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Peter Cornelius - Handschrift

(PM) , 26.09.2008 - Die meisten von uns kennen den Wiener Snger, Songschreiber und Gitarristen PETER CORNELIUS als Interpreten sanfter, eher stillerer Ohrwrmer der Sorte "Du entschuldige, I kenn Di", "Reif fr die Insel", "Schtig" oder "Der Kaffee ist fertig". Fraglos allesamt unverbrchliche Klassiker sterreichischer Popmusik der 80er Jahre von hchster Qualitt.

Nach seinem ebenfalls berwiegend ruhigen, introvertierten Comebackalbum "Lebenszeichen" (2001- der passionierte Gitarrensammler und bekennende "Kinks"-Fan hatte sich 1993 entnervt aus dem Musikgeschft zurckgezogen und eine kreative Schaffenspause eingelegt), glnzte Peter Cornelius jedoch hauptschlich mit rockigen, drastischen Klngen, die mit "Der Kaffee ist fertig"-Seligkeiten nicht viel gemein haben.

Dieser Tage legte der Vollblutmusiker aus der Donaumetropole seine aktuelle CD "Handschrift" (Masterfader Records) vor: Zwlf beraus profunde, nicht selten komplexe, durchwegs musikalisch, wie textlich uerst vielseitige Rock/Pop-Kleinode voller Intensitt und Aussagekraft, die einen offensiven, voranstrebenden, im besten Sinne des Wortes "aggressiven" Peter Cornelius prsentieren.

Als sprichwrtlichen "Austropop" kann man das Material von "Handschrift" keinesfalls bezeichnen. Dieser vielgeschundene Begriff wrde den darauf vorhandenen zwlf Songs niemals gerecht. In musikalischer Hinsicht unberhrbar von Tom Petty, Bruce Springsteen oder den "Beatles" beeinflut, fallen die Arrangements, die klanglichen Umsetzungen seiner Kompositionen, bei denen Peter Cornelius brigens, mit Ausnahme des Schlagzeugs, smtliche Instrumente selbst bedient und eingespielt hat, trotz ab und zu genutzten Wiener Dialekts, letzten Endes eindeutig in das Spektrum des traditionellen Deutschrock der mittleren bis ausgehenden 80er Jahre, wobei das 57jhrige Multitalent aus der Donaustadt auch (und fters als je zuvor) diverse Elemente modernerer Rockmusik kongenial in seine Inszenierungen eingebunden hat.

Bereits der Erffner von "Handschrift" zeigt einen Peter Cornelius in gesanglicher und textlicher Bestform. Fette Gitarrenklnge – von Ferne an Peters 1981er-Hit "Ganz Wien hat den Blues" gemahnend – untermalen den inhaltlich sehr philosophisch ausgerichteten Geradeaus-Rocker "Wer wird Dich halten".

Daran anschlieend folgt der nachdenkliche, immens Tom-Petty-beeinflute Mid-Tempo-Rocker "Pfauenrad" – ein sehr persnlicher, graziler Titel, der die – im positivsten Sinne des Wortes – "chaotische", ruhelose Persnlichkeit seines Interpreten in Hchstform darlegt.

Intim, sensibel, so verletzlich, wie verletzt, berichtet Peter in Track 3 von "Handschrift" ber einen Besuch, gemeinsam mit seiner Gattin, in der "72sten Strae" (Liedtitel) in New York. Dort, direkt gegenber dem sagenumwobenen Central Park, wurde am 08. Dezember 1980 "Ober-Beatle" John Lennon, der zusammen mit Yoko One im "Dakota Building" in ebenjener "72sten Strae" residierte, von einem irren Fan erschossen. Peters Hommage an John ist einerseits sehr, sehr persnlich ausgefallen. Sie vereint Hochachtung, Verehrung, Trauer, Dankbarkeit und Offensive auf genialische Art und Weise – Tenor dieser wunderbaren Ehrerbietung: Ohne Dich, lieber John Lennon, wre ich womglich nie Musiker geworden, ich se heute in irgendeinem langweiligen Job – Fazit: Ohne Dich, lieber John, wre ich niemals das geworden, was ich heute bin.

