familienvorstand wie alle Brger gebeutelt von den Schreckensmeldungen der Freveltaten der Nahrungsmittelindustrie von Gammelfleisch bis Gentechnik. Wo steht hier der Arzt und Ernhrungswissenschaftler oder Ditassistent? Wichtig ist, dass die Ernhrungsempfehlungen fr Menschen mit Diabetes auch der Allgemeinbevlkerung zur Erhaltung der Gesundheit empfohlen werden. Deshalb sollte sich die Nahrung fr Diabetiker nicht wesentlich von der unterscheiden, die fr die ganze Familie empfehlenswert ist. Komplettes Stillen whrend der ersten Lebensmonate kann das Risiko der Kinder fr die Entstehung eines Typ 1 Diabetes verringern. Es ist erwiesen, dass die Vermeidung von bergewicht das Risiko zur Entwicklung eines Typ 2 Diabetes vermindert. Diabetiker, die bereits normgewichtig sind, bentigen keine spezielle Empfehlung fr ihre Kalorienzufuhr. bergewichtige Diabetiker bentigen jedoch besondere Beratung, wie sie eine fettrmere und ballaststoffreichere Kost im tglichen Leben realisieren knnen. Die besagten Standardschulungen reichen hier keineswegs aus. Wunderditen fr Diabetiker gibt es nicht und spezielle, industriell designte „Lebensmittel fr Diabetiker“ braucht niemand. Statt dessen bentigen sie eine persnliche Beratung durch Ernhrungsprofis nach vorangegangener Erhebung einer strukturierten Ernhrungsanamnese, orientiert nach genauer Festlegung der Diagnosen an den therapeutischen Mglichkeiten und den speziellen Vorlieben des Diabetikers. Dies kann nur durch geschulte rzte, spezielle Ernhrungsfachkrfte und Diabetesteams erfolgen. Zu den einzelnen Bestandteilen der Nahrung ist viel geforscht und publiziert worden. So muss zum Schutz der Nieren mit tierischen Eiweilieferanten sparsam umgegangen werden und durch Bevorzugung pflanzlicher Eiweiquellen gleichzeitig gesttigte Fette reduziert werden. Der Zuckergehalt in vielen Nahrungsmitteln ist fr die Stoffwechseleinstellung des Diabetikers oft das viel geringere Problem als der zumeist gleichzeitig enthaltene hohe ungnstige Fettanteil. le, wie zum Beispiel Rapsl, Leinl, Erdnul und Haselnul, haben einen hohen Anteil an einfach ungesttigten Fettsuren, die ohne Nachteil grozgig genutzt werden knnen. Fetthaltige Nahrungsmittel mit gnstigem Fettsuremuster (Erdnubutter, Macadamiansse, Mandeln, Avocados und Oliven, Hering, Lachs, Makrelen und Thunfisch sowie grnblttrige Gemse) helfen, eine angemessene Aufnahme der gefschtzenden gnstigen Omega-3-Fettsuren sicherzustellen. Natrlich muss die Beratung dann auch die Fragen kologischer Produktion und Fangmethoden, Bestandschutz und Nachhaltigkeit erfassen. Angesichts der erwiesenen Qualittsunterschiede ein bisher strflich vernachlssigter Bereich! Eine hhere Ballaststoffaufnahme ist bei Diabetikern mit einem geringeren Risiko fr Herz-Kreislauferkrankungen verbunden, wovon sowohl Blutzucker- und HbA1c-Werte sowie Blutfette profitieren. Mikronhrstoffe spielen beim Schutz vor oxidativem Stre, der durch die Reaktion freier Radikale entsteht, eine wichtige Rolle. Den Vitaminen E (α-Tocopherol), Vitamin C (Ascorbinsure) und dem Pro-Vitamin A (β-Carotin) kommen hierbei besondere Bedeutung zu. Fnfmal pro Tag eine Portion Gemse und/oder frisches Obst, gelegentlich ein paar Nsse und die Zubereitung von Speisen unter der Verwendung von pflanzlichen len, sind ein wichtiger Schritt zur ausreichenden Vitaminversorgung des Diabetikers. Regelmige Aufnahme von Lebensmitteln mit rasch bioverfgbaren Folaten hilft, einen angemessenen Folatstatus sowie ausreichende Homocysteinspiegel im Blut sicherzustellen, um das Risiko fr Herzgeferkrankungen zu mindern. Weiter kontrovers ist die Rolle des Alkohols. Der angebliche Nutzen kleiner, erwnschter Mengen pro Tag steht erwiesenen Schden und speziellen diabetologischen Risiken gegenber. Kein Diabetiker muss Alkohol aus Grnden der Gesundheit zu sich nehmen. Eine zeitgeme Ernhrungsberatung fr Diabetiker muss ganzheitlich und individuell sein und darf sich nicht im „Absingen“ vorgefertigter Schaubildchen und Schulungsprogramme erschpfen. Diese mgen eine minimale Grundversorgung garantieren, werden jedoch den Fragen der Betroffenen und der Komplexitt der Ernhrungswelt nicht gerecht. Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift kann kostenlos unter der URL www.ernaehrungsmed.de/download/pdf/diaita_Nr.2_012006.pdf downgeloadet werden. Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe: 1. Editorial 2. Im Fokus: Diabetes mellitus 3. Ernhrungstherapie bei Diabetes mellitus 4. Ditetik News 5. Diaita-Intern 6. Ditetik – Vorgestellt 7. Ditetik – Bcher 8. Vorprogramm zum 3. Internationalen Ditetik Kongress vom 17. bis 18. Juni 2006 9. Faxantwort – Service fr Leser und Journalisten
DRUCKEN| VERSENDEN | RSS-FEED |
SOCIAL WEB
PRESSEFACH
Fachgesellschaft fr Ernhrungstherapie und Prvention (FET) e.V.
Gerhart-Hauptmann-Ring 19
60439 Frankfurt am Main
zum Pressefach
Anzeige
PRESSEARCHIV
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG