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Versicherungsrechtler Schwintowski fordert Stornoverbot der Lebensversicherung

Berliner Versicherungsexperte fordert Stornoverbot der Lebensversicherung. Dies steht in Gegensatz zur Auffassung der Verbraucherschützer. Policen Direkt, Marktführer im Zweitmarkt setzt sich für eine Kompromisslösung ein.
(PM) Frankfurt am Main, 27.05.2014 - Prof. Hans-Peter Schwintowski, Experte fr Versicherungsrecht an der Berliner Humboldt-Universitt und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundes der Versicherten (BdV) e.V. fordert ein Verbot, Lebensversicherungen vor Ablauf zu stornieren. Der Professor begrndet diese Forderung mit dem kalkulatorischen Modell der Lebensversicherung. Gegenber dem Handelsblatt (Ausgabe vom 8. Mai 2014) sagte der Jurist: „Wenn Versicherer damit rechnen mssen, Kunden bereits nach kurzer Zeit wieder auszuzahlen, knnen sie keinen langfristigen Anlagehorizont verfolgen – und das raubt Rendite". Demnach sieht er in der Kndigung der Versicherung eine Verletzung des Gerechtigkeitsprinzips, bei der die verbleibende Versichertengemeinschaft unverhltnismig benachteiligt wrde. Dabei handelt es sich keineswegs um unbedeutende Einzelflle. Erst im Sommer letzten Jahres meldete der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) ein Rekordstornovolumen in Hhe von insgesamt 14,4 Milliarden Euro fr das Jahr 2012.

Schwintowskis Forderung berrascht, da Verbraucherschtzer bislang berwiegend fr die Interessen der stornierenden Versicherten eintraten. Richtig ist aber, dass die Kosten einer Besserstellung stornierender Versicherungsnehmer immer durch die verbleibende Versichertengemeinschaft getragen werden mssen.

Gleichfalls fordert Schwintowski eine gesetzliche Hinweispflicht auf den Zweitmarkt fr Lebensversicherungen, wie sie in Grobritannien schon seit 2001 geregelt ist. Gemeinsam mit dem Bundesverband Vermgensanlagen im Zweitmarkt fr Lebensversicherungen (BVZL) e.V. setzt sich auch Policen Direkt bereits seit 2005 fr eine solche Hinweispflicht ein. In Deutschland gibt es bereits seit ber zehn Jahren einen funktionierenden Zweitmarkt, so dass die wirtschaftlichen Voraussetzungen fr solch eine gesetzliche Regelung bereits bestehen. Der Vorteil des Zweitmarktes liegt fr Schwintowski klar auf der Hand: „Die Kunden kmen raus, die Policen liefen aber weiter bis zum Ende. Das wrde die Renditen deutlich erhhen und auch die Kndiger knnten profitieren.“ Durch die Fortfhrung der Policen bleibt dem Verkufer zudem ein beitragsfreier Rest-Versicherungsschutz erhalten.

Neben einer Hinweispflicht knnte auch die von der Regierung angedachte Neuregelung der Bewertungsreserven einen Kompromiss zwischen den beiden Extremforderungen „Verbot“ und „jederzeitigem Storno ohne Einschrnkungen“ erreichen: „Wenn Versicherungsnehmer im Kndigungsfall auf die Bewertungsreserven verzichten mssten, dafr aber bei vertraglichem Ablauf ihren Anspruch auf Auszahlung der Bewertungsreserven behielten, wre dies eine fr alle gerechte Lsung und wrde sich zudem positiv auf die Stornoquote der Versicherer auswirken“ erklrt Policen Direkt-Geschftsfhrer Max Ahlers.
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