Pressemitteilung, 09.05.2017 - 10:47 Uhr
Perspektive Mittelstand
Unternehmensinsolvenzen in Europa, Jahr 2016/17
Westeuropa: Insolvenzen auf tiefstem Stand seit 2008
(PM) Neuss, 09.05.2017 - 2016 wurden in Westeuropa (EU-15-Länder sowie Norwegen und Schweiz) 169.455 Unternehmensinsolvenzen registriert. Das ist der dritte Rückgang in Folge und zugleich der niedrigste Stand seit 2008. Gegenüber dem Vorjahr (2015: 175.154) sanken die Insolvenzzahlen um 3,3 Prozent. Die konjunkturelle Erholung in Europa hatte zuletzt Fahrt aufgenommen und die politischen Unsicherheiten wie der Brexit führten bisher nicht zu größeren negativen wirtschaftlichen Auswirkungen.Ein Plus von 65,6 Prozent bei den Firmeninsolvenzen gab es in Dänemark, das in den Vorjahren aufgrund technischer Probleme aber deutlich zu niedrige Zahlen auswies. Auch in Großbritannien (plus 12,2 Prozent) und Luxemburg (plus 12,6 Prozent) stiegen die Insolvenzen zweistellig. Deutliche Rückgänge gab es in Spanien (minus 20,0 Prozent), gefolgt von den Niederlanden (minus 16,5 Prozent) und Frankreich (minus 8,4 Prozent). 12 der betrachteten 17 Länder Westeuropas verzeichneten weniger Insolvenzen.Im westeuropäischen Baugewerbe nahm die Zahl der Insolvenzen deutlich ab (minus 7,2 Prozent), gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe (minus 6,4 Prozent) und dem Handel inkl. Gastgewerbe (minus 5,1 Prozent). Im Dienstleistungssektor blieb die Zahl der Insolvenzen dagegen nahezu auf Vorjahresniveau. Mehr Pleiten in Osteuropa und den USAIn Osteuropa gab es im Jahr 2016 mehr Insolvenzen (plus 5,8 Prozent; 98.668 Fälle). Vor allem Kroatien, das nach Einführung eines neuen Insolvenzrechts abermals ein deutliches Plus verzeichnete (58,1 Prozent), zieht die Insolvenzstatistik nach oben. Die Nachwirkungen der schweren Rezession in der Ukraine ließen die Unternehmensinsolvenzen um 45,0 Prozent ansteigen. In den meisten osteuropäischen Staaten verringerte sich die Zahl der Unternehmenspleiten aber. Deutlich zweistellige prozentuale Rückgänge meldeten Polen (minus 22,5 Prozent), Rumänien (minus 21,6 Prozent), Bulgarien (minus 19,6 Prozent) und Tschechien (minus 18,8 Prozent). Auch Russland meldete sinkende Insolvenzzahlen (minus 14,5 Prozent). Mehr Unternehmensinsolvenzen wurden dagegen in den USA registriert. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Fallzahlen um 27,1 Prozent. In der Türkei gab es einen Rückgang um 19,4 Prozent. Ein Wirtschaftseinbruch konnte hier vermieden werden. 2.351 Zeichen


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