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Schwache Kennzahlensysteme im Produktionsmanagement

Studie der FELTEN Group: Meistens unzureichende Kennzahlen mit geringer Aktualität im Einsatz Methoden der Kontinuierlichen Verbesserungsprozesse (KVP) leiden unter unzureichenden Kennzahlensystemen
(PM) Serrig, 30.09.2009 - Die deutschen Fertigungsunternehmen stellen sich offensichtlich auf einen Wandel in ihrem Produktionsmanagement ein. Denn einerseits nutzen sie derzeit erst in geringem Umfang Key Performance Indicators (KPIs) in ihrer Produktion, andererseits weisen sie den Kennzahlen als Steuerungsinstrument zuknftig eine erfolgskritische Bedeutung bei. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der FELTEN Group unter mehr als 340 mittelstndischen und groen Produktionsunternehmen.

Sie geben zu fast zwei Dritteln an, dass KPIs demnchst immer wichtiger fr das effiziente Management der Fertigungsprozesse sein werden, fr weitere 20 Prozent haben sie eine mittlere Bedeutung. Diese Wertschtzung ist nicht grundlos, immerhin geben diese Daten bei sachgerechtem Einsatz und prziser Auswertung prinzipiell hilfreiche Auskunft beispielsweise zu den Bearbeitungszeiten, Ausschussquoten, Nutzungsgraden oder zu den Qualittskosten. Auch Fehlerhufigkeiten oder Prozessstabilitt lassen sich auf diese Weise sinnvoll ermitteln.

Doch derzeit findet sich in den Unternehmen erst selten ein bedarfsgerechtes Kennzahlensystem fr das Produktionsmanagement. Lediglich 28 Prozent verfgen darber, in zustzlich jedem zweiten Fall weist es schon erhebliche Einschrnkungen auf. Jedes vierte befragte Fertigungsunternehmen hat allerdings noch gar keine oder nur fragmentarische KPI-Methoden im Einsatz. Selbst dort, wo sich Kennzahlensysteme bereits weitgehend etabliert haben, bleibt ihr Nutzen gering. Dies resultiert nach der Erhebung des Softwarehauses FELTEN aus den meist veralteten Kennzahlen: Sie sind nur in jedem fnften Betrieb durchgngig und bei weiteren 22 Prozent zumindest berwiegend aktuell. Alle anderen Unternehmen kmmern sich noch selten darum, diese Daten einer kontinuierlichen berprfung zu unterziehen.

Dies ist mglicherweise auch der Grund dafr, dass diese Kennzahlen in der Praxis berwiegend sehr zurckhaltend in den Kontinuierlichen Verbesserungsprozessen (KVP) fr das Produktionsmanagement verwendet werden. Sie kommen zu diesem Zweck nur in 18 Prozent der befragten Firmen konsequent zum Einsatz. 54 Prozent nutzen sie teilweise in den KVP-Manahmen, 28 Prozent hingegen kaum oder gar nicht.

„Das Thema Kennzahlen wird in der Praxis noch uerst stiefmtterlich behandelt, obwohl dessen Relevanz offenbar den meisten Produktionsverantwortlichen durchaus klar ist“, urteilt Geschftsfhrer Werner Felten. Als Ursache dieses Widerspruchs sieht er die bisherigen Begrenzungen der Methoden und Technologien. „Die Kennzahlen haben als Steuerungsinstrument vor allem darin ihren Sinn, auf Produktivitts- und Qualittsdefizite hinzuweisen und Optimierungsmanahmen zu initiieren. Doch es fehlte bislang an zeitnahen Analysemglichkeiten, die Auskunft ber die tatschliche Wirkung der Manahmen erteilen. Und weil sich die Wirkung nicht genau ermitteln lsst, besteht auch wenig Motivation, den Aufwand fr ein bedarfsgerechtes und jederzeit aktuelles Kennzahlensystem zu betreiben.“

Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, bedarf es seiner Ansicht nach neuer analytischer Verfahren, die mit den traditionellen MES-Systemen nicht zu erreichen sind. „In den Produktionsprozessen muss die gleiche analytische Qualitt erreicht werden wie in den Business-Prozessen“, legt Felten die Messlatte hoch. Dies sei aber nur durch einen ganzheitlichen und prozessorientierten Ansatz wie Production Intelligence (PI) zu erreichen.
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