VOLLTEXTSUCHE
Pressearchiv
pressedienst-fahrrad
Pressemitteilung

Reifen-Technologie

(PM) , 27.06.2008 - Mehr Tempo, mehr Sicherheit und mehr Komfort durch die richtigen Reifen – worauf beim Fahrradreifen zu achten ist

[pd-f] Eigentlich denkt man nur ber sie nach, wenn man einen Platten hat – dabei htte die Bereifung am Fahrrad eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Um herauszufinden warum, lohnt sich ein Blick auf seine Konstruktion.

Haltbarkeit versus Haftung; Leichtlauf versus Pannenschutz
Lange halten soll der Reifen, dabei wie ein Saugnapf auf der Strae kleben. Und vllig unempfindlich gegen uere Beschdigungen sein, bitteschn, dabei aber geschmeidig und ohne jeden Widerstand abrollen. „Im Grunde stellt jeder Reifen, jede Gummimischung nur eine Annherung an einen Idealzustand an, der jedoch nicht zu erreichen ist“, sinniert Carsten Zahn vom Reifenhersteller Schwalbe (www.schwalbe.de). Denn ein unbegrenzt haltbarer Reifen msste aus einem sehr harten Material sein, das keinerlei Abrieb kennt – gute Haftung erfordert dagegen einen weichen Gummi, der sich an die Strukturen des Untergrundes anpasst und fr eine mglichst groe Kontaktflche sorgt.

Welcher Reifen fr welches Rad?
Dass es je nach Fahrradgattung unterschiedliche Reifentypen geben muss, ist logisch. Am Rennrad finden schmale Pneus Verwendung, die einen hohen Reifendruck erlauben, sich beim Abrollen weniger stark verformen und dadurch leichter laufen. Profilrillen sind bei diesen Reifen nur schmckendes Beiwerk. In Sachen Haftung kommt dem Profil beim Rennrad keine Bedeutung bei – hchstens eine psychologische. Das Schwalbe-Topmodell Ultremo, mit 195 Gramm brigens extrem leicht, ist folgerichtig als Slickreifen konzipiert.

Im Gelnde sieht das natrlich anders aus; hier sind Profilstollen ntig, die auf rutschigem Untergrund gute Haftung bieten. berdies mssen die Profile so konstruiert werden, dass sie sich im Gelnde nicht mit Schlamm zusetzen – „Selbstreinigung“ nennen das die Experten.

Je nach Gelnde und Fahrradtyp verwenden Mountainbiker mehr oder weniger voluminse Reifen. „Wer ein voll gefedertes MTB nutzt, kann auch schmalere und damit leichtere Reifen setzen und diese mit hherem Druck fahren“, wei Christian Malik vom MTB-Hersteller HaiBike (www.haibike.de), denn das „Fahrwerk“ sorgt fr den optimalen Bodenkontakt. Bei „Hardtails“ oder Starrbikes ohne jegliche Federungselemente mssen die Reifen gleichzeitig fr Komfort und Bodenhaftung sorgen, hier sind dickere Reifen mit weniger Luftdruck angesagt, so Malik gegenber dem pressedienst-fahrrad. Um die richtige Reifenauswahl beim Mountainbike auch fr Laien zu ermglichen, hat Hersteller Schwalbe eigens eine Matrix entwickelt.
Unterschiedliche Reifen, Witterungsbedingungen und Untergrnde sind in ihr zusammengefasst und weisen die jeweils optimale Reifenauswahl aus.

Breiter rollt leichter
Breitere Reifen rollen prinzipiell leichter, da sie eine zur Seite hin breite, in Laufrichtung jedoch schmale Auflageflche besitzen. Deshalb verformt sich so ein Reifen beim Abrollen weniger stark als ein schmaler Pneu, der einen langen, schmalen Abdruck hinterlsst. Das gilt jedoch nur fr Reifen, die identisch aufgebaut sind und mit dem gleichen Druck gefahren werden knnen – zum Beispiel Rennradreifen in 23 beziehungsweise 28 Millimeter Breite, die auf sechs bar aufgepumpt sind.

