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Pressemitteilung

Neuer BBE media Branchenreport - Versicherungswirtschaft 2016

Die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise sind in der Versicherungsbranche deutlich zu spüren. Das Bedürfnis nach Sicherheit sorgt für steigende Beitragseinnahmen.
(PM) Kln, 12.05.2011 - Seit 2008 kletterten die Beitragseinnahmen der Assekuranz in den Jahren 2009 und 2010 um jeweils mehr als 4,2 Prozent und fhrten zu Rekord-Beitragseinnahmen von rund 179 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

So werden die jhrlichen Zuwachsraten in der Versicherungswirtschaft nach BBE-Berechnungen bis zum Jahr 2016 nur noch rund 2,5 Prozent erreichen. Das geht aus dem aktuell erschienen BBE-Branchenreport - Versicherungswirtschaft 2016 hervor. Lag der Zuwachs in den Jahren 1970 bis 1980 noch bei mehr als 10 Prozent pro Jahr, waren es in den Jahren von 1980 bis 1990 sowie von 1990 bis 2000 knapp 7 Prozent und dann von 2000 bis 2010 nur rund 3 Prozent Zuwachs pro Jahr. In fnf Jahren werden die Versicherungsunternehmen Beitragseinnahmen von 207 Milliarden Euro verbuchen knnen.

Whrend das Neugeschft gegen Einmalbeitrag einen historischen Hchststand erreichte, verluft das Neugeschft mit Vertrgen gegen laufenden Beitrag deutlich schwcher als im Vorjahr. Seit 2004 nimmt die Bestand an Vertrgen in der Lebensversicherung kontinuierlich ab. So schrumpfte der Bestand an Hauptversicherungen um rund 3 Millionen auf aktuell 94,2 Millionen Vertrge. Diese Entwicklung trifft nicht nur die Versicherungen selbst, sondern vor allem auch den Vertrieb. Bei Agenturen, die lediglich die Produkte einer Versicherung im Angebot haben, stammen im Schnitt knapp 40 Prozent der Provisionseinnahmen aus der Vermittlung von Lebensversicherungen.

Mit der Absenkung des Hchstrechnungszinses ab 2012 wird die Attraktivitt der Lebensversicherung, die in der Regel als Rentenpolice mit Kapitalwahlrecht verkauft wird, weiter geschmlert. Das ist dann bereits die vierte Anpassung nach unten seit dem Jahr 2000. Die Herabsenkung des Hchstrechnungszinses drfte das Neugeschft fr klassische Lebensversicherungsprodukte erschweren. Die Garantiewerte der Lebensversicherer sind schlielich eines der wichtigsten Argumente fr ihre Produkte. Mit Blick auf die knftige Attraktivitt von Lebensversicherern wird es nun noch wichtiger sein, auf die Zusammensetzung der Gesamtleistung aus Garantieleistung, berschussbeteiligung und Schlussgewinnanteilen hinzuweisen. Marktbeobachter rechnen mit einem „Jahresschlussverkauf 2011“, weil sich Kunden den aktuellen Garantiezins von 2,25 Prozent auf das Sparvermgen sichern wollen.

Die demographische Entwicklung bringt die gesetzliche Rentenversicherung in ihrer heutigen Form an ihre Grenzen. Weitere deutliche Beitragssteigerungen gelten politisch als nicht durchsetzbar. Deshalb rcken staatlich untersttzte private Vorsorgemodelle wie Riester oder Rrup zuknftig noch strker in den Fokus. Der demographische Wandel birgt sowohl Chancen als auch Risiken fr die Lebensversicherer. Risiken ergeben sich fr die Kundenstruktur. Vertrge gegen laufenden Beitrag werden traditionell von vielen Kunden der Altersgruppe 30 bis 45 abgeschlossen. Diese Gruppe nimmt durch das bald vollstndige Herauswachsen der geburtenstarken Jahrgnge aus dieser Altersgruppe zahlenmig ab. Chancen ergeben sich, wenn noch strker auf die besonderen Bedrfnisse der lteren Bevlkerung eingegangen wird. Potenzial gibt es bei den Assistance-Leistungen. Auch die Tatsache, dass fast die Hlfte aller Einmalbeitrge auf aufgeschobene und sofort beginnende Renten entfllt, zeigt eine verstrkte Ausrichtung der Lebensversicherer auf Kunden, die ihr angespartes Kapital in einen lebenslangen Einkommensstrom umwandeln wollen.

Im Rahmen der Studie wurden im Mrz 2011 exklusiv 112 Entscheidungstrger aus Versicherungsunternehmen befragt. Dabei spiegelt sich die deutlich sprbare Zurckhaltung der Menschen beim Abschluss lang laufender Vorsorgeprodukte auch im Stimmungsbild der Versicherungswirtschaft wider. Die Mehrheit der befragten Experten rechnet mit sinkenden Zuwachsraten bis 2016. Zahlreiche Versicherer sehen sich durch die wandelnden Kundenanforderungen einem groen Druck ausgesetzt. Der Kunde und dessen Bedrfnisse rcken immer mehr in den Mittelpunkt der Betrachtung. Service- und Produktanforderungen mssen zunehmend direkt auf den einzelnen Kunden zugeschnitten werden knnen. Fr 96 Prozent der Befragten hat diese Situation deshalb einen groen Einfluss auf die zuknftige Entwicklung der Branche. Nher dazu befragt, nennen die Befragten vor allem das gestiegene Preisbewusstsein (91 Prozent), die erhhten Serviceansprche (90 Prozent) und eine erhhte Wechselbereitschaft (86 Prozent) der Kunden. Der Kunde ist heute durch das Internet und die damit geschaffene Transparenz besser informiert und eher bereit, den Versicherer zu wechseln, als frher. Auch das Qualittsbewusstsein der Kunden spielt fr 77 Prozent der Befragten eine bedeutende Rolle.

Zum BBE media Branchenreport - Versicherungswirtschaft 2016:
www.markt-studie.de/studien/branchenreport-versicherungswirtschaft-2016-p-176615.html

Weitere Studien und Marktforschungsberichte der BBE media:
www.markt-studie.de/studien/bbe-media-m-350.html
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