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Agenda 2011-2012
Pressemitteilung

In Holland, Schweiz und Belgien ist Sterbehilfe gesetzlich geregelt und straffrei

Warum die Schweiz eine Sterbehilfe-Hochburg ist: Die Exit-Forderung, den begleiteten Suizid für gesunde Alte zu öffnen, befeuert die Sterbehilfe-Debatte. Antworten auf die zehn zentralen Fragen.
(PM) Lehrte, 04.09.2018 - Agenda 2011-2012 verffentlicht nachfolgend einen Bericht von Seelsorge-Zentrum: 1. Wie ist die Sterbehilfe in der Schweiz gesetzlich geregelt? Explizit gar nicht. Als Eveline Widmer-Schlumpf Justizministerin war, wollte sie eine gesetzliche Regelung einfhren. Doch ihre Nachfolgerin, SPS-Bundesrtin Simonetta Sommaruga, verkndete 2011 das Ende des Projekts. Die Vernehmlassung hatte gezeigt, dass ein politischer Konsens darber, wie eine solche Regelung im Detail aussehen sollte, kaum zu erreichen wre.

2. Welche Form der Sterbehilfe ist denn hierzulande legal? Erlaubt ist der assistierte Freitod. Suizidwillige Personen erhalten von einem Arzt eine tdliche Dosis eines Medikaments – normalerweise Natrium-Pentobarbital (NaP) –, sie mssen das Mittel aber selber einnehmen. Voraussetzung fr die Beihilfe zum Freitod ist, dass die Person urteilsfhig und ausreichend informiert ist. Der Sterbewunsch muss wohlerwogen, ohne ueren Druck geuert und dauerhaft sein.

3. Was ist verboten? Nicht erlaubt ist die aktive Sterbehilfe, bei der eine andere Person dem Sterbewilligen das tdliche Mittel verabreicht. Die – erlaubte – Beihilfe zum Suizid darf zudem nicht aus selbstschtigen Motiven oder aus Geldgier erfolgen.

4. Wie viele Leute nehmen Sterbehilfe in Anspruch? Die Zahl der assistierten Suizide in der Schweiz steigt seit Jahren stark an. Die neueste Statistik stammt von 2015, damals nahmen sich mindestens 999 Personen auf diese Weise das Leben – dies entspricht 1,5 Prozent aller Todesflle. Das ist eine deutliche Steigerung gegenber dem Jahr 2014 (742 Personen) und erst recht gegenber dem Beginn der 2000er Jahre, als es noch weniger als 200 Flle gab.

5. Was sind die Grnde fr den begleiteten Suizid? This Jenny schied mithilfe von Exit aus dem Leben. Rund die Hlfte der Verstorbenen litt laut Bundesamt fr Statistik an Krebs. Einer der bekanntesten Flle der letzten Jahre war der mithilfe der Organisation Exit verbte Suizid von This Jenny im Jahr 2014. Der SVP-Politiker hatte Magenkrebs. In den darauffolgenden Tagen nahmen die Anfragen fr Exit-Mitgliedschaften sprunghaft zu. Weitere hufige Grnde sind neurodegenerative Krankheiten (14 Prozent), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (11 Prozent) und Krankheiten des Bewegungsapparats (10 Prozent).

6. Was ist mit Demenz? Sterbehilfe bei Demenz ist ein groes Thema in der ffentlichkeit, weil viele Menschen Angst davor haben, wegen der Krankheit dahinvegetieren zu mssen. Doch weil bei einer vorangeschrittenen Demenzerkrankung die Urteilsfhigkeit nicht mehr vorhanden ist, ist ein begleiteter Suizid – und erst recht aktive Sterbehilfe – nicht erlaubt. Entsprechend machen Demenzkranke nicht einmal ein Prozent der Sterbehilfeflle aus. Als Alternative wird das sogenannte Sterbefasten diskutiert.

7. Was sind die umstrittensten Fragen in der gegenwrtigen politischen Debatte? Sorgte vor einigen Jahren vor allem die Organisation Dignitas von Ludwig A. Minelli fr Schlagzeilen, weil sie immer wieder neue Rumlichkeiten suchen musste, dominiert derzeit der Verein Exit die Debatte. Exit-Aktivisten wollen erreichen, dass knftig auch gesunde, aber lebensmde Senioren eine Freitodbegleitung durch Exit erhalten. Eine offene Frage ist jedoch, inwiefern ein solches Vorgehen berhaupt mit geltendem Recht vereinbar wre.

8. Was hat es mit dem Sterbetourismus auf sich? Die Schweiz hat europaweit eine der liberalsten Gesetzgebungen in Bezug auf die Sterbehilfe; lediglich die Niederlande und Belgien gehen noch weiter, dort ist gar die aktive Sterbehilfe gestattet. Die Schweiz ist deshalb zu einer beliebten Destination fr Sterbewillige aus dem Ausland geworden. Laut einer Studie von 2014 hat sich die Zahl der Sterbehilfe-Touristen zwischen 2008 und 2012 verdoppelt. In diesem Zeitraum nahmen sich 611 Auslnder in der Schweiz das Leben. Der Groteil stammt aus Deutschland (268) und Grobritannien (126). Dignitas spricht auf der eigenen Webseite denn auch gezielt Briten an. Aus Frankreich (66), Italien (44), den USA (21) und sterreich (14) reisten ebenfalls Menschen zum Sterben in die Schweiz.

9. Wer sind die grten Kritiker der Sterbehilfe? Die Akzeptanz des begleiteten Freitods nimmt in der Schweiz zu, doch die Kirchen haben schon vor langem den Mahnfinger gehoben. So schreibt die Schweizer Bischofskonferenz in einem weiterhin gltigen Pastoralschreiben aus dem Jahr 2002: Der Versuch, das Sterben mit einem selbst bestimmten und mglichst schmerzlosen AFreitod zu bewltigen, beraubt den Menschen der Spannung, die durch den unberechenbaren Tod in sein Leben tritt, verkennt die sozialen Auswirkungen des Sterbens und verweigert das Vertrauen darauf, dass ein Grerer Leben und Sterben in der Hand hlt.

10. Natrium-Pentobarbital ist das Mittel, das in der Schweiz im Normalfall fr den begleiteten Freitod verwendet wird.
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Die Initiative Agenda 2011 2012 stellte der Öffentlichkeit im Mai 2010 ein Sanierungskonzept mit einem jährlichen Volumen von 275 Milliarden Euro vor, das für ausgeglichene Haushalte und Rückführung der Staatsschulden ...
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