Glatt oder mit Profil?
Fahrrder, die im Alltag oder auf Touren eingesetzt werden, mssen einerseits auf Asphalt leicht laufen, andererseits Reserven bereithalten, wenn es einmal ber unbefestigte Wege geht. Fr diesen Zweck gibt es spezielle Profile mit seitlichen Stollen, die ein Wegrutschen auf schlammigen Pfaden oder Sandwegen verhindern. Reine Asphaltreifen sind hufig als „Semislicks“ mit Profilrillen gestaltet, durch die bei nassen Straen das Wasser abflieen soll. Alltagsradlern kommt es besonders auf guten Pannenschutz an, denn ihr Rad muss stndig einsatzbereit sein, auch wenn letztlich weniger Kilometer gefahren werden als auf dem Rennrad oder MTB. Eine robuste Konstruktion, die auch Glassplittern widersteht, ist also erste Wahl. „Der Marathon Plus mit spezieller Pannenschutzeinlage hlt sogar Reizwecken stand, ist aber natrlich etwas schwerer“, erklrt Carsten Zahn. Fr Reifen, die an Reiserdern eingesetzt werden, gilt das natrlich besonders – aufgrund der hohen Laufleistung mssen sie daneben besonders abriebfest sein (z. B. Marathon Plus, Marathon XR).

Immer gleich: der Aufbau
All diese Reifentypen gibt es wiederum in diversen Unterarten, doch eine Sache ist bei allen gleich: der Aufbau, der mit geringen Unterschieden immer derselbe ist. Ein Fahrradreifen besteht aus mehreren gummierten Gewebelagen, die in ihrer Gesamtheit die so genannte Karkasse bilden. An den Seitenrndern werden die Gewebelagen umgeschlagen und umfassen dabei einen Draht (bei Faltreifen ein flexibler Strang aus Kunstfasern), der dem Reifen seine runde Form gibt und fr den Halt am Felgenhorn sorgt. Oben auf der Karkasse sitzt die Laufflche (auch „Protektor“ genannt), darunter beziehungsweise zwischen den Gewebelagen befinden sich die Pannenschutzstreifen. Die ganze Konstruktion wird unter Druck und Hitze zusammenvulkanisiert und bildet eine untrennbare Einheit. Im Inneren des Reifens befindet sich der lufthaltige Schlauch, der ber ein Ventil befllt wird.

Neben diesem Bauprinzip gibt es im Grunde nur eine andere Reifenart: der Schlauchreifen, bei dem die Karkasse unten zusammengenht ist und der dadurch einen runden Querschnitt aufweist (z. B. Ultremo tubular, Stelvio tubular). Solche Reifen werden auf spezielle Felgen geklebt nur im Rennsport genutzt, vor allem da, wo es auf besonders hohen Luftdruck ankommt wie auf der Radrennbahn oder auf besonders niedrigen – bei Querfeldeinrennen auf ungefederten - Spezialrennrdern.

Der Betriebsdruck eines Reifens hngt brigens im Wesentlichen von seinem Volumen ab. Schmale Reifen mit einer kleineren Innenflche halten hherem Druck stand – bei einem durchschnittlichen Rennreifen sechs bis zehn bar. Mountainbikes, Trekking- und Cityrder werden mit drei bis vier bar gefahren, teilweise auch etwas mehr, wenn mehr Wert auf Leichtlauf denn auf Komfort gelegt wird – hart aufgepumpte Reifen rollen leichter, aber sie „federn“ weniger.
DRUCKEN| VERSENDEN | RSS-FEED |
SOCIAL WEB
PRESSEFACH
pressedienst-fahrrad
Wilhelm-Raabe-str. 22
37083 Gttingen
zum Pressefach
Anzeige
PRESSEARCHIV
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG