VOLLTEXTSUCHE
News, 21.02.2019
Studie zum Digitalverhalten der über 55-Jährigen
Babyboomer digitaler und Social Media-affiner als ihr Ruf
Die Generation der 55- bis 75-Jährigen nimmt an neuen technologischen Entwicklungen immer stärker an und integriert sie auch zunehmend in ihren Lebensalltag. Vor allem bei der Nutzung von Social Media schrumpft die Lücke zu den Jüngeren, zeigt eine Studie.
Mehr als acht von zehn Babyboomern besitzen ein Smartphone.
Mehr als acht von zehn Babyboomern besitzen ein Smartphone.
Etwa jeder vierte Deutsche zhlt zur sogenannten Babyboomer-Generation. Hierunter zhlt die Statistik alle in den geburtenstarken Jahrgngen zwischen 1955 und Ende der 1960er Jahre Geborenen. Whrend ihre Nachkommen, die sogenannten Millenials, mit Computer und Internet praktisch aufgewachsen sind, haben die Babyboomer den Groteil ihres Lebens analag verbracht. Entsprechend stellt der digitale Wandel und Integrieren technologischer Entwicklungen in den eigenen Lebensalltag fr sie eine ungleich grere Herausforderung dar als fr die jngeren Generationen der „Digital Natives“. Dies hat die Unternehmensberatungs- und Wirtschaftsprfungsgesellschaft Deloitte zum Anlass genommen, zu untersuchen, wie es um die digitalen Nachzgler der ber 55-Jhrigen in Deutschland in Hinblick auf die immer strker alle Bereiche des Wirtschaftslebens sowie privaten und gesellschaftlichen Alltags erfassende digitale Transformation steht.

„Sie verfgen nicht nur ber das grte Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland, sondern haben, durch den steigenden Anteil an Ruhestndlern unter ihnen, auch ein berdurchschnittlich groes Zeitbudget fr die Nutzung von Kommunikations- und Medienangeboten. Das macht die geburtenstarken Jahrgnge der Nachkriegsgeneration zu einer hchst relevanten und potenziell zahlungskrftigen Kundengruppe“, so Dr. Andreas Gentner, Partner und Leiter Technology, Media & Telecommunications EMEA bei Deloitte, zum Hintergrund und zur Bedeutung der Studie.

Smartphones auch fr Babyboomer Standard

Die passende Hardware fr die digitalisierte Welt ist bei den deutschen Babyboomern mittlerweile fast durchgngig vorhanden. 96 Prozent der 55- bis 74-Jhrigen haben einen Laptop oder PC. Auch bei der Marktdurchdringung von Smartphones schlieen sie zu den jngeren Altersgruppen auf: 81 Prozent der Babyboomer besitzen ein solches. Im Vergleich zu 2016 ist deren Verbreitung bei den Babyboomern um 25 Prozent und damit doppelt so stark wie im altersbergreifenden Durchschnitt gestiegen.

Insgesamt liegen die Babyboomer bei der Verbreitung digitaler Endgerte typischerweise leicht unter dem Durchschnitt, eine bemerkenswerte Ausnahme stellen allerdings eReader dar. Seit 2016 ist deren Verbreitung bei Babyboomern um fnf Prozentpunkte auf 25 Prozent gestiegen, und dies in einem insgesamt stagnierenden Markt. Die Vorzge von eReadern scheinen von den 55- bis 74-Jhrigen erkannt zu werden, sie schtzen das gegenber gedruckten Bchern handlichere Format und die Option grerer Schriften.  

Bei Netflix und Amazon fehlen passende Inhalte fr die ltere Generation

Beim Blick die Mediennutzung zeigt sich, dass die Babyboomer nicht alle digitalen Angebote annehmen. Video-on-Demand-Abonnements nutzen sie noch kaum. Nur rund 16 Prozent der Babyboomer schauen regelmig, also mindestens einmal pro Woche Filme, Serien oder Dokus bei einem Abodienst im Netz. Im altersbergreifenden Durchschnitt liegt der Nutzeranteil bei 44 Prozent. Der Erfolg von Anbietern wie Netflix oder Amazon Prime Video ist bislang vor allem den jngeren Altersgruppen geschuldet.