Der Verfasser dieser Zeilen denkt sich, da John Lennon ob dieser traumhaften Reminiszenz seines groen Fans Peter Cornelius vor Freude im Grabe rotiert : ))

Sehr Springsteen’esk ausgefallen sind dagegen die hymnischen, eindringlichen, geradezu aufpeitschenden Rocknummern "Jede Menge Zeit" und "Wenn der Wind zum Sturm wird".

Das sog. "Burn-Out-Syndrom" ist eine psychosomatische Strung, die, laut Wikipedia.de, 1973 erstmals diagnostiziert wurde und zunchst vor allem bei "Helfenden Berufen" (Lehrern, Sozialpdagogen, rzten, Pflegekrften) auftrat. Schlafstrungen, Kopfschmerzen, Frustrationen, Depressionen sind die hufigsten Merkmale dieses Syndroms. Peter Cornelius vermochte es auf "Handschrift", diese, dem Verfasser dieser Zeilen ganz und gar nicht unbekannte Erkrankung, gleichsam sarkastisch, liebe- und verstndnisvoll im Kontext einer fetzigen, eher dunkel-dsteren Rockhymne, darzustellen.

Der halbakustische Blues "Fugngerzone" berzeugt musikalisch, wie textlich enorm; ein phnomenaler Titel, in den man sich zweifelsfrei erst mal "hineindenken" mu – wenn man dies aber getan hat, findet man sich jedoch umgehend darin wieder.

Die eher balladesk/gemchlich, durchaus romantische, mit leckeren Hintergrundchren ausstaffierte Gitarrenelegie "Weihnachtsamnestie", die sehr synthesizerlastige, experimentelle Elektropop/Triphop/Rock-Melange "Nebenwirkung", sowie die schrge Computerpop-Klangkaskade "Digitale Mona Lisa" zeigen einen vollkommen ungewohnten, ultra-unkommerziellen Peter Cornelius, bevor die knisternde, bluesorientierte Liebes-/Freundschaftsballade "Du fehlst mir so" vorliegendes, insgesamt knapp 46mintiges Meisterwerk liebenswert und vershnlich beschliet.

"Handschrift" ist tatschlich eine Produktion mit Hand und Fu. Sie ist Peter Cornelius pur – textlich brillant, musikalisch zumeist rockig, gitarrenbetont ausgestaltet. Das Album ist garantiert nichts zum Nebenbeihren, man mu sich in die einzelnen Beitrge darauf langsam und mit viel Fingerspitzengefhl hineinfhlen, hineinleben, vielleicht sogar hineinsteigern. Jeder einzelne Titel steht fr sich, die klassische "Hit-Single" ist nicht dabei. Fr das Mainstreampublikum ist "Handschrift" nicht geschaffen; so verschrobene, wie nicht scheuklappenbehaftete Freaks, Intellektuelle und Querdenker werden die CD aber umgehend in ihr Herz schlieen.

Genannte Menschentypen, die an einer Augenkrankheit leiden, werden "Handschrift" per se genauso lieben. Allerdings werden diese groe Schwierigkeiten mit dem CD-Beiheft haben. Die durchgehend lesenswerten Texte sind in einer derart kleingehaltenen Schrift darin abgedruckt, da sich der an einer Augenproblematik leidende Rezensent von seiner Frau Mama eine Lupe zusenden lassen mute, um Peter Cornelius’ perfekte Wortspielereien nachlesen zu knnen.

Davon abgesehen aber, stellt "Handschrift" eine schier perfekte Gratwandlung zwischen knalligen Rocksounds und hochintelligenter Lyrik dar, die in der deutschsprachigen Popszene des Jahres 2008 ihresgleichen lange suchen mu.

Das Album verbindet traditionellen Deutschrock der 80er Jahre auf phantastische Weise mit aktuelleren Klangexperimenten, ohne die "alte" Fan-Generation zu verschrecken, die – wie der Verfasser dieser Zeilen – mit Peters eingangs erwhnten Evergreens a la "Du entschuldige..." oder "Reif fr die Insel" letzten Endes intim aufgewachsen sind!

Gesamtnote: Bestwertung

Quelle: Holger Strenburg

www.petercornelius.com
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