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KWAG - Kanzlei fr Wirtschafts- und Anlagerecht
Pressemitteilung

Teure Rettung von HCI/MPC DeepSea Oil Explorer

Gesellschafterversammlung erzielt nur unbefriedigendes Ergebnis
(PM) Hamburg, 28.06.2011 - Als einer der grten geschlossenen Fonds wurde der DeepSea Oil Explorer von der HCI und der MPC Capital Gruppe konzipiert. Ziel war die gewinntrchtige Anlage in eine tiefseetaugliche l- und Gaserkundungsplattform. Nach Verzgerungen beim Bau der Plattform geriet auch die Finanzierung ins Wanken – aus diesem Grund fand am Freitag, 24. Juni in Hamburg eine Gesellschafterversammlung statt.

Der finanziell schwer angeschlagene Fonds bentigt weitere Kredite in Hhe von mehr als 100 Millionen US-Dollar. Infolge von Nachlssigkeiten sind bei der Plattform Bau- und Betriebsverzgerungen von circa eineinhalb Jahren zu verzeichnen, die zu Zusatzkosten und Strafzahlungen in einem Gesamtvolumen von etwa 145 Millionen US-Dollar fhren. Das Bankenkonsortium genehmigte die nun berlebenswichtige Erhhung der Kreditlinie in dieser Hhe nur bei Austausch des bisherigen Betreibers der Plattform und einer Reihe weiterer Zugestndnisse, so soll unter anderem die Bauaufsicht in andere Hnde gelegt werden.

Fr dieses umfangreiche Rettungsprogramm, welches Restrukturierungen, die Aufstockung der Kreditmittel und vor allem das Unterbleiben der prospektierten Ausschttungen fr die nchsten sieben Jahre beinhaltet, bentigten die Fondshuser die Zustimmung der Anleger. Um diese zu erhalten, wurde am Freitag, 24. Juni in Hamburg eine Gesellschafterversammlung einberufen. „Viele aufgebrachte Anleger haben dort die Konzeption des Fonds in Frage gestellt“, berichtet Tobias Weissenborn, Fachanwalt fr Bank- und Kapitalmarktrecht bei der Kanzlei fr Wirtschafts- und Anlagerecht KWAG. Immer wieder betonten MPC und HCI, dass der neue Betreiber gute Risikoeinschtzungen erhalte, ein solider Betreiber sei und mit vernnftigem Eigenkapital ausgestattet sei. „Das lsst viele Anleger aber nunmehr vermuten, dass der ursprngliche Betreiber, die Delbras, genau das Gegenteil war – er war der ihm in der Anlagekonzeption zugedachten Aufgabe des Plattformbetriebes in der Realitt gar nicht gewachsen“, so Weissenborn.

In diese Kerbe schlgt jetzt der neue Beirat des Fonds. So hat Prof. Dr. Kossow, Mitglied des Beirates, unmissverstndlich erklrt, dass die „alten“ Initiatoren einen Fonds auf die Beine gestellt htten, welcher schlichtweg schlecht und unzureichend konzipiert gewesen sei. Prof. Dr. Kossow riet auf der Gesellschafterversammlung daher, die Initiatoren fr dieses mangelhafte Werk in die Haftung zu nehmen, so wie es zuvor bereits Weissenborn geraten hatte.

Trotz Zustimmung der Anleger zu dem Rettungspaket ist der DeepSea Oil Explorer noch lngst nicht gerettet. Die Zustimmung ist derzeit lediglich der einzige Ausweg aus der drohenden Insolvenz des Fonds. Wie es jetzt mit dem Fonds weitergeht, liegt in der Hand von Petrobras. Diese muss jetzt als Charterer der Verlngerung der Kndigungszeit von ebenfalls etwa eineinhalb Jahren zustimmen. Ob und vor allem unter welchen finanziellen Zugestndnissen Petrobras hierzu bereit sein wird, steht lngst noch nicht fest.

Angesichts der Lage des Fonds wird sich Petrobras seine Zugestndnisse gut bezahlen lassen. Die Kosten dafr werden erneut die Anleger tragen. Weder die Initiatoren noch die Treuhnder waren bislang auf konkrete Nachfrage bereit, nennenswerte Zugestndnisse zu machen. Ein Verzicht auf Vergtungen, immerhin rund 56 Millionen US-Dollar, kommt nach Auskunft der auf der Gesellschafterversammlung anwesenden Vertreter nicht in Betracht.

„Insgesamt wird deutlich, dass hier ein Fonds mit der heien Nadel gestrickt wurde: Es steht der Totalverlust zu befrchten, im Nachhinein wird auf Kosten der Anleger versucht, die ntigsten Baustellen zu beseitigen“, so Weissenborn. Ob dies allerdings gelingt, bleibt abzuwarten. Die Anleger mssen bereits jetzt auf mindestens ein Drittel der prospektierten Ausschttungen verzichten – Tendenz steigend. Die Prospektverantwortlichen und Emittenten bleiben hingegen unbehelligt.

Ein unabhngiger Sachverstndiger, der von KWAG mit der Prfung des Konzeptes beauftragt wurde, erklrte bereits im Vorfeld, dass der Fonds im Prospekt keine belastbaren Zahlen nennt. Nichts anderes bemngelt nun der frisch installierte Beirat des Fonds.

Den Anlegern blieb letztendlich nichts anderes brig, als dem neuen Konzept und dem neuen Betreiber trotz hoher Verluste zuzustimmen, da das der einzige Ausweg bleibt, keinen Totalverlust einzufahren. „Umso wichtiger ist es nun, kurzfristig ber sinnvolle Exitstrategien und Schadensersatz nachzudenken. Denn wer will schon den Totalverlust erleiden?“, so Weissenborn.
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Die Bremer Rechtsanwälte Jan-Henning Ahrens und Jens-Peter Gieschen gründeten 2007 die KWAG Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht Ahrens und Gieschen - Rechtsanwälte in Partnerschaft mit Sitz in Bremen und Hamburg. Die ...
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