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Schluss mit dem Studentenfutter – Marketing-Professor will Uni Hohenheim zum Service-Paradies machen

(PM) , 18.01.2007 - Von Ansgar Lange Bonn/Hohenheim – Die Universitt gilt gemeinhin nicht als Dienstleistungs-Paradies, sondern eher als Servicewste. Professoren legen ihre Lehrveranstaltungen so, dass sie nur an zwei Tagen an der Uni sein mssen und quetschen noch zwischen 16 und 17 Uhr eine Sprechstunde rein, in der sie sich „Zeit“ nehmen fr die 60 Studenten ihres berfllten Seminars. Die Zustnde an vielen deutschen Hochschulen fhren zur Frustration bei den Studenten. Sie sind das Produkt eine bewussten Abschottungsstrategie mancher Lehrenden, die sich neben der Betreuung der Studenten und der zeitraubenden Gremienarbeit ein paar Stunden fr ihre Forschung mhsam freischaufeln mssen. Jetzt krempelt ein Hohenheimer Professor seinen Lehrstuhl um und erlutert im Gesprch mit Spiegel-Online www.spiegel.de seine „zehn Gebote fr eine bessere Lehre“: „Ab sofort ist der Student Kunde und der Kunde Knig: E-Mail-Antwort in 24 Stunden, Diplom-Korrektur in vier Wochen.“ Der Interviewte, Professor Markus Voeth, ist Inhaber des Lehrstuhls fr Marketing an der Universitt Hohenheim www.uni-hohenheim.de und hat bis 1992 als Student der Betriebswirtschaftslehre in Mnster die ganze Pracht einer Massenuni erlebt. Den Gemtszustand von vor 15 Jahren fasst er heute in den Worten zusammen: „Wir waren damals dankbar, dass wir berhaupt studieren konnten.“ Bildung war zu jener Zeit ein Verkufermarkt. Die Universitt konnte als Bildungsverkufer ber Prfungsordnungen und andere Regelungen bestimmen, wie die Studenten zu funktionieren hatten, erlutert Voeth. Jetzt entwickle sich ein Wettbewerbsmarkt, ein Kufermarkt, in dem „die Kunden ernster genommen und nicht nur wie Leistungsempfnger behandelt werden“. Der Bildungsmarkt habe sich von einem Monopol zu einem Wettbewerbssystem entwickelt. Voeth will mit gutem Beispiel vorangehen und sich den vernderten Bedingungen am Bildungsmarkt stellen. Er garantiert persnliche Feedback-Gesprche nach jedem Seminar, Diplomarbeitskorrekturen in vier Wochen und schnelle Antworten auf Studenten-Fragen. Voeth mchte am Lehrstuhl fr eine Aufbruchstimmung sorgen und die Studenten als Kunden ernst nehmen. Daher verspricht er, smtliche Veranstaltungsevaluationen am Schwarzen Brett auszuhngen und jede E-Mail von Studenten binnen 24 Studenten zu beantworten. Kommt ein Mitarbeiter seinen Verpflichtungen nicht nach, so soll es Sanktionen geben: „Wir werden jede Verfehlung auf unserer Homepage verffentlichen – zusammen mit einer kurzen Begrndung, warum so etwas in Zukunft nicht mehr passieren wird. Ein Beirat aus fnf Studenten kontrolliert, dass keine Beschwerden bersehen werden.“ „Die Vorschlge von Professor Voeth klingen so gut, so einleuchtend und so einfach, dass man sich wundert, warum diese Ideen nicht schon lngst zur Praxis in unseren Unis geworden sind“, kommentiert der Dienstleistungsexperte Michael Mller, Geschftsfhrer der auf IT-Dienstleistungen spezialisierten a&o-Gruppe www.ao-services.de und Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelstndische Wirtschaft (BVMW) www.bvmwonline.de. „Das Tolle daran ist ja auch, dass die Vorschlge keinen Cent mehr kosten. Wir reden ber die horrenden Kosten des Bildungssystems und vergessen, dass man mit frischen Ideen und dem Mut, ein paar Zpfe abzuschneiden, viel auf die Beine stellen kann. Bisher waren die jungen Leute an den Unis eine Art Studentenfutter: Die Massenunis saugten sie zu Hunderttausenden auf, spieen sie nach fnf oder sechs Jahren wieder aus und entlieen sie ins Berufsleben. Ich wnsche dem Experiment in Hohenheim viel Erfolg. Hoffentlich sagt man demnchst: Es geht doch. Denn eine serviceorientierte Unis wird letztlich Lehrende und Studierende zufriedener und erfolgreicher machen. Das Hohenheimer Beispiel sollte an den Unis des Landes Schule machen.“
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