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Fraunhofer-Institut fr Arbeitswirtschaft und Organisation IAO
Pressemitteilung

Unternehmen zu Sicherheit und Gesundheit lotsen

(PM) Stuttgart, 22.05.2018 - In den vergangenen Jahrzehnten ist das Risiko, bei der Arbeit einen Unfall zu erleiden, drastisch gesunken. Heute liegt die Unfallhufigkeit mit rund 14 Unfllen je 1000 Arbeitnehmern nur bei etwa einem Viertel des Wertes von 1970. Trotzdem sterben auch heute noch Menschen bei der Arbeit oder werden schwer verletzt. Unflle und Erkrankungen sind mit erheblichen menschlichen Leid und wirtschaftlichen Kosten verbunden. So mssen die Mitgliedsunternehmen der Berufsgenossenschaft pro Jahr rund eine halbe Milliarde Euro fr Renten auf Grund von Arbeitsunfllen oder Berufskrankheiten aufbringen. Wer die Unfallhufigkeit weiter reduzieren will, muss die bewhrten technischen und organisatorischen Manahmen ergnzen und Sicherheit und Gesundheit zum festen Bestandteil der Unternehmenskultur machen, sagt Johannes Tichi, Vorsitzender der Geschftsfhrung der BG ETEM.

Aus diesem Grund hat die BG ETEM das Center for Responsible Research and Innovation CeRRI des Fraunhofer-Instituts fr Arbeitswirtschaft und Organisation IAO beauftragt, gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen der BG ETEM Ideen und Werkzeuge zu erarbeiten, die eine Weiterentwicklung der Unternehmenskultur untersttzen.

Um die Bedarfe der Mitgliedsbetriebe erfassen und verstehen zu knnen, wurden durch das Fraunhofer IAO insgesamt 40 qualitative Interviews in fnf mittelstndischen Mitgliedsbetrieben der BG ETEM durchgefhrt und ausgewertet. Die Ergebnisse wurden in einem Fokusgruppengesprch mit zehn Stuntleuten als vergleichende Extremgruppe gespiegelt und in einem weiteren Workshop mit Interessierten und Fachkrften aus dem Sicherheits- und Gesundheitsschutz weiterentwickelt. Dabei sind zwei Tools entstanden, die sich in Wirkungsgrad und Zielstellung unterscheiden und ergnzen. Durch den Einbezug der Mitgliedsbetriebe wurden bedarfsorientierte Tools geschaffen, die sich spielend und ohne groen Zeitaufwand in den Arbeitsalltag integrieren lassen., erlutert Vivien Ifflnder, Projektleiterin am Fraunhofer IAO.

Das erste Tool, das Kartenspiel Das ist Quatsch! setzt direkt beim Mitarbeitenden an. Es sensibilisiert diesen fr den betrieblichen Sicherheits- und Gesundheitsschutz, indem gngige Ausreden, sich nicht mit dem Thema auseinanderzusetzen bzw. bestehende Vorschriften einzuhalten, spielerisch entkrftet werden. Das zweite Tool PrinzipienFest regt zum Reflektieren und Diskutieren an, indem blinde Flecken im alltglichen Handeln situationsbasiert aufgedeckt und wnschenswerte Handlungsprinzipien abgeleitet werden. Die Werkzeuge untersttzen Teams dabei, ber Fhrung, Kommunikation, Beteiligung, Betriebsklima und Fehlerkultur zu sprechen. Sie sind vielseitig einsetzbar und bieten den Betrieben Gelegenheiten, Prventionskultur zum Thema zu machen: an Gesundheitstagen, Teamevents oder im Rahmen von Unterweisungen, erlutert Dr. Just Mields, Arbeitspsychologe bei der BG ETEM und fachlicher Leiter fr die Entwicklung der Trgerkampagne.

Die Tools werden durch die BG ETEM den ber 200 000 Mitgliedsbetrieben zur Verfgung gestellt und knnen ber die Homepage der BG ETEM bestellt werden.
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