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„Schlauer blauer Punkt“ soll Lebensmittelsicherheit verbessern

(PM) , 30.05.2008 - Mainz/Bonn - Im europischen Vergleich geben die Deutschen am wenigsten Geld fr Lebensmittel aus. Gleichzeitig steigen die Ansprche stndig: Alles soll immer verfgbar sein, frisch, mglichst lange haltbar und das am besten unabhngig von Jahreszeiten. Dazu nutzen die Erzeuger raffinierte Methoden, uns die Lebensmittel schmackhaft zu machen. In der ZDF-Sendung „Abenteuer Wissen" abenteuerwissen.zdf.de wurde dokumentiert, wie die Wissenschaft dazu beitrgt, den Verbraucherwnschen nach hochwertigen Lebensmitteln zu entsprechen, die ganzjhrig verfgbar, immer frisch und mglichst lange haltbar sein sollen. So werden weltweit im Schnitt 3,4 Millionen Tonnen Erdbeeren geerntet, wobei gut fnfzig Prozent der europischen Produktion von den 6000 Hektar groen Plantagen im andalusischen Huelva stammen. Aussehen vor Inhalt, Haltbarkeit vor Geschmack, lautet die Anforderung, die der Handel an Erdbeeren stellt. Was dabei auf der Strecke bleibt ist das Aroma. Die Forscher vom Institut fr Obstzchtung in Dresden-Pillnitz www.bafz.de haben sich der Rettung des Erdbeergeschmacks verschrieben.

Die alte Erdbeersorte „Mieze Schindler", ein Aromawunder, wollen sie durch Kreuzungen optimieren, denn die Sorte bese vorzgliche Marktchancen, wenn ihr der Hang zur Matschigkeit ausgetrieben werden knnte. Bis zum angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum muss jedes Produkt, sei es Milch oder Dosengemse, seine Qualitt behalten. Der Geschmack darf sich nicht verndern, der Vitamingehalt und die anderen Nhrstoffe mssen konstant bleiben und der Bakteriengehalt darf nicht wesentlich hher liegen als am ersten Tag. Die Konsequenz beim Verbraucher: Aus Angst vor gefhrlichen Keimen wandern tglich Tonnen von Lebensmitteln in den Mll, obwohl sie eigentlich noch essbar wren. Die Vernderungen von Fleisch whrend der Lagerung hat Lebensmitteltechnologin Judith Kreyenschmidt im Institut fr Prventives Gesundheitsmanagement der Universitt Bonn www.itw.uni-bonn.de viele Monate lang genau untersucht.

Groe Hoffnung setzt die Wissenschaftlerin in den so genannten „blauen Punkt". Er besitzt eine Art „innere Uhr", die bei hheren Temperaturen schnell und bei niedrigen Temperaturen langsam luft. Beim Verpackungsvorgang zu Beginn der Khlkette wird das Label aktiviert. Dunkelblau heit „ganz frisch", hellblau bedeutet „noch frisch" und wei signalisiert eindeutig „nicht mehr frisch". „Um einen Frischeindikator einsetzen zu knnen, ist es zunchst einmal wichtig, dass man den Frischeverlust des Lebensmittels charakterisiert, das heit, man muss sich genau anschauen, wie verdirbt das Lebensmittel berhaupt? Dazu ist es erst einmal wichtig, dass man die Frischeparameter auswhlt, die fr den Verderb des Lebensmittels verantwortlich sind, und anschlieend muss man diese ber verschiedene Temperatur- und Zeitintervalle untersuchen", so Kreyenschmidt.

Schlielich wurden von ihr auch die Daten fr andere Produkte je nach Art und Haltbarkeit ermittelt. Denn die Etiketten sollen auer fr Fleisch auch fr andere verpackte Frischwaren verwendet werden – zum Beispiel fr Fisch, Milchprodukte oder Obstsfte. Nach den Vorgaben von Judith Kreyenschmidt wurden die Etiketten von Wissenschaftlern der Experimentalphysik in Bayreuth gemeinsam mit der Universitt Haifa entwickelt. Seit Mrz 2008 werden sie in Bochum von der Firma Bizerba www.bizerba-openworld.com in Serie produziert, auf einer ganz normalen Druckmaschine. Die schlaue blaue Farbe wird in einem einzigen Druckvorgang mitten ins Herz gedruckt, das macht das Etikett preiswert – etwa 3 Cent soll es kosten.

Die Qualittsgarantie ber den „blauen Punkt“ sei nicht nur fr Verbraucher und Handel wichtig, sondern auch fr die Hersteller, so die Erfahrung von Daniel Kneuss Geschftsleiter der Ernst Kneuss Geflgel AG www.kneuss.com in der Schweiz: „60 Prozent unserer Lieferungen gehen an Fleischereien. Und da gibt es gute und weniger gute Betriebe. Wir mssen sicherstellen, dass unsere Produkte nur von den Besten verkauft werden, denn wir brgen mit unserem Namen fr ausgezeichnete Qualitt. Wenn Handel oder Fleischer bei der Khlung Fehler machen, dann bringt das auch unsere Kneuss-Produkte in ein schlechtes Licht. Auch wir brauchen eine Kette, die funktioniert. Wenn wir mit dem intelligenten Etikett Fehler aufdecken, beweisen und beheben knnen, strkt das unser Qualittsmanagement.“ So knne man jedes einzelne Produkt besser kontrollieren. „Bei den verschiedenen Schnittstellen vom Verladen ber das Umladen in einen neuen Khlraum, in ein Zwischenlager bis zum Endkonsumenten kann viel passieren – das ist ein langer Weg. Mit blauen Etikett knnen wir den Beweis erbringen, ob bei den unterschiedlichen Schnittstellen irgendetwas nicht stimmt“, skizziert Kneuss die Vorteile fr sein Unternehmen.
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