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Methusalem und die Sitzheizung der Harley-Davidson – Eine alternde Gesellschaft ist kein Grund zur Hysterie

(PM) , 16.05.2006 - Bonn/Dsseldorf – Das Problem hoher Arbeitslosigkeit bei lteren Arbeitnehmern wird auch in Zukunft bestehen bleiben. Daher gibt eine aktuelle Studie des Instituts fr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) www.iab.de zu bedenken, dass bei der Rente mit 67 soziale Hrten vermieden werden sollten. Der Geburtenrckgang, die steigende Lebenserwartung, die bessere gesundheitliche Versorgung und die wachsende Leistungsfhigkeit lterer sowie der drohende Fachkrftemangel sprchen zwar eindeutig fr eine lngere Lebensarbeitszeit. Doch auf der anderen Seite gebe es ungelste Arbeitsmarktprobleme, soziale Hrten bis hin zur Altersarmut und die eher geringen finanziellen Entlastungseffekte fr die Rentenkassen. Trotz einer leichten Verbesserung in den vergangenen Jahren liege die Arbeitslosigkeit bei den 50- bis unter 65-jhrigen noch bei 18 Prozent. Es sei fraglich, ob sie die Arbeitsmarktlage bis zum „Wirksamwerden der Altergrenzenanhebung so grundlegend verbessern wird, dass tatschlich ein groer Teil der lteren lnger berufsttig sein kann als heute“. Die Forscher des IAB weisen darauf hin, dass sich die Gesundheit der lteren zwar verbessert habe. Aber bereits heute msse ein Gutteil der lteren vor Erreichen der gesetzlichen Rentengrenze von 65 Jahren aus gesundheitlichen Grnden die Arbeit aufgeben. Nach Ansicht von Roland Tichy, Chefkolumnist des Handelsblattes www.handelsblatt.de, besteht kein Grund zur Panik. Unter der programmatischen berschrift „Die bunte Welt der Grauen“ beschreibt er, wie sich Wirtschaft und Mrkte im alternden Deutschland entwickeln werden oder sollten. Einige Symbole machen den gesellschaftlichen Wandel deutlich: Fliebandarbeitspltze mit Sitzgelegenheit im VW-Werk in Kassel, die Sitzheizung fr die Harley-Davidson oder der Seniorensupermarkt von Edeka mit Einkaufswgelchen mit Sitzbank. Tichy hlt nichts von den Alarmschreien im Feuilleton. So gab der Bielefelder Demograf Herwig Birg jngst nach Angaben der Tageszeitung www.taz.de zum Besten, dass es in 110 Jahren keine Weltbevlkerung mehr gbe, wenn alle auf der Welt sich so verhalten wrden wie ein Drittel der Deutschen. Den Negativrekord in Sachen Kinderlosigkeit hielten die Journalisten, die zu 60 (mnnlich) beziehungsweise 54 Prozent (weiblich) kinderlos blieben. Vielleicht berkompensieren sie das dadurch, dass sie den Untergang Deutschlands an die Wand malen. Und die Demografen haben volle Terminkalender und drfen sich in der ffentlichen Aufmerksamkeit sonnen. Der Handelsblatt-Autor argumentiert nchterner: „Beweise fr die Theorie der Verelendung alternder Gesellschaften gibt es nicht – im Gegenteil.“ Die Gter und Dienstleistungen mssen in einer alternden Gesellschaft eben noch weiter „ausdifferenziert“ und den Bedrfnissen der Menschen angepasst werden. Die „Humanisierung der Arbeitspltze“ werde in Zukunft zum „entscheidenden Wettbewerbsfaktor“ werden. An einer lngeren Lebensarbeitszeit fhrt auch nach Tichy kein Weg vorbei: „Die Vorstellung, die gewonnenen vier Lebensjahrzehnte – eine der grten kulturellen Leistungen schlechthin – knnten per Rente finanziert werden, ist blmesker Bldsinn. Die Deutschen werden lnger arbeiten mssen, fast alle und viel lnger als jetzt noch diskutiert.“ Um diese lngere Arbeitszeit sinnvoll zu gestalten, darf „lebenslanger Lernen“ nicht mehr blo eine Floskel bleiben. „Ein Aufbrechen starrer und unflexibler Systeme ist notwendig“, betont auch Udo Nadolski, Geschftsfhrer des Dsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash www.harveynash.de. „Tichy spricht von verschiedenen Phasen: Ein Arbeitnehmer muss die Mglichkeit haben, im fortgeschrittenen Alter zwischen Phasen des ‚high intensity work’ und des ‚low intensity work’ zu pendeln. Dies ist heute in der Realitt kaum mglich.“ Entscheidend sei, so Nadolski, dass die Debatte ohne Hysterie gefhrt werde, denn eine zu starke Emotionalisierung des Themas verhindere vernnftige Lsungen. So pldiere beispielsweise Nicholas Strange in seinem neuen Buch „Keine Angst vor Methusalem“ dafr, mehr Gelassenheit walten zu lassen. Die Menschen werden in Zukunft frher mit dem Arbeiten anfangen mssen und spter damit aufhren. An eine alternde Gesellschaft, so seine These, kann sich eine intelligente Gesellschaft anpassen.
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