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Pressemitteilung

Neue Studie stellt unfaire Software-Lizenzierung in Zusammenhang mit Wettbewerbsverzerrung auf Cloud-Infrastrukturmarkt

Kritische Stimmen im Rahmen der Debatte über die Verpflichtungen sogenannter „Gatekeeper“ im Digital Markets Act (DMA)
(PM) Brssel, 27.10.2021 - Der franzsische Experte fr Wettbewerbsrecht, Prof. Frdric Jenny, untersucht in einer heute verffentlichten Studie, inwieweit unfaire Software-Lizenzbedingungen etablierter Software-Unternehmen den Wettbewerb auf dem noch jungen Markt fr Cloud-Infrastrukturdienste in Europa verzerren. Die Studie dokumentiert Praktiken, mit denen eine Handvoll marktmchtiger Unternehmen ihre Kunden bei Unternehmens-, Produktivitts- und Datenbank-Software auf ihre eigenen Cloud-Infrastrukturdienste lenken. Diese Praktiken, so die Studie, werden dem Wettbewerb in der Cloud erheblich schaden und das Wachstum, die Innovation und die Lebensfhigkeit der europischen Cloud-Infrastrukturanbieter und ihrer Kunden beeintrchtigen. Fr europische Verbraucher wird dies zu einer geringeren Auswahl und hheren Preisen fr Cloud-Dienste fhren.

„ber mehrere Monate hinweg habe ich mit Anwendern von Unternehmenssoftware aller Gren und Branchen gesprochen“, so Frdric Jenny. „Einige Anwender hatten Angst vor mglichen Repressalien, wenn sie sich gegen vermeintlich unlautere Praktiken aussprechen. Selbst einige Grokunden von Cloud-Diensten haben erkannt, dass sie auf die zentralen Produktivittssuiten, die eben jene Software-Unternehmen kontrollieren, nicht verzichten knnen.“
Die Studie, die den Mitgliedern des Europischen Parlaments, der Europischen Kommission und des Rates im Zuge der Prfung, Diskussion und Abstimmung ber den Digital Markets Act (DMA) bermittelt wurde, weist eindeutig auf eine Reihe von Praktiken hin, mit denen etablierte Software-Unternehmen die Wahlmglichkeiten europischer Unternehmen bei der Cloud-Migration einschrnken. Technische, finanzielle und vertragliche Beschrnkungen werden eingesetzt, um Anwender im eigenen Cloud-Infrastruktur-kosystem zu halten – unabhngig davon, ob dies die beste Lsung fr den Kunden darstellt. Typische Lizenzbedingungen, die laut der Studie den fairen Wettbewerb einschrnken, sind:

• Abschaffung von Bring Your Own Licence (BYOL)-Vertrgen. Die Kunden werden dadurch gezwungen, fr die Nutzung von Software, die sie bereits lizenziert haben, in einer konkurrierenden Cloud-Infrastruktur erneut zu zahlen.
• Bndelung von Software-Produkten mit Cloud-Infrastrukturen, um die Angebote anderer Cloud-Anbieter weniger attraktiv/teurer zu machen.
• Vertragliche Einschrnkungen, Software auf Hardware-effiziente Art und Weise zu nutzen, indem Kunden zur Nutzung einer speziellen Cloud-Infrastruktur gezwungen werden.
• Erhhung der Preise fr Partner, die ihre eigene Cloud-Infrastruktur nutzen, whrend die Preise fr Partner stabil bleiben, die ber die Cloud-Infrastruktur des Software-Anbieters verkaufen.
• Knstliche Einschrnkung der Portabilitt von Daten, um die Nutzung konkurrierender Cloud-Infrastrukturen teurer oder gar unmglich zu machen.
• Das Abfragen von Kundeninformationen von Partnern von Cloud-Diensten zu „Abrechnungszwecken“, um dann aber direkt an diese Kunden heranzutreten, um sie zum Wechsel der Cloud-Infrastruktur zu bewegen.

Hans-Joachim Popp von Voice, dem Bundesverband der IT-Anwender, sagte: „Es ist offensichtlich, dass einige groe Software-Anbieter versuchen, mit ihren Lizenzvertrgen den Wettbewerb und die Wahlmglichkeiten einzuschrnken. Unsere Mitglieder sehen das jeden Tag und fordern nachdrcklich, dass diese Praktiken durch den DMA wirksam verhindert werden.“

Alban Schmutz, Vorsitzender von CISPE, der Vereinigung von Cloud-Infrastruktur-Anbietern in Europa und Auftraggeberin der Studie, erklrte abschlieend: „Wir hren von unseren Mitgliedern und deren Kunden, dass bestimmte Anbieter von Legacy-Software die Auswahl an Cloud-Infrastrukturen durch unfaire Lizenzbedingungen einschrnken. In Zusammenarbeit mit Professor Jenny haben wir diese Praktiken und ihre Auswirkungen deshalb beleuchtet, um das Prinzip der fairen Software-Lizenzierung zu unterstreichen. Die Studie zeigt deutlich, dass Grundstze fr eine faire Software-Lizenzierung notwendig sind und in den DMA aufgenommen werden sollten. Dies ist ein wichtiges Thema, das sowohl Rechtsvorschriften als auch die freiwillige Verpflichtung auf faire Praktiken der Software-Lizenzierung umfasst, um eine bessere Lsung fr europische Unternehmen und Verbraucher zu gewhrleisten.“

Weiterfhrende Informationen:
Die vollstndige Studie kann in englischer Sprache hier aufgerufen werden: cispe.cloud/studies/fairsoftware
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