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Pragmatismus statt Euphorie bei SOA-Projekten

(PM) , 23.10.2008 - Erfahrung und Beratungskompetenz gefragt

Mnchen - IT-Analysten berboten sich in den vergangenen Jahren mit gigantischen Marktprognosen fr so genannte service-orientierte Architekturen (SOA). IDC www.idc.com schtzte die Gre des weltweiten Softwaremarkts fr SOA-Produkte im laufenden Jahr auf knapp sechs Milliarden Dollar. Bis zum Jahr 2011 soll der Wert auf 14 Milliarden Dollar steigen. „Die Konkurrenten von AMR Research www.amr-research.com legten noch eine Schippe drauf und zhlten auch die Serviceumstze mit. Demnach haben Unternehmen bereits im Jahr 2007 rund 22 Milliarden Dollar fr SOA-Vorhaben ausgegeben“, schreibt die Computerwoche. Bei einer durchschnittlichen jhrlichen Wachstumsrate von 20 Prozent knnte das Marktvolumen bis zum Jahr 2012 auf knapp 52 Milliarden Dollar anschwellen. Mindestens 77 Prozent aller Unternehmen sollen bis dahin eine SOA-Initiative angestoen haben. „Glaubt man den Auguren, sind die Motive fr SOA immer die gleichen: mehr Agilitt im Wettbewerb durch flexiblere IT-Strukturen, ein effizienterer IT-Betrieb dank wiederverwendbarer Services und damit unterm Strich sinkende Kosten“, so die Computerwoche www.computerwoche.de.

Das stehe allerdings im krassen Gegensatz zu den praktischen Erfahrungen, von denen Berater berichten. „Die meisten SOA-Vorhaben werden spektakulr scheitern", warnt Anne Thomas Manes vom Beratungshaus Burton Group www.burtongroup.com. Berichte ber typische Fehler und Versumnisse wrden sich hufen. Gartner verffentlichte sogar schon eine Liste mit SOA-Todsnden. „Beispiel IT-Kosten: Laut einer Untersuchung von Saugatuck Technology www.saugatech.com erhoffen sich zwar 57 Prozent der Verantwortlichen sinkende Ausgaben als Ergebnis ihrer SOA-Bemhungen. Doch von konkreten Einsparungen in laufenden oder bereits abgeschlossenen Projekten ist kaum etwas zu hren. Angesichts der hohen Vorabinvestitionen scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein“, so die Computerwoche. Beispiel Agilitt: SOA erlaube es Unternehmen, die IT zu flexibilisieren und damit agiler zu werden, werben die Softwareanbieter. „Das Problem hinter diesem Argument ist vielschichtig. Budgetverantwortliche knnen mit dem schwammigen Begriff oft nichts anfangen; sie verlangen konkrete Zielvorgaben und Ergebnisse. Hinzu kommt, dass sich Agilitt schwer messen lsst und sich damit verbundene Effekte, wenn berhaupt, erst nach einer lngeren Anlaufzeit einstellen“, fhrt die Computerwoche aus.

„Der SOA-Hype ist tatschlich zu Ende, und das ist gut so. Auch die Hersteller erkennen, dass es nicht mehr ausreicht, SOA auf ihre Produkte zu schreiben“, argumentiert Wolfgang Beinhauer vom Fraunhofer-Institut Arbeitswirtschaft und Organisation. Gefragt seien jetzt Erfahrung und Beratungskompetenz. Einen Erfolg der anfnglichen Euphorie sieht er darin, dass das Thema Rahmenwerk fr die IT wieder strker ins Bewusstsein der Verantwortlichen gedrungen sei. Etliche Unternehmen gben nun finanzielle Mittel fr Architekturprojekte frei. „Dass viele Projekte gescheitert sind, lag vor allem an den fehlenden Skills und einer mangelhaften Untersttzung im Management. SOA ist keine kurzfristig wirkende Geldmaschine“, erlutert Tudor Andronic verantwortlich fr Retail Systems Development bei Bizerba www.bizerba.de. Jedes Unternehmen msse eigenstndig entscheiden, wann und mit welcher Ausprgung SOA sinnvoll ist.

„Wir halten an SOA-Standards auf jeden Fall fest, denn unsere Systeme mssen sich einfach und nahtlos in Kundenumgebungen einfgen. SOA bleibt ein sehr ntzliches Konstruktionsprinzip fr IT-Netzwerke. Das, was eine bestimmte Einheit fr das Gesamtnetz leistet, wird als Dienst, als Service, fest definiert. Jede andere Einheit des Systems kann ber eine Schnittstelle diesen Service aufrufen und auf die entsprechenden Informationen zugreifen. In einem bestimmten Status verlange ich nach einem Service, und ich bekomme ihn: Ich habe Durst, ich verlange etwas, und ich bekomme ein Glas Wasser“, so Andronic gegenber NeueNachricht www.ne-na.de. Um mehr wrde es bei SOA nicht gehen. Pragmatismus statt Euphorie sei deshalb die bessere Geisteshaltung, um SOA-Projekte zu realisieren.

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