Die Babyboomer bleiben dagegen dem klassischen, linearen Fernsehen treu, dessen Glanzzeiten sie miterlebt haben und wo sie offenbar eher fr sie attraktive Inhalte finden. „Video-on-Demand-Anbieter erreichen Baby-Boomer mit ihren Inhalten und Eigenproduktionen derzeit nur bedingt“, sagt Klaus Bhm, Leiter Media & Entertainment bei Deloitte. „Wollen die Anbieter fr Babyboomer attraktiver werden und hier mehr Wachstum generieren, mssen sie die spezifischen Wnsche dieser Zielgruppe strker als bisher bercksichtigen.“

Deutlich aufgeschlossener sind die Babyboomer bei sozialen Medien und digitalen Kommunikationskanlen. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der Messenger-Dienst WhatsApp. Hier liegt der Nutzeranteil bei den 55- bis 74-Jhrigen mit 83 Prozent nur noch unwesentlich unter dem altersbergreifenden Durchschnitt von 88 Prozent.

Keine Scheu vor Social Media

In den sozialen Netzwerken ist fast eine Art digitale Aufholjagd der Babyboomer zu beobachten: 44 Prozent nutzen Facebook auf ihrem Smartphone, 2016 waren es nur 32 Prozent. Selbst Instagram und Snapchat werden inzwischen mit 17 beziehungsweise 10 Prozent von einem nennenswerten Anteil der 55- bis 74-Jhrigen angenommen. Dabei kommt die Nutzung quasi aus dem Nichts: 2016 lag der Anteil fr Instagram bei 3 Prozent und fr Snapchat bei gerade mal 1 Prozent. Soziale Netzwerke und Kommunikationsplattformen gehren mittlerweile fr die meisten Deutschen zum digitalen Alltag, die Babyboomer sind da keine Ausnahme.

Neben der vernetzten Hardware und den digitalen Inhalten braucht es eine entsprechend leistungsfhige Kommunikationsinfrastruktur. Die Anforderungen der Babyboomer an die Mobilfunkanbieter unterscheiden sich nicht grundlegend vom altersbergreifenden Durchschnitt, allerdings setzen die 55- bis 74-Jhrigen andere Schwerpunkte: „Sie haben bei neuen Kommunikationsdiensten stark aufgeholt“, sagt Dr. Andreas Gentner. „Eine spezifische Ansprache der 20 Millionen Babyboomer ist fr die Netzbetreiber aber weiter mglich und sinnvoll, beispielsweise ber einen herausragenden Kundenservice. Dieser kommt bei ihnen tendenziell besser an als das Hervorheben komplexer Technologien wie LTE oder 5G.“

Babyboomer sind kritische Kunden

Auch eine gute Sprachqualitt sowie die Verfgbarkeit von WiFi-Hotspots sind ihnen bei Mobilfunkangeboten wichtiger als dem Durchschnitt. Auf diese Bedrfnisse einzugehen, kann sich fr die Anbieter durchaus lohnen, da die tendenziell recht zahlungskrftigen Babyboomer etwas weniger auf die Kosten achten als andere Altersgruppen.

Zusammenfassend lsst sich sagen, dass Babyboomer digitaler als ihr Ruf sind. Die aktuellen Marktforschungsergebnisse von Deloitte zeigen, dass die 55- bis 74-Jhrigen neue technologische Entwicklungen durchaus annehmen. In den vergangenen zwei Jahren ist die Lcke zu jngeren Altersgruppen in vielen Bereichen deutlich kleiner geworden. Dies gilt jedoch nicht pauschal, denn die Babyboomer sind eine anspruchsvolle Kundengruppe, die den Wert neuer Angebote kritisch hinterfragt.

cs/Deloitte; Bild: rawpixel.com / Pexels: Lizenz: CC0 Creative Commons
WEITERE NEWS AUS DIESER KATEGORIE
NACHRICHTEN AUS ANDEREN RESSORTS
SUCHE
Volltextsuche





Profisuche
Anzeige
PRESSEFORUM MITTELSTAND
Pressedienst
LETZTE UNTERNEHMENSMELDUNGEN
BRANCHENVERZEICHNIS
Branchenverzeichnis
Kostenlose Corporate Showrooms inklusive Pressefach
Kostenloser Online-Dienst mit hochwertigen Corporate Showrooms (Microsites) - jetzt recherchieren und eintragen! Weitere Infos/kostenlos eintragen
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG