VOLLTEXTSUCHE
Pressearchiv
Bergmeier Public Relations
Pressemitteilung

Insolvenzverwalter Götz Lautenbach: Muss eine Zerschlagung von Schlecker vermieden werden?

Nach Angaben des Insolvenzverwalters Lautenbach ist eine Rettung der insolventen Drogeriekette Schlecker immer unwahrscheinlicher. Abschlussreife Investorenangebote liegen laut Insidern nicht vor.
(PM) Frankfurt am Main, 01.06.2012 - Eine Rettung der insolventen Drogeriekette Schlecker scheint immer unwahrscheinlicher. Abschlussreife Investorenangebote liegen laut Insidern nicht vor. Es stellt sich daher die Frage, in wieweit der Insolvenzverwalter gehalten ist, weitere Investorengesprche zu fhren und laufende wirtschaftliche Verluste in Kauf zu nehmen, bevor er eine Zerschlagung des Unternehmens einleitet, die in der Regel mit einer Betriebsschlieung und Entlassung des wesentlichen Teils der Mitarbeiter einher geht.

Der Gesetzgeber hat in Paragraph 1 der deutschen Insolvenzordnung 1999 die wesentlichen Verfahrensziele eines Insolvenzverfahrens normiert. Das Insolvenzverfahren dient dazu, die Glubiger eines Schuldners gemeinschaftlich zu befriedigen, indem das Vermgen des Schuldners verwertet und der Erls verteilt oder in einem Insolvenzplan eine abweichende Regelung insbesondere zum Erhalt des Unternehmens getroffen wird. Der Schuldner muss somit die Verfgungsgewalt ber sein Vermgen an den Insolvenzverwalter abtreten und kann keine privatautonomen Entscheidungen wirtschaftlicher Art mehr treffen. Die Glubiger eines Schuldners werden im Gegenzug auf eine im Grunde gleichmige Befriedigung verwiesen, ohne dass ein schneller Zugriff auf Vermgenswerte mglich wre.

Das 1999 in Kraft getretene neue Gesetz sieht keinen Zerschlagungsautomatismus vor, sondern strebt eine wirtschaftlich sinnvolle Vermgensverwertung an, die nach Mglichkeit die wirtschaftliche Existenz des Schuldners erhalten soll. Das Gesetz stellt mit der Insolvenzordnung einen Rechtsrahmen zur Verfgung, der es einem Schuldner ermglichen soll, der eingetretenen Krise zu begegnen oder aber aus dem unternehmerischen Wettbewerb auszuscheiden. Alle Arten der Masseverwertung (Insolvenzplan, Gesamtveruerung, Einzelverkauf, Zerschlagung) werden sowohl dem Schuldner, als auch seinen Glubigern gleichrangig zur Verfgung gestellt.

Dazu der Insolvenzverwalter Gtz Lautenbach: "Trotz dieses Zieles ist die Sanierung somit kein vorrangiges Verfahrensziel. An die Stelle der bis 1999 unter der Konkursordnung von vielen Konkursverwaltern vorgenommenen vorrangigen Wertezerschlagung ist nunmehr die Maximierung des haftenden Schuldnervermgens getreten. Aufgabe eines Insolvenzverwalters ist es daher, die Befriedigungschancen fr die Gesamtheit der Glubiger zu optimieren".

Dies ist laut dem Willen des Gesetzgebers dadurch umzusetzen, dass "die in dem insolventen Unternehmen gebundenen Ressourcen der wirtschaftlich produktivsten Verwendung zuzufhren sind". Fr den Insolvenzverwalter von Schlecker ist die Regelung in Paragraph 1 der Insolvenzordnung somit Rechtfertigung, als er im Rahmen der Verfahrensabwicklung der ffentlichen Erwartung an einem Erhalt der Arbeitspltze der Belegschaft nicht verpflichtet ist.

Die Fortfhrung eines laufend Verluste erwirtschaftenden Unternehmens ist daher im Rahmen eines Insolvenzverfahrens nur dann gerechtfertigt, wenn es die Befriedigungsmglichkeiten der Glubiger verbessert, indem durch einen Gesamtverkauf statt der Liquidationswerte bei einer Zerschlagung die Fortfhrungswerte unter Einschluss der Auflsung stiller Reserven realisiert werden knnen.

Kurz gesagt: Wenn ein Verkauf des gesamten Unternehmens im Ergebnis einen hheren Kaufpreis erwarten lsst als die Verwertung der einzelnen vorhandenen Gegenstnde, Rechte und Beteiligungen an anderen Gesellschaften (insbesondere im Ausland).

So bitter dies fr die Mitarbeiter von Schlecker auch sein kann: Das gerichtliche Insolvenzverfahren dient nicht dazu, dass Arbeitsplatzinteresse der Arbeitnehmer gegenber den Befriedigungs- und Rentabilittsgesichtspunkten der Glubiger durchzusetzen.

Eindeutig in Paragraph 1 der Insolvenzordnung geregelt ist Aufgabe des Insolvenzverwalters die optimale Befriedigung der Glubiger.

Weitere Informationen unter www.goetz-lautenbach-insolvenzverwaltung.de
ANLAGEN
PRESSEKONTAKT
Bergmeier Public Relations
Matthias Bergmeier
Heigenbrücker Weg 12
60599 Frankfurt am Main
+49-69-78809792
E-Mail senden
Homepage
ZUM AUTOR
�BER GTZ LAUTENBACH

Götz Lautenbach ist Fachanwalt für Insolvenzrecht. Das Studium der Rechtswissenschaften absolvierte er an der Johann-Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main. Seit 1992 ist Götz Lautenbach als Rechtsanwalt zugelassen ...
DRUCKEN| VERSENDEN | RSS-FEED |
SOCIAL WEB
PRESSEFACH
Bergmeier Public Relations
Heigenbrcker Weg 12
60599 Frankfurt am Main
zum Pressefach
Anzeige
PRESSEARCHIV
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG