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Fachartikel, 21.07.2011
Steuervereinfachungsgesetz
Elektronische Rechnung ausgebremst
In letzter Sekunde hat der Bundesrat am 08,07.2011 das Steuervereinfachungsgesetz gekippt. Das heißt: Die geplanten Erleichterungen bei elektronischen Rechnungen kommen nun vorerst doch nicht!

Mit dem Steuervereinfachungsgesetz war geplant, elektronische Rechnungen ab dem 1.7.2011 Papierrechnungen gleichzustellen. Damit knnten Unternehmen z. B. aus einer Rechnung, die sie per E-Mail erhalten haben, die Vorsteuer geltend machen. Das geht bisher nur, wenn die elektronische Rechnung aufwndig signiert ist.

Die entsprechenden Gesetzesnderungen hatte der Bundestag bereits im Juni verabschiedet. Auf den Internetseiten des Bundesfinanzministeriums fanden sich bereits ausfhrliche Informationen zu den Neuerungen. Die Zustimmung des Bundesrats galt nur noch als Formsache.

Doch nun bleibt vorerst doch alles beim Alten:Bei seiner Sitzung am 8.7.2011 hat der Bundesrat dem Steuervereinfachungsgesetz nicht zugestimmt. Grund dafr waren nicht die elektronischen Rechnungen, sondern die ebenfalls im Gesetz geplante Wahlmglichkeit fr Angestellte, die Einkommensteuererklrung nur alle 2 Jahre abgeben zu knnen.

Die Folge: ber das Gesetz und die elektronischen Rechnungen kann jetzt frhestens im Herbst weiter beraten und entschieden werden. So werden die Neuregelungen frhestens 2012 in Kraft treten knnen.

Da in der Presse breit ber die geplanten Neuerungen zu elektronischen Rechnungen berichtet wurde, ist die Wahrscheinlichkeit gro, dass Sie jetzt trotz der negativen Entscheidung vermehrt Rechnungen per E-Mail erhalten, die keine elektronische Signatur tragen. Fordern Sie in diesem Fall eine Papierrechnung nach. Nur so sichern Sie sich den Vorsteuerabzug!

Und was ist mit signierten elektronischen Rechnungen?

Groe Unternehmen wie z. B. die Telekom stellen ihren Kunden schon lnger elektronische Rechnungen zur Verfgung. Diese Rechnungen haben ggf. eine Signatur, so dass sie zum Vorsteuerabzug berechtigten und heute – trotz des gescheiterten Gesetzvorhabens – weiterhin berechtigen.  

Diplom-Finanzwirt Markus Kahr, Chefredakteur des Informationsdienstes „Unternehmens-Steuern aktuell“, hat aktuell einmal am Beispiel einer Rechnung der Deutschen Telekom AG zusammengestellt, mit welchen Schritten Sie sicherstellen, dass eine Rechnung eine Signatur trgt und prfungssicher zum Vorsteuerabzug berechtigt:

Stellen Sie zunchst im Kundencenter der Telekom im Internet sicher, dass Sie eine PDF-Rechnung mit Signatur erhalten. Ohne diese elektronische Signatur knnen Sie Ihre Rechnung nicht prfen. Dann enthlt Ihre E-Mail-Rechnung zwei Dateien:

  • die eigentliche Rechnungsdatei im PDF-Format und
  • die Signaturdatei (in diesem Fall mit der Endung „.pkcs7“), in der die entsprechenden verschlsselten Informationen enthalten sind

Elektronische Rechnung richtig speichern und berprfen

Die beiden Dateien speichern Sie jahrgangsweise in einem separaten Verzeichnis. Je nach Menge der Rechnungseingnge sollten Sie fr jeden Rechnungsaussteller ein eigenes Unterverzeichnis anlegen. Auf diese Weise behalten Sie am besten den berblick.

Mit einem kostenlosen Programm wie dem „digiSeal reader“ knnen Sie berprfen, ob die Signatur in Ordnung ist. Dazu markieren Sie die Datei „.pkcs7“ und klicken auf die rechte Maustaste. Sie werden jetzt aufgefordert, die entsprechende zugehrige PDF-Datei zu ffnen. Nachdem Sie die entsprechende Datei ausgewhlt haben, prft der „digiSeal reader“ automatisch, ob das elektronische Zertifikat gltig und die Datei inhaltlich unverndert ist. Diese Prfung wird in einer Dokumentationsdatei gespeichert – so knnen Sie im Falle einer Betriebsprfung nachweisen, dass Sie die elektronische Rechnung geprft haben.

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