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Stubenhockersyndrom beim akademischen Nachwuchs – Deutsche Hochschulabsolventen zieht es nicht in Europas Wachstumsregionen

(PM) , 06.03.2006 - Hannover/Dsseldorf, www.ne-na.de - Zum Erklimmen der Karriereleiter ist Mobilitt eines Arbeitnehmers eigentlich unverzichtbar. Das predigen die Berufsberater beim Arbeitsamt ebenso wie ungezhlte Sonntagsredner aller nur denkbaren Parteien und Organisationen in Deutschland. „Wer einen Job will, muss auch bereit sein, den Wohnort zu wechseln.“ Doch hnlich dem Verhalten bei notwendigen sozialen Einschnitten findet auch hier das Sankt-Florians-Prinzp Anwendung: „Verschon mein Haus, znd's andere an!" Irgendein Job wird sich wohl finden, ohne dass man gleich umziehen muss, so das offensichtliche Wunschdenken des deutschen akademischen Nachwuchses. Dafr sprechen zumindest die Ergebnisse einer Studentenumfrage, fr die der Reifenhersteller Continental www.continental.de ber 1000 angehende Ingenieure, Wirtschafts- und Naturwissenschaftler in ganz Deutschland befragte. Die nmlich entpuppen sich zum groen Teil als Stubenhocker. „Die nachlassende Mobilitt sorgt bei den Verantwortlichen zunehmend fr Kopfzerbrechen“, schreibt Echo Online www.echo-online.de. Immer weniger junge Absolventen zeigen demnach Bereitschaft, sich fr einen Arbeitsplatz von angestammten Lebenssphren zu trennen. „90 Prozent der Ingenieure bewegen sich nicht von Ingolstadt nach Nrnberg oder von Gaggenau nach Rastatt“, konstatiert Thomas Sattelberger, Personalvorstand bei Continental. Noch weniger ausgeprgt sei die Bereitschaft, ein Engagement im Ausland anzunehmen. Auslandssemester whrend des Studiums seien zwar begehrt, langfristig im Ausland zu arbeiten scheint dagegen nur fr wenige attraktiv. Gerade 26 Prozent der Befragten knnten sich vorstellen, in Osteuropa zu arbeiten. Fr China wrden sich nur 25 Prozent erwrmen, obwohl beide Regionen zu den Zukunftsmrkten schlechthin gehren. „Das ist ein Warnsignal. Amerika und Europa sind zwar immer begehrt, aber die Wachstumsmrkte liegen im Osten“, sagt Sattelberger. Schlielich sei die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt international. Nicht zufllig richten immer mehr internationale Konzerne ihre Geschftsaktivitten auf die Wachstumsmrkte in Asien und Osteuropa aus, wie eine neue Studie des Beratungshauses PricewaterhouseCoppers www.pwc.de besttigt. So setzt der Stahlhersteller Mittal im Geschft mit der Automobilindustrie auf Wachstum in der Region und sieht laut Financial Times Deutschland www.ftd.de enormes Wachstumspotenzial in Polen, Tschechien, Rumnien und der Slowakei. Der Trend geht klar nach Osten. „Dabei stehen die baltischen Staaten ganz vorne in der Tabelle der Wachstumssieger“, schreibt der Dsseldorfer Vermgensberater Jrg Peisert in der Mrzausgabe seines Brsenbriefes. Mit 7,7 Prozent Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) rechne man in diesem Jahr fr Lettland, mit 7,2 fr Estland. Peisert, Geschftsfhrer der Dsseldorfer Jrg Peisert und Partner Vermgensmanagement Gmbh www.jpp-online.com, favorisiert schon seit Jahren Anlagen in den so genannten Emerging Markets. Der Standort Baltikum biete geringe Arbeitskosten und Sozialabgaben - und vor allem hochqualifiziertes und motiviertes Personal. Allein in Lettland haben mittlerweile hunderte Unternehmen aus der Bundesrepublik investiert. Das Wachstum schlage sich auch an der Brse nieder: So sei der Baltix-Index seit Anfang 2000 um sagenhafte 469 Prozent gestiegen. „Die Konjunktur in Mittel-, Ost- und Sdosteuropa boomt, aus einst maroden Plansoll-konomien haben sich boomende Volkswirtschaften entwickelt“, so Peisert. Auch Helge Pedersen, beim internationalen Finanzhaus Nordea www.nordea.de Head of Economic Research, ist sich mit Blick auf das Baltikum sicher: „Das Potenzial dieser Lnder ist noch lange nicht ausgeschpft". Voraussetzung sei, dass die baltischen Staaten ihren aktuellen Wachstumspfad weiter beschreiten. Dann drften sie in 20 bis 25 Jahren das wirtschaftliche Niveau der sechs EU-Grndungsstaaten Deutschland, Frankreich, Italien und der Benelux-Staaten erreicht haben, so der Finanzmarktexperte. Seine reformorientierte Wirtschaftpolitik, das ausgesprochen liberale Handelsregime sowie schnelle Fortschritte beim strukturellen Umbau der Volkswirtschaft haben das Baltikum zu einem der dynamischsten Wirtschaftsstandorte in Europa werden lassen - paradiesische Zustnde aus deutscher Sicht. Andrus Ansip, Ministerprsident von Estland, vergleicht die Situation mit dem deutschen Wirtschaftswunder nach dem Krieg: „Wir wenden hier die Rezepte Ludwig Erhards an und sind damit hnlich erfolgreich.“ Scheinbar nicht erfolgreich genug, um attraktiv zu sein fr deutsche Berufseinsteiger, wie die Continental-Umfrage belegt. In Rumnien, wo der Reifenhersteller im letzten Jahr eine vergleichbare Studie durchfhrte, herrsche geradezu Aufbruchstimmung, jede Chance wrde genutzt. Mobilitt wird hier erst gar nicht infrage gestellt.
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